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Biographie über Melissa Joan Hart

(Teil 1: Die Jahre von 1976 - 1995)

Inhaltsverzeichnis zu Teil 1

  1. Geburt in Smithtown und Kindheit in Sayville
  2. Clarissa explains it all
  3. Die Jahre 1990-1993
  4. Das Jahr 1994 (ein Jahr des Umbruchs)
  5. Das Jahr 1995
  6. zu Teil 2 der Biographie (Jahre 1996-1999)
  7. zum Anhang
  8. zum Prolog

 

1. Geburt in Smithtown und Kindheit in Sayville

 

Es begann alles an einem Ostersonntag, nämlich am 18. April 1976. Die Schlagzeilen in den Weltnachrichten dieses Tages befassten sich mit den Osterfeiern in aller Welt, mit Krawallen in Israel und im Libanon, sowie mit dem amerikanischem Truppenrückzug aus Thailand. Auch die Vorbereitungen für den 4. Juli 1976 (200 Jahre amerikanische Unabhängigkeit) liefen auf Hochtouren. Ein Ereignis blieb allerdings weitgehend unbeachtet. Um 13:30 Uhr (EST) kam Melissa Joan Hart in Smithtown, New York als erste Tochter von Paula und William Hart zur Welt. Die Geburt fand sehr wahrscheinlich im örtlichen St. John's Hospital statt. Die Eltern wählten den Namen ihres Kindes aus folgenden Gründen: Melissa nach dem gleichnamigen Song der Allman Brothers aus ihrem Album Eat a Peach von 1972 (siehe Anhang) und Joan nach Melissas Großmutter mütterlichseits. Später wählte Melissa im Alter von 13 Jahren anlässlich ihrer Firmung Catherine als dritten Vornamen. Der etymologische Ursprung des Namens 'Melissa' ist übrigens das Altgriechische, wo dieses Wort Honigbiene bedeutet (siehe Anhang).

Bei jeder weißen amerikanischen Familie fragt man früher oder später aus welchem europäischen Land sie eigentlich stammt und im Falle der Harts ist die Abstammung noch bekannt. Melissas Vorfahren väterlichseits stammen aus England und Irland, die Vorfahren mütterlichseits aus Slowenien, Russland und Deutschland. Der Name 'Hart' ist etymologisch gesehen auf jeden Fall germanischen Ursprungs und das passt auch gut mit der englischen Abstammung des Vaters zusammen, denn der Familienname wird ja immer vom Vater weitergegeben und Englisch ist eine germanische Sprache. 'Hart' bedeutete im Altenglischen übrigens 'Rothirsch' und stammte vom Angelsäxischem Wort 'heort'. 'Hart' könnte aber auch nur eine anglikanisierte Form des irisch-gälischen Namens 'O hAirt' gewesen sein und das ist sehr wahrscheinlich, denn Melissas Vater hat ja auch einen irischen Hintergrund. 'O hAirt' heißt übrigens 'Nachkomme von Art' und 'Art' bedeutet 'Bär' oder 'Held'. Wann und warum Melissas Vorfahren in die neue Welt gekommen sind, ist leider nicht bekannt und man kann darüber nur spekulieren. Allerdings gibt es ein paar Anhaltspunkte. Melissa hatte beispielsweise mütterlichseits einen jüdischen Urgroßvater, der aber der einzige Teil der Familie mit jüdischem Hintergrund war. Es kann trotzdem leicht sein, dass diese Verbindung mit dem Judentum ein Grund für die Auswanderung in die USA gewesen ist, denn Melissas Vorfahren mütterlichseits stammten ja aus Russland, Slowenien und Deutschland und in all diesen Ländern hatten es die Juden schon seit dem 19. Jahrhundert nicht besonders leicht. Über den Auswanderungsgrund für den väterlichen Teil der Vorfahren kann auch nur spekuliert werden, aber vielleicht gehörten die Harts ja zu den Millionen irischen Auswanderen, die im 19. Jahrhundert angesichts der Besetzung ihrer Heimat durch die Briten und der darausfolgenden Hungersnöte in die Vereinigten Staaten auswanderten.

Melissas Geburtsort Smithtown hat heute an die 114.000 Einwohner und liegt auf Long Island, 68 Kilometer östlich von New York City. Die Familie blieb aber nicht lange in Smithtown, sondern zog in das etwas kleinere Sayville. Diese typisch neuenglische Kleinstadt liegt an der Great South Bay und ist nur 25 Kilometer von Smithtown entfernt. Beide Städte gehören übrigens zum Bezirk Suffolk County. Auf der Stadt-Homepage wird Sayville folgendermaßen beschrieben: »Sayville ist eine schöne Kleinstadt mit erholsamen Sandstränden an der Great South Bay von Long Island, New York. Baumgesäumte Straßen, alte Häuser und eine Hauptstraße mit einzigartigen Läden und Geschäften geben der Stadt eine warme und freundliche Atmosphäre.« Natürlich wird hier Werbung gemacht, aber die Landschaft um Sayville ist wirklich ziemlich schön. Die nördliche Hälfte von Long Island (dort liegt Smithtown) ist von einer sanften Hügellandschaft geprägt, der südliche Teil hingegen (dort liegt Sayville) ist eben. An der Küste bilden Häfen, Sanddünen, Strände und der stürmische Atlantik eines der wenigen natürlichen Gebiete im Umkreis des Molochs New York City. Durch die Nähe zu dieser Millionenstadt ist Long Island auch verkehrstechnisch gut erschlossen und so braucht man von Sayville bis nach Manhattan nur etwa eine Stunde. Der Ostteil von Long Island ist für die reiche New Yorker Gesellschaft übrigens ein beliebtes Erholungsgebiet und jeder der Rang und Namen hat, besitzt hier ein Haus. Vieles von dem Geld, das die Aktionäre an der Wall Street einnehmen, wird auf direktem Wege nach Long Island gescheffelt, wo es dann in Villen und andere luxuriöse Anwesen gesteckt wird. Im Sommer strömt schließlich fast ganz New York an die Strände der Insel und die Städte auf Long Island machen damit ein gutes Geschäft. Das hat aber auch zur Folge, dass besonders der Osten der Insel nicht gerade billig ist und obwohl die Harts früher nicht besonders wohlhabend waren, wohnten sie dennoch in einer Gegend mit finanziell gut gestellter Bevölkerung. Im Long Island Sound gibt es übrigens eine winzige Insel mit dem Namen 'Hart Island'.

Melissa wuchs also auf Long Island auf und über die nächsten vier Jahre ist so gut wie nichts bekannt. Man weiß, dass sie katholisch erzogen wurde und so wahrscheinlich die katholische Kirche von Sayville (die St. Lawrence The Martyr Church) gut gekannt hat. Die Harts bezeichnen sich selber als 'churchgoing people', aber sie sind keine Fundamentalisten, sondern sehr liberal eingestellt. Long Island war übrigens schon immer ein besonders katholisches Gebiet und während der Kolonialzeit war die Insel ein Rückzugsgebiet für diejenigen, die nicht unter dem strengen Puritanismus des restlichen Neuenglands leben wollten. Über Melissas Bezug zur Religion weiß man nur wenig, aber es gibt dennoch ein paar interessante Informationen. Melissa trägt öfters ein kleines Kreuz um den Hals und sie besitzt ein Armband mit der Gravierung 'WWJD'. Das bedeutet 'What Would Jesus Do'. Melissa sagt, sie schaue auf das Armband, wenn sie einen schwachen Tag habe. Sie wisse nicht, ob sie religiös sei. Sie wisse nur, dass sie viel Glauben habe und sie mache einfach das, von dem sie denke, dass es richtig sei. Im Frühjahr 1999 ließ sich Melissa dann ein Tattoo machen, das ein kleines schwarzes Kreuz zeigt. Dieses Tattoo soll ihren Glauben an Jesus Christus symbolisieren.

Es ist auch interessant, dass Melissa schon immer Schauspielerin werden wollte und sich in nichts von diesem Wunsch abbringen ließ. Aber ihre Mutter Paula Hart war damals eine ganze normale Hausfrau und hatte keine Ahnung vom Filmgeschäft. Als sich Melissa mit 4 Jahren in den Kopf setzte in der Kindershow Romper Room aufzutreten, weil sie ihren Namen unbedingt im 'Magic Mirror' sehen wollte, nörgelte sie solange herum, bis ihre Mutter einwilligte. Paula Hart sagte später, dass sie damals eigentlich nur dachte nichts verlieren zu können und so beschloss sie einfach mal bei einer Casting-Agentur vorbeizuschauen. Zum Glück war sie mit einer Agentin befreundet und so konnte sich Paula gleich an jemanden wenden, der sich im Show-Business auskannte. Dies war der erste und entscheidende Schritt zum Entstehen von Melissas Karriere.

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Erster TV-Auftritt und der Anfang von Melissas Karriere

 

Paula Hart fuhr also eines Tages mit ihrer Tochter zu einem Casting nach Manhattan, ohne jede Ahnung was sie dort erwarten würde. Ich weiß nicht, was damals geschah, aber Melissa fiel unter allen Bewerbern anscheinend positiv auf und ihr Wunsch einmal Schauspielerin zu werden, schien ein Stück näher gerückt zu sein. Sie bekam zwar keine Rolle für Romper Room, aber 1980 hatte die 4jährige Melissa ihren allerersten TV-Auftritt. Es war ein Werbespot, in dem sie in einer Badewanne sitzend für die Puppe Splashy warb. Sie sagte später, dass sie damals sehr verlegen und aufgeregt gewesen wäre, aber das ist ganz normal, schließlich war es auch ihr erster Fernsehauftritt. Bald darauf folgte das Connecticut Natural Gas Commercial, sowie viele andere Werbespots, unter anderem für Rice Krispies, Arnold's Bread, Life Savers, Fritos, General Electric und viele Auftritte für Tylenol. An den Werbespot für Arnold's Bread erinnert sie sich noch heute gut, denn da musste sie laut »Mom!« schreien, so dass man es in einem weiten Umkreis hörte. Auch an den Text des Connecticut Natural Gas Commercials erinnert sie sich noch, da ging es um Energieeinsparungen. An ihrem fünften Geburtstag hatte sie es dann schon auf 22 Werbespots gebracht und es sollten noch viele dazukommen, heute sind es über Hundertfünfzig. Am Anfang suchte Paula Hart nach einem Agenten für Melissa, aber als sie von einem unehrlichen Agenten übers Ohr gehauen wurde, beschloss sie, Melissas Karriere selbst in die Hand zu nehmen. Sie nahm für 50 Dollar pro Tag einen Casting Job an und obwohl sie eine völlige Newcomerin im Fernsehgeschäft war, fand sie sich gut zu recht und heute ist sie im Showbusiness schon ein Profi. Schließlich gründete Paula ihre eigene Casting Company, die sich auf Kinder spezialisierte. Heute besitzt sie sogar eine eigene Produktionsfirma (Hartbreak Films), aber dazu später.

Mit 6 Jahren begann für Melissa die Schulpflicht und sie besuchte im Alter von 6 bis 10 Jahren die Sayville Middle School und daraufhin die Sayville Junior High School. (Mehr zu ihrer Schulzeit gibt es hier.) Daneben machte sie immer wieder Werbespots und im Jahre 1984 hatte sie im Alter von 8 Jahren ihren ersten richtigen Schauspielauftritt. Sie spielte eine Gastrolle in der NBC-Serie Another World. Im nächsten Jahr hatte sie schon eine ganze Reihe von Auftritten. So spielte sie in fünf Folgen der NBC-Serie Saturday Night Live eine Nebenrolle, mit jeweils ein paar Zeilen Text. Weiters trat sie auch ein paar Mal in der CBS-Serie The Lucie Arnaz Show als ein Mädchen namens Sara auf. Ihr erster Spielfilm fällt auch in dieses Jahr und zwar spielte sie in The Adventure of Con Sawyer and Hucklemary Finn Con Sawyers kleine Schwester. Ebenfalls in 1985 hatte sie in der NBC-Miniserie Kane and Abel fünfmal eine Nebenrolle als das 7jährige Mädchen namens Florentyna Rosnovski. 1985 war also das erste richtige Arbeitsjahr für Melissa und damals wurde klar, dass ihr die Schauspielerei im Blut liegt. Sie hatte übrigens nie Schauspielunterricht, sondern lernte durch Erfahrung und durch das Beobachten von anderen Schauspielern. Die harten Anfänge ihrer Karriere sollten in späterer Zeit belohnt werden, aber bis dahin war es in jener Zeit noch ein weiter Weg. Es gab damals übrigens noch eine Schauspielerin mit dem Namen 'Melissa Hart' und aus diesem Grund benutzte unsere Melissa von da an auch immer ihren 2. Vornamen 'Joan', um Verwechslungen zu vermeiden. Aus diesem Grund nennt man sie bis heute immer mit ihren beiden Vornamen, obwohl sie das bei sich selber nicht macht. Wenn sie Autogramme gibt, schreibt sie natürlich nur 'Melissa Hart'. Die meisten Menschen beachten ihren 2. Vornamen nicht, aber bei Melissa hat es sich eingebürgert sie immer Melissa 'Joan' Hart zu nennen.

Im Jahr 1986 spielte Melissa in ihrem zweitem Spielfilm beinahe die Hauptrolle. Der Film heißt Christmas Snow und spielt ein paar Tage vor Weihnachten 1954. Melissa verkörperte ein Waisenkind namens Amy, das zusammen mit seinem Bruder von der Witwe Gertrude Mutterance aufgenommen wurde. Diese führt einen Süßwarenladen und soll ihn auf Druck des Vermieters räumen. Schließlich gibt es doch noch ein Happy-End. Der Film gewann auch einen Emmy. Im selbem Jahr wirkte Melissa in der CBS-Serie The Equalizer mit, wo sie in der Folge Torn (#17) das Mädchen Laura Moore spielte. Über Melissas Auftritt in dieser Serie gibt es geteilte Meinung, manche meinen sie spielte sehr gut, manche denken eher das Gegenteil. Faktum ist jedenfalls, dass Melissas Rolle in dieser Episode von The Equalizer nicht besonders einfach war. Sie spielt nämlich ein Mädchen, dessen Vater wegen seiner Gewalttätigkeit im Gefängnis sitzt. Dieser soll allerdings wieder entlasssen werden und das kleine Mädchen hat nun unvorstellbare Angst davor, dass sie von ihrem Vater wieder misshandelt werden könnte. Die Kleine ist also sehr niedergeschlagen und depressiv und klammert sich meistens nur an ihren Stoff-Elephanten. Diesen schwierigen Gemütszustand hat Melissa eigentlich ganz gut verkörpert und es ist natürlich klar, dass ihre Schauspielerei in diesen frühen Jahren noch nicht vollständig ausgereift war. Weiters hatte Melissa im Jahr 1986 auch noch eine winzige Nebenrolle in dem Erfolgsfilm Crocodile Dundee. Die Szene ihres Auftrittes wurde bei der Nachbearbeitung des Filmes aber herausgeschnitten, weil der Film insgesamt zu lang war. Wahrscheinlich dauerte ihr Auftritt nur ein paar Sekunden und war ohne Text.

Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre spielte Melissa sogar im Theater! In den Produktionen der 'Circle Repertpory Lab Company' spielte sie 1989 mit William Hurt in Besides Herself und 1990 in Peter Hedges' Imagining Brad. Ich weiß über diese Theaterstücke fast gar nichts, aber in Imagining Brad spielte Melissa ein Mädchen namens Valerie. Sie sagte später einmal, dass diese Rolle fast so wie bei Clarissa war. Gleich nach diesen beiden Auftritten bekam Melissa die Möglichkeit das jüngste Mitglied der 'Circle Repertpory Lab Company' zu werden. 1991 spielte sie schließlich sogar am berühmten Broadway und zwar in The Crucible zusammen mit Martin Sheen. In diesem berühmten Stück von Arthur Miller geht es um drei junge Mädchen, die in Colonial Salem, Massachussets, zwei Frauen der Hexerei beschuldigen und somit eine äußerst tragische Hexenverfolgung auslösen. Melissa war die Zweitbesetzung für das jüngste der drei Mädchen und sie kam ein paar Mal zum Einsatz. Wenn sie gerade nichts zu tun hatte, machte sie im Backstage-Bereich ihre Hausaufgaben oder schaute sich die Show an. Das Ganze war eine Produktion des 'National Actors Theatre' und das Stück wurde am New Yorker Belasco Theatre aufgeführt. Diese Inszenierung von The Crucible gewann übrigens auch einen Emmy Award. Paula Hart sagte später, dass Melissa damals das Theaterspielen gleich gern hatte, wie die Fernseharbeit, aber wie es scheint, hat sich Melissa dann doch entschlossen beim Fernsehen zu bleiben. Aber gerade die Theaterauftritte für die 'Circle Repertpory Lab Company' waren für Melissas Zukunft in höchstem Maße entscheidend, denn bei diesen wurde sie zufällig von Mitchell Kriegman gesehen, dem späteren Produzenten von Clarissa. In dieser Zeit dachte Melissa übrigens überhaupt nicht über eine mögliche Karriere nach, Schauspielerei machte ihr einfach Spaß und sie sah es noch nicht als Lebensinhalt. Das änderte sich erst mit dem Erfolg von Clarissa.

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Melissas Leben in der Kindheit - Die Familie

 

Ich verlasse jetzt kurz Melissas Karriere, um etwas genauer auf ihr Familienleben einzugehen. Wie wahrscheinlich schon bekannt ist, sind die Harts eine regelrechte Großfamilie und bis heute hat Melissa sieben Geschwister (darunter drei Halbschwestern). In chronologischer Reihenfolge (mit Geburtsdaten) sind das:

Außer Samantha und Mackenzie waren schon alle einmal im Showbusiness tätig, aber sie verfolgen die Schauspielerei nicht so wie Melissa, obwohl Elizabeth und Emily wirklich nicht unbegabt wären. Das sieht man zum Beispiel im Film The Right Connections, wo die beiden durchaus Talent zeigen. Noch ein Wort zu Mackenzie: Sie lebt bei der neuen Familie von Melissas Vater und wird somit eigentlich nicht mehr zum heutigen Hart-Familienclan gezählt. Über Mackenzie und die neue Familie von Melissas Vater habe ich leider keine näheren Informationen. Kommen wir aber nun zu Melissas anderen Geschwistern zurück.

Die nun folgenden Texte werden sich mit dem Leben in Melissas Familie und Melissas Kindheit beschäftigen. Das Leben in Großfamilien bringt Vorteile wie auch Nachteile und beides hatte großen Einfluss auf Melissa. Das Gute an einer großen Familie ist der starke Zusammenhalt untereinander. Trisha war früher immer etwas schüchtern und wenn sie sich nicht traute ihre Freunde anzurufen, machte das Melissa für sie. Genauso konnte Melissa immer auf die Unterstützung ihrer Geschwister zählen. Und wenn eine ihrer Schwestern nichts mit ihr unternehmen wollte, hatte sie noch ein paar andere, von denen sicher eine mitmachte. Sie gingen immer zusammen irgendwohin und sie taten alles gemeinsam. Wo wir gerade bei Freizeit sind: Melissa ging als Kind oft hinaus ins Freie, fuhr gerne Rad und der Strand war nur etwa einen Kilometer vom Haus entfernt. Melissa streitete mit ihren Schwestern auch oft über sinnlose Dinge, zum Beispiel wer den besten Körper oder den besten Freund hat. Die Harts sind eine wettstreitende Familie, aber nur untereinander. Da sie so viele sind, mussten sie auch lernen sich selbst zu verteidigen und Paulas Lieblingssatz war: »You snooze, you lose« (Wer trödelt, verliert). Die große Anzahl von Geschwistern half aber auch das Selbstbewusstsein zu stärken. So kann Melissa vor ihren Geschwistern alles tun und sagen, und sie sind vollkommen ehrlich zueinander. Das ist auch logisch, denn sie wuchsen mit relativ wenig Privatssphäre auf. Aus diesem Grund sind die Harts auch sehr offen und zugänglich. Leute, die auf Besuch kamen, liebten entweder das Chaos oder gingen wieder.

Aber in Großfamilien zu leben bringt auch Nachteile, meistens sind diese finanzieller Natur. Melissas Familie war früher nicht gerade wohlhabend und sie lebten eher bescheiden. Der Vater war im Fischerei-Großhandel tätig und bevor Paula Melissas Agentin wurde, war sie eine ganz normale Hausfrau. Die Familie hatte in Sayville ein Haus mit 11 Räumen, davon 3 Schlafzimmer. Die ersten fünf Kinder mussten sich ein Bad teilen, aber da sie damals noch keine Teenager waren, war das laut Melissa nicht so schlimm. Einmal musste Paula den Kindern zu Weihnachten sogar mitteilen, dass sie weit nicht alles haben könnten, was sie wollten, denn der Weihnachtsmann müsse schließlich auch bezahlt werden. Aber trotzdem erlebte Melissa in Sayville eine ziemlich glückliche Kindheit, wenn man mal von ihren schlechten Erfahrungen mit der Schule absieht, aber dazu komme ich etwas später.

Doch sehen wir das Ganze nun aus Melissas Sicht. Im Jahr 1998 schrieb sie einen Artikel über das Leben in ihrer Kindheit und diesen sehr interessanten Text möchte ich nun wiedergeben.

»Ich bin in unserer Familie die Erstgeborene, im April 1999 werde ich 23 Jahre alt. Nach mir kommt Trisha, 21, Elizabeth, 18, Brian, 15 und Emily, 13. Als meine Mutter wieder heiratete, kamen dann noch Alexandra Hart-Gilliams, 5 und Samantha, die im November 1997 geboren wurde. Da ich immer die Älteste war, ist es schwer sich das Leben anders vorzustellen. Ich war immer ganz aufgeregt, wenn ein neues Baby kam und ich hatte dann immer jemand Neuen zum Spielen. Ich wünschte mir nie weniger Geschwister zu haben. Eigentlich habe ich gedacht eine so große Familie zu haben ist ganz normal. Ich wuchs in einer kleinen Stadt mit einem großen Prozentsatz von katholischen Familien auf - jeder hatte viele Kinder. Ich meine, Familien mit sieben oder acht Kindern waren nicht ungewöhnlich. Ich hatte eine Freundin, die ein Einzelkind war. Das einzige, um das ich sie beneidete war, dass sie mit ihren Eltern ein näheres Verhältnis hatte, als ich haben konnte. Sie war fast wie ein Freund zu denen. Aber andererseits tat sie mir auch leid. Sie muss einsam gewesen sein. Ich war das nie! Besonders wenn wir in den Urlaub fuhren, liebte ich es, so viele Schwestern und meinen Bruder zu haben. Wir fuhren oft nach Florida und ich hatte immer jemanden, mit dem ich etwas tun konnte. Wenn ich zum Beispiel runter zum Pool gehen wollte, musste ich das nie allein tun. Das war immer wer, der gerne mitkam.

Meistens hatte ich auf diese Weise einfach gute Freunde. Wir aßen am Abend alle zusammen und beim Schlafen gehen war es wie bei einem 'Sleepover'. Manchmal haben wir sogar die Betten aneinander gestellt, damit wir alle zusammen schlafen konnten, weil wir uns vor so vielem gefürchtet haben - wir waren solche Angsthasen! Wir haben unter den Betten und hinter den geschlossenen Türen nachgesehen und versicherten uns, dass im Vorzimmer das Licht brannte und auch die Tür einen Spalt offen war. Viele Kinder fürchten sich vor der Dunkelheit und davor schlafen zu gehen; wir waren glücklich, dass wir einander hatten, um uns wenigstens gemeinsam zu fürchten. Natürlich gab es auch Streitigkeiten. Aber das Wunderbare am Aufwachsen in einer großen Familie ist, dass man Teams hat, wenn es zu einem Streit kommt. Es waren aber eher Diskussionen als Kämpfe und das schwächte den Konflikt ab, denn wenn jeder daran beteiligt ist, geht es mehr darum wer Recht hat und nicht darum die Gefühle anderer zu verletzen. Da es soviele von uns gab, war immer jemand da, der dich beschützen konnte und die Seiten änderten sich dauernd. Ich beschützte meistens Emily, da sie die jüngste der größeren Kinder war und jeder hackte auf ihr herum. Das ist auch etwas Wichtiges bei großen Familien - wir kümmern uns um jeden von uns.

Wir streiteten manchmal über die Kleidung, aber nicht so viel. Meistens bekamen wir alle eigene neue Sachen - ausgenommen Elizabeth, die all die gebrauchten Sachen bekam. Die einzigen Kleidungs-Streitigkeiten, an die ich mich erinnere, waren, wenn jemand was von mir 'ausleihte' ohne mich zu fragen. Eigentlich tun sie das immer noch! Jetzt, wo ich mein eigenes Haus habe, muss ich sie immer durchsuchen, bevor sie gehen - damit sie sich nicht mit irgendwas von meinem Zeug davonmachen. Die Wahrheit ist, mich hat das nie wirklich gestört, ausgenommen sie haben etwas mitgehen lassen, was nicht einmal mit gehörte, sondern was ich selbst von einer Freundin ausgeborgt habe. Dann wurde es kompliziert. Bis heute beschuldige ich schnell einmal eine von meinen Schwestern, wenn ich etwas nicht finde, bevor ich überhaupt weiß, ob das wirklich stimmt. Natürlich gibt es bei guten Freunden immer diese 'bester Freund/schlimmster Feind - Dynamik'. Der Wettbewerb zwischen Kindern des gleichen Alters ist meistens der intensivste und das traf auch auf mich und Trisha zu. Am Anfang begannen wir beide im Showbiz und so waren wir auch beide beim Vorsprechen. Das verschlimmerte den Wettkampf nur noch. Es war dann ihre Entscheidung aufzuhören und seitdem ist sie die einzige in der Familie, die nicht schauspielert. Dafür konnte sie ganz normal die Schule besuchen - sie ist jetzt am College - und sie hat wahrscheinlich das normalste Sozialleben.

Nach der Scheidung meiner Eltern wurden die Dinge komplizierter. Davor lebten wir in einem Haus in der Vorstadt. Danach zogen meine Mutter und fünf von uns in ein kleines Appartment in New York City. Ich war immer eine teilende Person - Kleidung, Spielzeug, Zimmer - ich hatte nie eine Wahl. Und ich hatte keine Privatssphäre - diese Option war einfach nicht gegeben. All das intensivierte sich, als wir umzogen. In diesem Appartment mussten wir uns alle ein einziges Bad teilen - es war so klein, dass man zur gleichen Zeit seine Zähne putzen, die Toilette benutzen und sich duschen konnte. Das Badezimmer war der begehrteste Raum im Appartment, nicht nur für offensichtliche Gründe, sondern auch weil es der einzige Raum mit einem Schloss war. Also war immer jemand drinnen und immer jemand draußen, der unbedingt hinein wollte. Trish und ich streiteten uns immer um das Zimmer, das wir teilten. Es war sehr klein, um damit was anzufangen, und wir kämpften um den Platz. Ich gebe zu, ich bekam das Meiste vom Zimmer. Unser Geschmack war so unterschiedlich! Ihre Seite des Zimmers war ganz in Laura Ashley; auf meiner Seite legte ich die Matratze auf den Boden, malte die Wände mit strahlenden Designen an und hängte überall diese langen 'Clarissa-Halsketten' hin.

Natürlich streiteten wir uns über alles, was mit diesem Zimmer tun hatte - wer zu laut war, wessen Musik besser war, wann man das Licht zum Schlafen ausmachte. Wir lösten diese Konflikte mit gegenseitigem Anschreien oder indem wir zu unserer Mom rannten. Da war auch ein wirklich intensiver Streit den wir hatten. Heute denken wir lachend an die große 'Familien-Peinlichkeit' zurück. Wir waren alle in einem netten Restaurant in Los Angeles, an einem Ecktisch. Ich denke da war eine gewisse Spannung zwischen mir und Trisha, denn sie wollte eine Augenwimper von meinem Gesicht wischen und zwickte mich. Also gab ich ihr einen Faustschlag. Aber zurückblickend muss ich sagen, dass es wirklich in unseren frühen Teenager-Jahren war, als Trish und ich unsere Differenzen definiert haben und den anderen einfach oft ignorierten. Es war fast so, als ob wir unsere Lebensstile nicht absichtlich mischen wollten.

Manchmal geben in großen Familien die Eltern jedem Kind eine Identität - aber wir machten das selber. Ich bin die Kreative, Trisha die Kluge, Brian der Athletische und Emily die Süße. Dann ist da Elizabeth, die für lange Zeit das mittlere Kind war. Sie war meistens die Stille - ich meine, ich erinnere mich nicht, dass sie als Kind viel redete - und sie war die, die manchmal herumgeschubst wurde. Es war fast, als würde sie sagen: »'Hey, warte, ich brauche etwas um hervorzutreten und anders zu sein.« Und als sie fünfzehn wurde, änderte sie sich plötzlich. Aber egal, sie ist gut im Zeichnen, in Kunst und Handwerk, beim Malen und so ist sie die Künstlerische von uns. Was die Babies angeht, naja, da sind wir noch nicht sicher. Etwas was wir früh lernten, war aus sich herauszugehen. Keiner hält seine Gefühle verborgen, jeder ist ganz direkt. Sogar wenn grobe Sachen gesagt werden, weiß jeder was Sache ist und man kann beginnen das Problem zu lösen. Eine Taktik, die wir nun verwenden, ist einfach ein Timeout zu nehmen, vom Konflikt wegzugehen. Es ist nicht einfach, aber das ist es, was wir tun. Meistens, wenn wir uns beruhigen und zurückkommen, beenden wir das Ganze lachend. Mit jedem sehr offen zu sein, ist ein weiterer Bonus bei einer großen Familie. Ich habe keine Angst davor, irgendwas vor meinem Bruder oder vor meinen Schwestern zu tun.

Durch Clarissa explains it all und jetzt Sabrina wurde ich zur Bekanntesten in der ganzen Familie. Aber das war eine gemischte Sache, um es so auszudrücken. Meistens waren meine Geschwister nicht neidisch, im Gegenteil, sie waren sehr stolz. Und ich habe mich deswegen nie schuldig gefühlt, denn nachdem sich meine Eltern scheiden ließen, hatten wir kein Geld. Und da ich damals gerade die Rolle der Clarissa bekam, habe ich die Familie unterstützt. Versteht mich nicht falsch, ich hätte die Rolle sowieso genommen, egal wie die Umstände gewesen wären. Aber zu dieser Zeit gab es einen kleinen zusätzlichen Druck auf mich. Ich meine, ich konnte meine Familie nicht ohne dem gehen lassen, da ich das Geld machte. Glücklicherweise währte diese Situation nicht lange. Meine Mutter und ich gründeten eine Produktionsfirma, Hartbreak Films, mein Bruder und meine Schwestern schauspielerten auch, meine Mutter heiratete wieder und die Dinge wurden schnell besser. Manche von meinen jüngeren Geschwistern benützten den Umstand, dass Clarissa ihre Schwester war, um in der Schule Freunde zu finden. Das nervte mich und ich sagte ihnen, dass sie damit aufhören sollen. Und da war Trisha, die oft verlegen wurde, weil ich Clarissa war. Wir sehen uns alle sehr ähnlich und so fragten sie die Leute immer aus und schließlich wurde es ihr zuviel. Jetzt ist Trisha glücklich, wie sich die Dinge entwickelten. Sie ist froh nicht im Showbiz zu sein. Und die Wahrheit ist, es gab Zeiten, in denen ich sie beneidete. Am Anfang konnte ich mit dem Preis der Popularität, nämlich dem Verlust des Privatlebens, nicht umgehen. Es dauerte einige Zeit sich daran zu gewöhnen und mit dem gut umzugehen. Heutzutage sind Trisha und ich die besten Freunde und wir verstehen uns sehr gut.

So viele Geschwister zu haben, half mein Selbstbewußtsein zu entwickeln. Sogar jetzt, wenn es harte Zeiten gibt und ich denke - was habe ich? - ist da etwas sehr Wirkliches: meine Familie. Und durch sie habe ich immer enge Freunde. Das sind die Leute, die immer für mich da sind. Zum ersten Mal fühle ich, dass mein Leben fast perfekt ist.«


>Das war also Melissas eigener Artikel über ihre Kindheit, der meiner Meinung nach einen wirklich interessanten Einblick in das frühere Leben der Harts gibt. Doch nun zu einem anderen Punkt. Es geht um Melissas Schulzeit in Sayville. Zuerst besuchte sie im Alter von 6 und 10 Jahren die Sayville Middle School, wo sie eigentlich ziemlich beliebt war. In dieser Zeit hatte sie schon einige TV-Auftritte und das beeindruckte ihre Mitschüler. Die sagten oft sowas wie »wow, ich hab' dich im Fernsehen gesehen« und Melissa hatte dort eine ziemlich gute Zeit. Aber das alles änderte sich schlagartig, als sie im Alter von 10 Jahren in die Sayville Junior High School kam. Die Junior High ist eine komplett andere Welt, sie ist der Eintritt in die Teenager-Kultur und diese ist von einem unglaublichen Gruppendruck geprägt. Das gilt besonders für amerikanische High Schools. Plötzlich war es immens wichtig wie man sich kleidete und wie man sich verhielt. All das bereitete Melissa große Schwierigkeiten, da sie davon einfach keine Ahnung hatte. Sie kleidete sich noch immer wie früher und weigerte sich dem Gruppendruck nachzugeben. Das war aber ihr gesellschaftlicher Tod und so wurde die High School zur schlimmsten Zeit ihres bisherigen Lebens. Von den Mitschülern wurde sie meistens nur als 'dork' bezeichnet, übersetzt bedeutet das etwa 'Depp, Idiot'. Melissa war also nicht sehr beliebt und galt als Außenseiterin. Es war keine Seltenheit, dass sie gegen die Lockers geschubst wurde, aber das war noch etwas eher Harmloses. In diesem Zusammenhang sagte Melissa auch einmal, dass Kinder sehr grausam sein könnten. Eine Aussage, die sich mit Sicherheit auf persönliche Erfahrungen stützt. Weiters ist in einem Artikel über Melissa wortwörtlich von einer »tortuous passage through adolescence« die Rede, was übersetzt 'quälende Passage des Erwachsenwerdens' bedeutet. Melissa entwickelte sich körperlich auch nur sehr langsam und sah als 14jährige noch wie eine 10jährige aus. Das war für die anderem natürlich ein tollen Grund, um sie zu verspotten. Sie hatte sogar einen Tanzlehrer, der ihre Brustgröße als 'minus null' bezeichnete. Es gibt wahrscheinlich nichts Schlimmeres, als gerade in der Schule vor allen Mitschülern in solcher Art gedemütigt zu werden. Es ist ja nicht viel über Melissas Privatleben bekannt, aber dieser Schultag war sicher einer ihren schwersten Tage überhaupt.

In dieser schwierigen Zeit tröstete sich Melissa mit ihrer Familie und es war für sie damals sehr wichtig Leute um sich zu haben, die sie liebten. Melissa ist überhaupt ein Familienmensch (so wie die anderen Harts auch) und für sie gibt es bis heute nichts Wichtigeres auf der Welt als ihre Familie. Dieser schreibt sie es auch zu, dass sie trotz ihrer Karriere und ihres Erfolgs mit beiden Füßen auf dem Boden blieb. Paula sagte auch einmal, dass sie immer gut auf Melissa aufpasste und es nicht zuließ, dass Melissa durch das Showbuiz verändert werde. Bei einer so großen Familienbindung hielt es Melissa allerdings auch nie lange irgendwo allein aus und bei den meisten ihrer Filmprojekte wurde sie von Familienmitgliedern begleitet. Als sie zum ersten Mal ganz allein lebte, fühlte sie sich sehr einsam und obwohl sie heute in Los Angeles ein eigenes Haus besitzt, hat sie noch immer gerne ihre Familie um sich.

Um noch einmal kurz auf Melissas Schulerfahrungen zurückzukommen: Jetzt, viele Jahre danach, blickt Melissa mit etwas anderen Augen auf diese Zeit zurück. Jetzt ist sie Multi-Millionärin, jetzt ist sie ein Star und nicht mehr eine Außenseiterin. Diesen Wandel kostete Melissa genüsslich aus, als sie einmal bei einem Besuch in Sayville zufällig frühere Mitschüler traf. Sie lud ein paar von den Leuten, die sie früher immer schlecht behandelten, ein und die waren natürlich alle extrem freundlich zu ihr. Fast so wie wenn sie immer alle gute Freunde gewesen wären. Man trank ein paar Drinks und schließlich ging Melissa herum und sagte zu jedem. »Erinnerst du dich nicht, was du zu mir gesagt hast? Erinnerst du dich nicht, was du mir angetan hast? Und nun gibst du vor mein bester Freund zu sein?« Melissa sagte, dass diese Nacht wie 5 Jahre Therapie für sie waren. Sie hat diese späte Genugtuung wirklich genossen und das hat sie auch verdient. Sie kann weiters mit Stolz sagen, dass sie ihrem edlen Motto Don't give in to peer pressure immer treu geblieben ist, auch wenn sie dafür durch die Hölle ging - im wahrsten Sinn des Wortes.

Sehr interessant wäre es zu erfahren, was die übrigen Harts so von Melissa denken. Ihr Bruder Brian, der ohne Zweifel total auf Weihnachten fixiert ist, sagt: »Sie verdient viel Geld und kauft gute Geschenke und solches Zeug, und sie ist wirklich sehr nett.« Melissa ist aber nicht nur eine Geschenkgeberin, sondern auch ein Vorbild. »Melissa ist sowohl für ihre eigenen Geschwister wie auch für andere Kinder ein großes Vorbild und die schauen wirklich auf sie«, sagt Paula. Schwester Elizabeth streitet nicht ab, dass sie ihre große Schwester manchmal zum Vorbild nimmt: »Ich versuche es«, sagt sie, »aber manche Dinge, die sie macht, sind nichts für mich«. Emily fügt hinzu, dass Melissas Vorbildfunktion einem langsam auch auf den Geist gehen kann. »Ich habe genug davon«, sagt die frühreife 13jährige. Allerdings stellt sie sofort klar, dass Melissa immer noch ihre Lieblingsschwester ist, aber eigentlich habe sie gar keine Lieblingsschwester. Von Paula stammt der Satz, der eigentlich alles auf den Punkt bringt und auf Englisch auch noch ein gutes Wortspiel abgibt: »What really makes Melissa a special Hart is her special heart«. Übersetzung: 'Was Melissa zu einer wirklich besonderen Hart macht, ist ihr großes Herz.' Paula fügt noch hinzu: »Sie ist einfach eine richtig gute Person. Ich bin nicht deswegen stolz auf sie, weil sie so viel für ihre Karriere tut, oder weil sie hübsch oder was auch immer ist, sondern weil sie einfach ein wirklich großes Herz hat.«

>Es passt zwar jetzt nicht in den Zusammenhang, aber an dieser Stelle möchte ich auf die Geschichte mit Melissas Zähnen eingehen. Manche nehmen an, dass Melissa ein Zahn fehlt, anderen ist das noch nie aufgefallen. Erst 1996 wurde Licht in dieses Mysterium gebracht. Die meisten dachten zwar immer es fehle ihr nur ein Zahn (der rechte, obere Vorderzahn), aber es ist eine Tatsache, dass Melissa aufgrund eines genetischen Defekts zwei Zähne zu wenig hat, in der oberen Zahnreihe fehlt auf beiden Seiten ein Zahn. Das ist ein relativ häufiger Geburtsfehler, der auch bei ihrem Bruder Brian und bei ihrer Schwester Emily auftritt. Vielleicht sind auch noch andere Familienmitglieder betroffen, da dieses Syndrom offensichtlich vererbbar ist. Die fehlenden Zähne wurden im Sommer 1993 ergänzt, das war zwischen den Dreharbeiten zu den Clarissa-Folgen #54 und #55. Allerdings gibt es auch Hinweise, dass zuerst der linke Zahn ersetzt wurde und danach erst der rechte, denn bei ihrem Auftritt in der Show America's Funniest People (im Juni 1993) war ihre linke Zahnreihe völlig in Ordnung. Die rechte Zahnlücke wurde dann also irgendwann vor September 1993 ausgebessert. Melissa wollte das mit den Zähnen übrigens schon viel früher in Ordnung bringen, aber die Produzenten von Clarissa dachten, dass sie mit den fehlenden Zähnen jünger aussehe und so verzögerten sie die Ausbesserung. Außerdem sei noch erwähnt, dass so ein künstlicher Zahn ganz schön viel Geld kostet. Es gibt in Melissas Familie allerdings noch einen kleinen genetischen Defekt. Melissas rechtes Augenlid ist etwas träge, aber man bermerkt dies nur, wenn sie müde oder krank ist. Bei ihrer Mutter und ein paar von den Geschwistern ist genau das gleiche.

Wie schon kurz zur Sprache gekommen war, ließen sich Melissas Eltern 1991 nach 25jähriger Ehe scheiden und Paula zog mit den Kindern nach New York City. Melissa hasste damals diese Stadt und beschuldigte ihre Mutter dafür. Melissa nahm es ihr übel, dass Paula jeden Abend zum Tanzen ging und sie auf die Kleinen aufpassen musste. Manchmal kam es sogar vor, dass Paula in der Früh noch aus war und dann musste Melissa die Mutter spielen und ihre Geschwister für die Schule fertigmachen. Dieses Jahr war für Melissa, wie auch für Paula eine sehr schwere Zeit. Eigentlich war es für die ganze Familie sehr schwer, denn die finanzielle Situation war damals extrem schlecht. Paula bewohnte mit ihren 5 Kindern ein kleines fensterloses, deprimierendes Appartment in Manhattan, das über einer Trockenreinigung lag. Sie waren damals so arm, dass sie sogar Toilettenpapier stehlen mussten, weil sie sich das nicht leisten konnten. Wenn die Familie damals schon so weit unter der Armutsgrenze lebte, ist es ja wirklich ein Wunder, dass sie nicht in irgendeinem Slum endeten. Aber wie es scheint hat sich für Melissa der 'American Dream' verwirklicht und heute ist sie vielfache Millionärin. Man kann ja viel über die unfaire Verteilung des Reichstums auf dieser Welt sagen, aber meiner Meinung nach hat den Wohlstand niemand eher verdient als Melissa. Auf jeden Fall vergönne ich es ihr aus ganzem Herzen. Um noch einmal auf die Scheidung sprechen zu kommen. Der Grund für die Trennung war die Arbeitssucht von Melissas Vater. Er war laut Paula ein unheilbarer Workaholic und auch Melissa beklagte, dass sie ihren Vater fast nie sah. Er war kein richtiger Bestandteil ihres Lebens und er war mehr eine Art guter Freund als ein Vater. William Hart interessierte sich angeblich auch nur wenig für das Showbusiness und unterstützte Paulas Bemühen in diese Richtung wahrscheinlich nicht voll. Das war der zweite Grund für die Scheidung, denn Paula ist sehr ehrgeizig und sie sagte später einmal, dass sie in ihrer Karriere nie so weit gekommen wäre, wenn sie sich nicht scheiden lassen hätte. Kurze Zeit nach der Scheidung lernte Paula dann den Friseur Leslie Gilliams aus New Jersey kennen, den sie 1994 heiratete. Aber schon vorher zog sie mit den Kindern nach New Jersey, in ein Haus mit 5 Schlafzimmern. Wie Melissa die Scheidung psychisch verarbeitete ist nicht bekannt, aber die gegenseitige Hilfe unter den Geschwistern half ihr und den anderen diese Zeit gut zu überstehen. Von da an sah Melissa ihren Vater zwar noch seltener, aber sie hat mit ihm trotzdem bis heute ein relativ gutes Verhältnis. Auch das Verhältnis zu ihrer Mutter besserte sich nach den schlimmen 'New Yorker Jahren' wieder.

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2. Clarissa explains it all

 

1990 war für Melissa ein sehr bedeutendes Jahr, denn damals entwickelte Mitchell Kriegman für Nickelodeon US eine neue Serie namens Clarissa explains it all (CEIA). Melissa wurde unter Hunderten von Bewerbern für die Hauptrolle ausgesucht, durch die sie in den folgenden Jahren national wie auch international bekannt wurde. Laut Rich Ross, Nickelodeons Vizepräsident für die Talentsuche, bekam Melissa die Rolle vor allem deswegen, weil sie einfach anders war, nicht kühl und reserviert. Es gab nichts Schlechtes an ihr. Von März 1991 bis Dezember 1993 wurden 4 Staffeln mit insgesamt 65 Folgen gedreht und Clarissa ist bis heute die erfolgreichste Serie, die Nickelodeon je produzierte. Die Quoten lagen 33% über dem Durchschnitt des Senders, bei den Wiederholungen sogar bei 83% (!). Schon bald war CEIA auch in anderen Ländern zu sehen, neben Europa und Südamerika sogar auch in Ländern wie dem Libanon, Syrien und Oman. Kritiker bezeichneten CEIA als frisch und intelligent, gelobt wurde vor allem das innovative Konzept der Serie, welches CEIA von all den anderen konventionellen Serien unterscheidete. Für ihre Arbeit in CEIA wurde Melissa dreimal mit dem 'Youth in Film Award' ausgezeichnet, desweiteren wurde sie als beste Schauspielerin für den 'Cable ACE Award' nominiert. Die Serie erhielt 1994 sogar auch eine Nominierung für den 'Primetime Emmy'. Manche meinen, dass die Serie etwas zu kindisch sei und sie wurde ja auch für den 'Kinder-Sender' Nickelodeon produziert. Es ist jedoch eine Tatsache, dass ein Drittel der Zuschauer über 18 Jahre alt ist! Mehr dazu hier.

Als sich Nickelodeon 1994 weigerte, mehr als 65 Folgen zu produzieren, wollte CBS die Serie weiterdrehen. Leider blieb es bei ganzen zwei Folgen, die genau dort ansetzen, wo CEIA endet (Clarissa ist nun in New York und arbeitet bei einer Zeitung. Sie redet wie in Clarissa üblich auch wieder mit der Kamera). Die beiden Folgen wurden auf insgesamt 24 Minuten gekürzt und im Dezember 1994 als Film Clarissa Now bei CBS, sowie bei Nickelodeon Amerika ausgestrahlt. Mit Clarissa begann wie bereits erwähnt Melissas Karriere und ohne diese Rolle wäre ihr Leben total anders verlaufen, womöglich wäre sie heute gar nicht als Schauspielerin bekannt. Die nun folgenden Texte befassen sich mit allen möglichen Themen zu Clarissa und ich habe hierzu sehr viele interessante Sachen gefunden. Alte Clarissa-Fans werden sicher vieles schon wissen, aber es ist erstaunlich, wieviele Informationen Donald Lancon über CEIA gesammelt hat. Donalds Homepage ist übrigens das Hauptquartier der internationalen MJH-Fanbewegung. Die folgenden Informationen stammen also hauptsächlich aus Donalds Archiven und von der deutschen CEIA-FAQ. Ich wünsche ein bildendes und vergnügliches Lesen.

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Allgemeine Informationen zu CEIA

 

Um was geht es bei CEIA?

Die Serie handelt von der Teenagerin Clarissa Darling (Melissa Joan Hart) und ihrer Familie. Dabei schüttet sie den Zuschauern oft ihr Herz aus und erklärt all die Dinge, die in ihrem Leben so vor sich gehen. Sie spricht meist direkt zur Kamera, so wie wenn sie sich mit dem Zuschauer persönlich unterhalten würde. Dieses geniale Konzept trug viel zum Erfolg der Serie bei und wurde bis zur letzten Folge beibehalten.

Ein weiterer Hauptdarsteller ist ihr jüngerer Bruder Ferguson (Jason Zimbler), ein lästiger kleiner Widerling, der besonders in den frühen Episoden alles daran setzt Clarissa schlecht aussehen zu lassen. Weitere Hauptrollen sind Clarissas Vater Marshall (Joe O'Conner), ein gelassener selbständiger Architekt und ihre Mutter Janet (Elizabeth Hess), eine mehr geradlinige, etwas leichtgläubige, gesundheitsfanatische Frau, die im örtlichen Kindermuseum arbeitet. Und dann ist da noch ihr bester Freund Sam (Sean O'Neal), der Clarissas (Schlaf-)Zimmer im ersten Stock immer über eine Leiter durch das Fenster betritt (zumindest fast immer).

Clarissa ist eine Freidenkerin - unabhängig, kreativ und intelligent. Sie möchte ihre eigenen Sachen machen und geht ihren eigenen Weg. Im Ganzen ist sie freundlich und sympathisch, aber sie kann auch egoistisch, engstirnig und manchmal richtig gemein sein, besonders wenn es gegen Ferguson geht.

Für einen großen Teil der Serie ist ihre große Leidenschaft das Autofahren, oder genauer gesagt, das Verdrängen der Tatsache, dass sie noch zu jung zum Fahren ist. Während Clarissa im Laufe der Serie heranreift, wird dieser Aspekt ihres Charakters weniger wichtig, während die Romantik, Selbstbestimmung, soziale Verantwortung und das Planen ihrer Zukunft immer mehr die Handlung dominieren. Die letzten Folgen beschäftigen sich dann mehr und mehr damit den Beruf der Journalistin als Clarissas zukünftige Karriere zu etablieren. Etwas, mit dem sie während der Serie mehrmals konfrontiert wird.


Der Karriereplan von Clarissa

Clarissas Art, uns über Dinge zu informieren, die um sie herum geschehen, hat sehr starke Ähnlichkeit mit der eines Reporters. Diese Aufgabe wurde in der Folge #05 überspitzt dargestellt, in der Clarissa ihre eigene Nachrichtenagentur führt und so ziemlich über jeden Vorgang im Darling-Haushalt berichtet und natürlich kommentiert. Am Ende der Folge kommt sie zu dem Entschluss, dass sie nicht objektiv berichten kann und sich deswegen bezüglich ihrer Zukunftspläne noch Zeit lassen sollte.

Die Folge #05 ist aus der ersten Staffel und natürlich entwickelt sich der Charakter von Clarissa erst noch, wobei sie allmählich feststellt, dass sie mit der Verantwortung einer Reporterin umgehen kann und Journalismus nicht immer mit Objektivität verbunden sein muss. Der Journalismus nimmt immer mehr Platz in Clarissas Leben ein, bis sie dann schließlich in der letzten Staffel eine Karriere als Journalistin plant (Folgen #55 und #63). Doch in den drei Staffeln zuvor war dies nicht immer der Fall. So arbeitete sie in Folge #11 beim Baxter-Beach-Karneval (nach langen Verhandlungen mit den Eltern), erkannte aber bald, dass dort zu arbeiten nicht so viel Spaß macht, wie sich dort die Freizeit zu vertreiben.

In Folge #23 meinte die Schulpsychologin, dass sie ihre Zukunft nicht ernst genug nehme. Dies ändert sich in der zweiten Staffel, als sie einen 'Crash Kurs' in Arbeiten erfährt (#31) und schließlich in Folge #43 zu Tage kommt, dass sie für die Schülerzeitung schreibt. Während der dritten Staffel legt sich Clarissa für eine Laufbahn als Journalistin fest. Man kann dies an den Folgen #55, #58, #62, #63 und #64 erkennen. Wobei sich gerade in Folge #64 herausstellt, dass Clarissa mit ihrer journalistischen Verantwortung gut umgehen kann und den Druck, den die Presse oft ausübt, für eine gute Sache einsetzt. Weiters werden mit zunehmender Reifung des Charakters auch die Streitigkeiten mit Ferguson immer weniger und ihre anfängliche Leidenschaft für das Autofahren tritt immer mehr in den Hintergrund (ungefähr ab Folge #54).

Siehe dazu auch die Clarissa-Episodenliste.

Wo spielt CEIA?

Die Serie selbst wurde in den Universal Studios in Orlando (Florida) gedreht, aber die Handlung spielt aller Wahrscheinlichkeit nach in Evanston, Illinois, das liegt ein paar Kilometer nördlich von Chicago. Folgende Gründe sprechen für diese Annahme:

Gibt es einen Pilotfilm?

Zu CEIA gibt es keinen Pilotfilm, aber die erste Folge wurde aus bisher nicht bekannten Gründen im November 1990 doppelt gedreht, wobei die erste Version nie gesendet wurde. Der Inhalt der beiden Folgen #01 ist angeblich gleich, aber die Besetzung der Rollen war vollkommen anders als später in der Serie. Es ist bekannt, dass außer Clarissa und Ferguson noch folgende Schauspieler mitspielten:
So spielte Nancy Youngblut (die Schulpsychologin in Folge #23) Janet, Terry Layman spielte Marshall und Daren E. Higgins Sam. Ursprünglich sollte auch Sean O'Neal (also Sam) die Rolle des Ferguson spielen. Die Gründe für all diese Änderungen sind nicht bekannt.


Welche Geschichte steckt hinter dem Namen Clarissa?

Mitchell Kriegman hat bis heute nicht verraten, von wem Clarissa ihren Namen bekam und in der amerikanischen MJH-Mailingliste gab es darüber schon viele Diskussionen. Die einzelnen Vermutungen lassen sich in drei Haupttheorien einteilen. So stammt der Name Clarissa möglicherweise

  1. von einem Charakter aus einer Episode der TV Show Remington Steele
  2. von einigen Romanen
  3. von den Namen der Schauspieler (Sean = Sam, Melissa = Clarissa).

Zu Theorie 1:

In der Episode Love Among The Steele der TV-Show Remington Steele sind zwei der Hauptdarsteller ein Paar, deren Namen Clarissa und Sam sind. Das ist eine auffallende Parallele zu CEIA, aber es kann auch nur ein Zufall sein.

Zu Theorie 2:

Es gibt einen Roman von Samuel Richardson aus dem 18. Jahrhundert, mit dem Titel Clarissa, sowie ein Buch von Virginia Woolf, in dem einer der Hauptcharaktere den Namen Clarissa trägt. Erwähnenswert ist weiters die Geschichte über eine gewisse Clarissa in Jean Arthurs Roman Mr Smith Goes to Washington. Jeder nennt sie bei ihrem Nachnamen Saunders, aber Jimmy Stewart möchte ihren Vornamen herausfinden und zählt eine lange Liste von Namen auf, bis sie ihn unterbricht und sagt 'Clarissa', woraufhin er lächelt und sie weiterhin wieder nur Saunders nennt.
Aber die interessanteste Vermutung betrifft Ray Bradburys berühmten Roman Fahrenheit 451. Dort kommt nämlich ein 16jähriges Mädchen namens 'Clarisse' vor und sie zeigt auffällige Ähnlichkeiten mit Clarissas Charakter. Sie ist auch eine Freidenkerin, sie ist kreativ und intelligent. Sie kümmert sich nicht darum, was andere Leute von ihr denken. Sie ist fast genauso wie unsere Clarissa.

Zu Theorie 3:

Clarissa und Melissa klingt fast gleich und auch Sams Name ist seinem echtem Namen Sean nicht gerade unähnlich. Für Theorie 3 spricht die Tatsache, dass die Serie beim Aussuchen der Schauspieler erst in der Entwicklungsphase war und man beim Vorsprechen ja irgendwelche Namen verwenden musste. Melissas Freunde sind sich der Ähnlichkeit dieser Namen übrigens sehr wohl bewußt und aus diesem Grund erhielt Melissa auch ihren Spitznamen 'Sa', was sich natürlich von MelisSA und ClarisSA ableitet.

Mitchell Kriegman, der sogar einmal einige Zeit auf der amerikanischen MJH-Mailingliste war, sagte, dass der Ursprung von Clarissas Namen ein Geheimnis sei, aber er zeigte sich beeindruckt auf was die Leute so alles gekommen sind. In dem einzigen Interview mit Kriegman, von dem Auszüge gleich folgen, kommt er auf diese Sache auch noch einmal zu sprechen, und zwar hier.


Mitchell Kriegman - der Erfinder von CEIA

Mitchell Kriegman ist der Erfinder und ausführender Produzent von Clarissa. Er hat auch viele Episoden selbst geschrieben und die Serie speziell für Nickelodeon entwickelt. Allerdings hatte er mit Nickelodeon öfters Reibereien, da ihm die Verantwortlichen dort nicht immer freie Hand ließen und sich in die Gestaltung der Serie einmischen wollten. Aber im Großen und Ganzen konnte er seine Vorstellungen verwirklichen und so diese geniale Serie schaffen. Kriegman war früher ein Video-Künstler und ist nun ein erfahrener Autor und Produzent, der auch schon für die Nickelodeon-Serien Rockos modernes Leben, Ren & Stimpy und die Rugrats Stories geschrieben hat. Weiters verfasste er Kurzgeschichten für den New Yorker und schrieb für Saturday Night Live, für die Zeichentrickserie Alf Tales und für die Disney Channel-Serie Mousterpiece Theater. Zusammen mit Mollie Fermaglich schrieb er auch das erste Clarissa Buch Clarissa's All-In-One Perfect Complete Book of Everything Important (Until I Change My Mind) und er ist bis heute im Fernsehgeschäft tätig. Kriegman war, wie schon vorher erwähnt, einige Zeit lang auch auf der amerikanischen MJH-Mailingliste und beantwortete dort viele Fragen. Der ganze diesbezügliche Mailverkehr wurde von Donald Lancon zusammengefasst und so entstand das wahrscheinlich wichtigste Dokument für jeden CEIA-Fan. Es folgen nun Auszüge aus diesem Interview mit Mitchell Kriegman und die folgenden Texte enthalten äußerst interessante Informationen, direkt von dem Mann, der CEIA entwickelte. Ich habe versucht, bei der Übersetzung nahe am Original zu bleiben, aber da Kriegman oft in tiefen Slang abrutscht, war das nicht immer möglich und ich versuchte jeweils eine schöne deutsche Entsprechung zu finden, die denn Sinn nicht veränderte. Außerdem gab Kriegman dieses Interview ja für die amerikanischen Fans und so kann es sein, dass er sich im Verlauf des Interviews auf für uns unverständliche Sachen bezieht.

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Auszüge aus dem Interview mit Mitchell Kriegman

 

Was können Sie uns über die Entwicklung von CEIA sagen? Wie gut ist Ihrer Meinung nach Melissa mit der Rolle als Clarissa umgegangen?

Die Entwicklungszeit dauerte nur etwa sechs Monate, was im Vergleich zu anderen TV-Shows relativ kurz war. Die Rolle des Sam war am schwierigsten zu besetzen. Ich wollte wirklich einen Jungen, der so cool war, dass er sich um nichts kümmert und fast genauso unabhängig ist wie Clarissa. Aber es ist nicht leicht 12-14jährige zu finden, die so sind. Der erste Sam war sehr schwierig und jeder sprach für Ferguson vor, bis schließlich Jason diese Rolle bekam. Sean bekam Sam vor allem wegen dem, was er mit seinen Haaren machte. Ich bat ihn den Raum zu verlassen und sein Haar in Unordnung zu bringen. Als er zurückkam, war er viel natürlicher. Ursprünglich war Sam auch imstande zur Kamera zu sprechen - er wusste immer um was es ging. Jody sprach auch für Clarissa vor und ich wollte, dass sie mehr Zugang zur Kamera hat, aber das war für alle schwer zu verstehen (Crew, Cast, etc.) und sie wurde durch den Regisseur und ich denke auch zu einem gewissen Grad durch Melissa eingeschüchtert.

Ich wusste sofort, dass Melissa richtig für ihre Rolle war. Vielleicht erzählt sie euch einmal die Geschichte über ihr Vorsprechen, wie sie damals einfach alle Fragen richtig beantwortete mit diesem verflixten Gürtel an ihrem Overall. Folgendes war der Grundgedanke der Rollenbesetzung: Normalerweise wählt man für diese Art von Rollen einen eher aufdringlichen, aggressiven Typ (wie Maiyam Bialik). Ich habe solche Mädchen kennengelernt, aber ich denke, es ist einfach zu viel, wenn ein Charakter so zum Publikum spricht, dass es sich angegriffen fühlt. Was man wirklich will ist jemand mit dem man sich identifizieren kann. Deshalb Melissa. Eigentlich wollte ich einen Clair-Danes-Typ, eine, die schon cool ist, aber Melissa hatte 'Licht und Magie' und diese Eigenschaft war mir am wichtigsten. Ich mochte Melissa nicht nur, weil sie eine unglaubliche Begabung zeigte, sondern auch weil sie einfach ein nettes, süßes, weißes Long Island Mädchen war (von Katie Beers Country). So machte ich sie cool ohne diese Qualitäten zu verlieren. Ich denke diese Mischung aus Coolness und Normalität war ausschlaggebend für den Erfolg. Anfangs wusste Melissa nicht ganz wie sie mit all dem umgehen sollte, speziell mit der Kleidung, die ich auswählte und auch mit einem Großteil des Textes, aber sie kam damit schon klar.

Zur Entwicklung von Clarissa: Ich hatte einen Vertrag mit Nickelodeon und sollte deren erste Sitcom entwickeln. Mein Ziel war es einen Charakter zu schaffen, der symbolisch zum Network passt und dem Network eine Persönlichkeit gibt. (Anmerkung: Nickelodeon ist ein Sender, der zum Network Television gehört.) Zu dieser Zeit hatten die dort keine Stars, keine Zeichentrickserien und keine eigenen Charaktere. Meine erste Idee war: "Ich hab's euch ja gleich gesagt". Dies sollte vom Standpunkt eines Mädchens aus gesagt werden, das über die Dinge berichten sollte, die im Laufe eines Tages so alle geschehen und sie würde jede Episode beenden, indem sie sagt: "Ich hab's euch ja gleich gesagt". Ursprünge für diese Idee stammen unter anderem von Harriet the Spy, Leave it to Beaver und auch von meiner Zeit als Künstler und Video-Artist (zur Kamera zu reden, war immer ein Kennzeichen meiner Arbeit).

Wo wir gerade dabei sind, lasst mich was über das Reden mit der Kamera sagen: Ich habe nie in Betracht gezogen, dass wir die 'vierte Wand' durchbrechen. Ich denke nicht, dass es im Fernsehen eine vierte Wand gibt. Das ist eine theatralische Konvention. Wenn Dan zur Kamera spricht, durchbricht er nicht die vierte Wand. Wenn David Letterman seine Monologe abhält, durchbricht er nicht die vierte Wand. Kurz gesagt, die sprechen einfach zu euch, sie geben euch Neuigkeiten. Das ist vielmehr eine fernsehtechnische Ausrichtung, als eine theatralische.

Zum Entwicklungsprozess: Zuerst gab es die übliche dumme Entwicklungsprozedur - könnte Clarissa schwarz sein und solches Zeug (natürlich haben die von Nickelodeon nicht kapiert, dass dann auch die ganze Familie schwarz gewesen wäre). Das schlimmste war aber, dass die Nickelodeon-Leute, obwohl sie meine Entwürfe liebten, besorgt darüber waren, dass ein Mädchen-Charakter von einem Mann geschrieben wurde. Ich hatte viel zu tun, um die von mir zu überzeugen. Zum Höhepunkt in diesem Streit kam es während der Episode #07 Ferguson in Not / Bully. Die Nickelodeon-Leute hatten zahlreiche Einwände dagegen, dass Clarissa aufsteht und die Sache auskämpft (wobei sie ja schon alles probiert hat, um einen Kampf zu vermeiden, z.B. Juckpulver). Die von Nickelodeon sagten, dass ein Mädchen nie wirklich gegen einen Jungen kämpfen würde, was natürlich Blödsinn ist. Schlussendlich weigerte ich mich die Episode zu ändern und heute wird die Show stolz auf Feministinnen-Konferenzen präsentiert.


Was können Sie uns darüber sagen wie Melissa die Rolle der Clarissa bekam? Wieviele Callbacks gab es? Haben Sie sie persönlich ausgewählt?

Melissa hatte einen Callback und der war exzellent. Ich habe mit Genehmigung von Nickelodeon den ganzen Cast persönlich ausgewählt. Niemand hat meine Entscheidungen angezweifelt. Geoffrey Darby, der damals das Sagen hatte, unterstützte meine Entscheidung für Melissa.


Wieso ist CEIA so erfolgreich und wieviel von dem Erfolg führen Sie auf Melissa zurück?

Melissa hatte viel mit dem Erfolg zu tun. Besonders was Melissa in den Charakter der Clarissa einbrachte, war so wichtig. Sie war nie Clarissa. Sie spielte es nur, aber ich schnitt die Rolle ständig auf sie zu, damit sie sich gut hineinversetzen konnte. Ich denke in der ersten Staffel wusste sie nicht ganz, wie sie mit dieser Rolle umgehen sollte - die Kleidung, das Verhalten gegenüber den Eltern, die Sprache und außerdem mag sie keine Computer. Aber ihre Fähigkeit mit allem klar zu kommen ist wirklich toll. Als sie dann ihren Long Island Akzent in den Griff bekam, ging immer alles ohne größere Probleme. Der Charakter der Clarissa an sich, so wie er geschrieben war, konnte auch sarkastisch, ja sogar verhöhnend und beleidigend sein, aber wenn Melissa das dann spielte, war es immer eher nett, anständig und verständnisvoll. Diese Qualität erlaubt es mir den Text und ihr Verhalten noch weiter in diese Richtung zu verstärken, ohne dass sie unausstehlich wurde. Außerdem wurden so die Kritiker von Nickelodeon beruhigt, die überraschenderweise etwas gegen ein freimütiges Mädchen hatten. Weiters gab es viele Beispiele für die wirklich gute Zusammenarbeit zwischen mir und Melissa. Viel Zeug, das ich Melissa tun ließ, existierte schon in meiner Zeit als Video-Artist und sie tat diese Dinge viel besser, als ich es je konnte. Schließlich entwickelte sich dieses 'Sprach-Ding' zwischen uns, so dass sich die Wörter, die ich schrieb und die sie sprach einfach auf wunderbare Weise zusammenfügten. Das ist die tollste Erfahrung, die ein Autor haben kann. Trotzdem war sie öfters (zu) bequem und ich musste sie ein wenig antreiben (Fernsehen ist harte Arbeit).

Stars werden immer als die 'Stars' ihrer Shows gesehen. Ich denke, dass CEIA generell eine neue Richtung für Sitcoms repräsentierte, z.B. kürzere Szenen, schnellere Dialoge, praktisch keine Lachmaschinen, Graphiken, Fantasie, Musik und Audio-Effekte, keine vierte Wand und viel mehr Story. Manches von dem wurde von anderen aufgenommen, vieles aber auch ignoriert. Die Drehbücher und die ästhetische Arbeit ließen die Show teurer ausschauen, als sie war.


Wer war das Vorbild für den Charakter von Clarissa?

Ich habe früher schon ein paar Quellen erwähnt, aber wenn man eine Show wie diese macht, bringt man mit der Zeit viele Sachen ein. Meistens persönliche. Es war viel annehmbarer, wenn man ein Mädchen kreiert, das anders und klug ist, als wenn man einen Jungen kreiert, der kein perfekter kleinen Mann ist. Ich habe viel von meinen eigenen Erfahrungen eingebracht, ich habe mir meine Frau als Kind vorgestellt und dann immer wenn es ging Melissa integriert. Nach einer Weile entwickelte das Ganze dann ein Eigenleben. Aber man muss sich auch daran erinnern, dass Melissa immer ihr eigenes Alter spielte, was im Fernsehen nicht immer der Fall ist, und das machte ihre Rolle um vieles realer.


Was ist der ethnische Hintergrund der Darlings? Von wo kommt der Name Darling? Was hat es mit den Namen Clarissa und Ferguson auf sich?

Zum Namen Ferguson: Vor längerer Zeit, als ich ein Performance-Artist war, habe ich eine Serie von Audio-Kassetten gemacht. Die Charaktere hießen Janet und Marshall (den spielte ich). Janet war eine alleinerziehende Mutter, die ein ziemlich schwieriges Kind namens Ferguson hatte. In dem New Yorker Studio, in dem ich damals arbeitete, gab es eine Katze mit dem Namen Ferguson. Sie war genau wie der Charakter den ich zu dieser Zeit kreierte. Ich dachte, der Name passt gut zu jemanden, der frustrierend ist - FERGUSON! Das hört sich toll an, wenn man es schreit.
Zum Namen Clarissa: Das ist ein dunkles Geheimnis, das ich nicht lüften will, aber lassen Sie mich sagen, dass weder ich noch der Charakter Clarissa diesen Namen als cool oder gut betrachtet hat. Wenn Sie die Pilotfolge anschauen, merken Sie, dass Clarissa ihr Gesicht verzieht, um sich für diesen dummen Namen zu entschuldigen. Ferguson und Clarissa sind keine coolen Namen, sie sind eine Last für die Charaktere und genau deshalb mochte ich sie. Clarissa ist nur durch den Erfolg der Serie zu einem coolen Namen geworden. Janet ist von Kanada und ich stellte mir immer vor, dass sie einen Onkel Ferguson hat. Darling ist von Peter Pan.


Wie war das drehen? Gab es viel Spaß am Set? Verstanden sich die Schauspieler gut und gab es viele witzige Situationen?

Ich war immer sehr gerne am Set, es gab eine familienähnliche freundliche Atmosphäre, besonders in der ersten Staffel. Jeden Freitag gab es eine Party und es war toll. Purpur war der große Witz, ich erkläre es: Ich mag Purpur nicht und ich habe es nie in der Show erlaubt, obwohl man es hin und wieder sieht. Ich denke nicht, dass Purpur eine gute TV-Farbe ist und ich habe auch eine Farbenskala mit pink und blau entwickelt (symbolisch für Mädchen/Junge). Purpur vermischt nur pink und blau. Wie auch immer, ich erklärte nie, wieso ich gegen Purpur bin, ich sagte einfach entschieden nein. Mit der Zeit wurde es ein großer Spaß, wenn jemand Purpur trug und einmal trug wirklich jeder am Set Purpur - ich habe es ignoriert. (Später bei ABC habe ich mich aber geweigert in einem Büro zu arbeiten, dass purpur war.) Aber das Ganze hatte sogar auch einen Nutzen für mich. Jeder Regisseur wird als autoritär angesehen, egal was er sagt. So habe ich das mit dem Purpur als Witz benutzt, um mit den anderen ein gutes Verhältnis zu bekommen. Sie müssen sich daran erinnern, dass ich damals eine Crew hatte, die nie zuvor eine Sitcom gemacht hatte und so war es mein Einfall dieses eigenwillige Verhältnis aufzubauen, dass ein Produzent zu seiner Crew hat.


Können Sie erklären, wieso fast ein Drittel der Zuschauer von CEIA über 18 Jahre alt ist? Was war eigentlich das Zielpublikum für CEIA?

Folgendes habe ich mir bei der Show vorgestellt: #1 - Meine Drehbücher haben immer zwei Prämissen - das heißt jede Episode hat eine Teen-Prämisse, durch welche die Episode gelenkt wird und eine Erwachsenen-Prämisse, die sich nicht mit dem Teen-Level überlagert, dem Ganzen aber Tiefe, Resonanz und auch noch Humor gibt. Somit spricht die Show Kinder als auch Erwachsene an. #2 - Clarissa ist zuerst einmal eine Person (nicht nur ein Kind oder ein Mädchen), ihre Probleme sind immer Probleme eines Teenagers oder anders gesagt typische Lebenssituationen und das spricht jeden an. #3 - Die Show wurde so entwickelt, dass sie Jungen und Mädchen gleichermaßen anspricht. Aus diesem Grund überrascht es mich nicht, dass 20%-30% der Zuschauer Erwachsene sind und die Show von Jungen und Mädchen zu jeweils 50% gesehen wird. Zuerst strebte man Kinder als Publikum an, aber dann auch ältere Zuschauer. Das hat sich nie geändert. Ich habe die Show immer wie eine erwachsene Sitcom behandelt. Da war nie etwas Kindisches oder Abgeflachtes an der Show. Ich habe hart mit Nickelodeon (meistens vergeblich) und mit der Presse (sehr erfolgreich) gearbeitet, um für die Show eine gleichberechtigte Position im Network zu bekommen.


Hat es einen besondere Bedeutung, dass Sam Clarissas Zimmer immer durch das Fenster betritt?

Ich dachte einfach, dass ist eine cooler Art für einen Freund seine Freundin zu besuchen - nichts Freudianisches hier. Als Clarissa älter wurde, wurde es mit der Zeit für jeden etwas unangenehm, aber ich dachte immer noch es ist cool.


Manche sagen, dass sich Sam nicht stark genug bemüht hat seine Beziehung zu Clarissa zu vertiefen. Kommentare?

Nickelodeon wollte eine Serie, die für Kinder geeignet ist und das war auch mein Ziel in den ersten beiden Jahren. Da sie sich selber als Kinder-Sender sehen, haben sie die Show nie als Teen-Show akzeptiert. Die Beziehung zwischen Sam und Clarissa war zu schwierig, um sie zu vertiefen und es ist gefährlich mit der Dynamik einer Sitcom herumzuspielen. Die Show wäre nur noch auf diese Beziehung fixiert gewesen und es war eigentlich keiner dafür diese Beziehung zu vertiefen.


Was können Sie uns über den CEIA-Vorspann sagen?

[Anmerkung: Der hier besprochene Vorspann wurde nie auf Nickelodeon Germany gezeigt.]
Ich hatte nicht das Geld um die Titel so zu machen, wie ich wollte und so nahm ich einfach einen weißen Hintergrund und ein paar Kostüme. Die wichtigste Geschichte über den ersten Vorspann betrifft die Basketball-Szene. Es wollte mit der Show immer ganz bewusst gleichermaßen Jungen und Mädchen ansprechen, das war mir wichtig. Melissa musste in dieser Szene einen Basketball drippeln und sie hat halt wie ein Mädchen gedrippelt, nicht wie ein Basketballer. Ich wusste, dass ein Junge sofort wegschalten würde, wenn er sowas sieht. Also habe ich das Ganze einfach so zusammengeschnitten, so dass es aussieht, als würde sie den Ball gut drippeln. Ich hatte nicht das Geld um einen eigenen Nachspann zu machen und nachdem ich darüber nachgedacht hatte, entschied ich den Vorspann einfach rückwärts laufen zu lassen. Auch Rachels Musik war sehr wichtig und sie hat auch schon gute Musik für andere Sachen gemacht. Blossom hat übrigens einmal einfach einen Teil unserer Titel übernommen und Nickelodeon wollte klagen. Ich fand das eher schmeichelnd und schlug vor, einfach neue Titel zu entwerfen. Schließlich habe ich vom Budget noch ein wenig Geld herausgepresst und entwickelte neue Titel, die von David Roofthooft produziert und von Nickelodeon editiert wurden.


Welche Faktoren bewirkten nach 65 Episoden das Ende von CEIA?

Nickelodeon hat nach 65 Folgen ohne guten Grund aufgehört. Obwohl sie lukrative Angebote bekommen haben, weigerten sie sich weiterzumachen. Das war einfach nur schlechte Geschäftsführung auf deren Seite.

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Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Clarissa und Melissa

 

Im Jahr 1993 gab es auf Nickelodeon eine Sendung namens When is Clarissa, Melissa? und wie der Name schon sagt, ging es da um Melissa und ihre Rolle in CEIA. In dieser Sendung sprach Melissa viel über sich und auch über ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Clarissa. Es folgt eine kurze Zusammenfassung von dem, was Melissa damals sagte:

»Clarissa ist eine typische Teenagerin, die genau weiß was sie will. Sie ist klug, ziemlich reizbar, voller Energie und sehr lebhaft. Aber es gibt viele Unterschiede zwischen ihr und mir. Clarissa steht auf's Autofahren, ich mag eher Massentransportmittel: U-Bahnen! Clarissa kleidet sich etwas seltsam, ihr Stil ist lustig, einfallsreich und sie setzt keine Grenzen. Mein Stil ist mehr städtisch. Clarissa mag Computer, ich mag sie nicht besonders. Ich mag Lichteffekte, Kameras, etc. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten zwischen mir und Clarissa. Mein Geschmack ändert sich auch dauernd, genau wie bei Clarissa.« [Es folgte ein kurzes Videoclip über Sam.] »Sam ist Clarissas bester Freund, er und Clarissa reden in der Show über alles. Der Name meines echten Freundes ist Mike, er ist 6'2'' und er surft gerne. Er ist so ein richtiger Surfertyp. Clarissa mag ja den Wettermann, das ist ein Beispiel dafür, dass sie anders ist. Sie ist nicht dem Kapitän der Footballmannschaft verfallen, sondern sie mag halt einfach den Wettermann. Nach Clarissa würde ich gerne irgendeine gute Rolle in einem Film machen. Ich weiß nicht, wie gut ich in einem Drama wäre, aber ich würde es gerne probieren. Ich würde auch gerne einmal selber Regie führen und etwas Eigenes produzieren. Das Beste an der Schauspielerei ist die ganze Familie mit der man zusammen ist, die Crew, der Cast, die Mitarbeiter. Ja, man hat auf jeden Fall Spaß. Es ist nicht so schwer, ich denke jeder könnte es tun.« [Sie macht eine Pause, verzieht ihr Gesicht und lacht.] »Das hätte ich vielleicht nicht sagen sollen!«

Melissa hat auch schon bei anderen Gelegenheiten über sich und Clarissa gesprochen. »Wenn Clarissa neue Leute trifft, hat sie als erstes immer einen negativen Eindruck und ihre Haltung ist: 'Erwarte das Schlimmste und du wirst nie enttäuscht sein'. Ich bin nicht so.« Clarissa sagt aber auch 'Gib nicht dem Gruppendruck nach und vergeude nicht dein Leben' und das ist auch Melissas Meinung. Sie sagt: »Clarissa ist ein gutes Vorbild, denn sie zeigt den Kindern, dass sie nicht dem Gruppendruck nachgeben sollen. Ich mag sie, unsere Zimmer sehen ähnlich aus. Wir mögen auch größtenteils die gleiche Musik, allerdings mag sie 'They Might Be Giants' mehr als sich. Ich mag am liebsten R.E.M.«

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Melissas Leben am Set von CEIA

 

Als Melissa 1990 die Hauptrolle in Clarissa explains it all bekam, war das die größte Zäsur ihres bisherigen Lebens. Die nächsten vier Jahre verbrachte sie meist am Set in Orlando, Florida und ihre Jugendzeit ist untrennbar mit Clarissa verbunden. Generell war Melissa froh über diese Arbeit, denn sie liebte die Schauspielerei und das hat sich ja gottseidank bis heute nicht geändert. Allerdings wollte sie einmal schon beinahe damit aufhören, aber dazu komme ich noch. Weiters wurde Melissas Karriere erst durch CEIA in Schwung gebracht und als Clarissa wurde sie international bekannt. Ihre Mutter ist übrigens keine von diesen drängenden Showbuiz-Müttern, die aus ihren Kindern unbedingt Stars machen wollen. Paula hat immer darauf geachtet, dass Melissa am Set auch gut aufgehoben war. Zu dieser Zeit hat Paula auch die Arbeit mit anderen Casting-Kunden eingestellt, um sich voll auf Melissas Karriere konzentrieren zu können. Melissas Bezahlung war übrigens am Anfang nicht besonders hoch, denn Nickelodeon ist ja ein Network-Sender und hat somit keine großen finanziellen Mittel. Wieviel Melissa durch CEIA verdiente ist nicht bekannt, aber Seriendarsteller verdienen meistens überdurchschnittlich gut. Meiner Meinung nach ist das auch völlig gerechtfertig, denn nichts ist anstrengender als ein Drehtag fürs Fernsehen. Melissa konnte von ihrem dort verdienten Geld am Anfang nicht viel selbst behalten, denn sie musste ihre Familie unterstützen, die damals finanziell nicht gerade gut gestellt war. Eigentlich hat die gesamte Familie Hart Melissa sehr viel zu verdanken, denn sie waren alle sehr auf Melissas Einkommen angewiesen. Nun aber wieder zurück zur Serie an sich: Für jede Episode war genau eine Woche vorgesehen. Von Montag bis Mitttwoch wurde geprobt und von Donnerstag bis Samstag gedreht. Nur der Sonntag war frei und Melissa nützte diesen Tag meistens zum Schlafen. Nach so einer Arbeitswoche ist man einfach erschöpft. Weiters sah der generelle Drehplan meistens drei Arbeitswochen vor, denen zwei freie Wochen folgten. So konnte Melissa ihre Freizeit mit der Familie auf Long Island verbringen und dort war sie dann sie selber und nicht Clarissa. Melissa sagte oft, dass sie sich von Clarissa eigentlich sehr unterscheide. Während der Dreharbeiten in Orlando bewohnte sie eine Eigentumswohnung, die von Nickelodeon zur Verfügung gestellt wurde. Manchmal war ihre Mutter bei ihr, aber oft kümmerte sich ein Kindermädchen um sie. Allerdings hielt sie sich nicht oft in dieser Wohnung auf, sondern verbrachte die meiste Zeit am Set. In den Drehpausen liebte sie es in Gifford's Büro Videospiele zu spielen und in Florida machte sie auch ihren Führerschein.

Neben den positiven Aspekten gab es an CEIA aber auch negative Seiten und diese belasteten Melissas Leben im Laufe der Zeit ziemlich schwer. Nicht wenige Kinderstars haben ihre ganze Jugend verloren, weil sie die meiste Zeit nur gearbeitet haben. Ganz so schlimm war es bei Melissa nicht, aber es ging in diese Richtung. Melissa beklagte oft, dass sie nie eine richtige High School erlebte und noch viel schlimmer war, dass sie so gut wie nie Umgang mit Gleichaltrigen hatte. Die meiste Zeit war sie von Erwachsenen umgeben und sie hätte in Florida gerne eine Freundin gehabt, aber laut Mitchell Kriegman fand sich nie die richtige. Melissa verpasste beinahe das ganze gesellschaftliche Leben eines normalen amerikanischen Teenagers, sie war ziemlich selten mit anderen Jugendlichen bei Parties oder Tänzen. Aus diesem Grund fühlte sie sich immer ein wenig gehemmt, wenn sie einmal mit Gleichaltrigen zusammen war. Das hielt auch noch nach dem Ende von CEIA an und selbst 1999 fiehl es Melissa noch viel leichter mit Älteren beisammen zu sein, anstatt mit Gleichaltrigen. Wie schon vorher angesprochen, verließ Melissa mit 14 Jahren die Sayville Junior High School, da sie durch die Arbeit am Set von CEIA voll in Anspruch genommen wurde. Sie gab außerdem auch noch das Ballett auf, das sie damals lernte. Melissa erwähnte schon öfters, dass sie gerne eine Ballerina geworden wäre, wenn sie sich nicht auf die Schauspielerei konzentriert hätte. In den nächsten Jahren wurde sie hauptsächlich von Privatlehrern unterrichtet, aber sie ging auch zeitweise auf die Professional Children's School in Manhattan. Am Set in Florida bekam sie ein spezielles High School Programm mit 15 Unterrichtsstunden pro Woche. Diese Form von Unterricht war in manchen Dingen einfacher, in manchen schwerer. 15 Stunden waren nicht viel, aber sie waren alle mit einem Privatlehrer, Stunde für Stunde. In einer normalen Schule ist man in einer Klasse nur einer unter vielen, aber bei einem Privatlehrer muss man jede Sekunde konzentriert sein.

Aber diese Schulstunden waren nicht die größte Arbeit am Set, das Drehen ist bekanntlich auch sehr anstrengend. Melissa arbeitete also um einiges mehr als die Erwachsenen und ihr wurde eine unglaubliche Belastung zugemutet. Sie musste ihren (in CEIA immer sehr umfangreichen) Text lernen, den ganzen Tag drehen und als dann die anderen Schauspieler am Abend ihre verdiente Freizeit genossen, hatte Melissa noch ein paar Schulstunden. So vergingen jeweils drei Arbeitswochen und ich kann mir gut vorstellen, wie sehr sich Melissa auf die freien Wochen freute. Aufgrund des Drehplans konnten die Schulstunden meist nur am späten Abend oder am frühen Morgen stattfinden, was die Situation noch verschlimmerte. Das alles wurde Melissa mit der Zeit zuviel und sie wollte nicht mehr andauernd arbeiten. Sie wollte auch Spaß haben. Am Ende sagte sie einfach nur noch ihren Text herunter, so wie sie es gewohnt war, und wenn die Leute lachten, fragte sie sich: »War das jetzt lustig?« Aus diesen Gründen war es ihr gar nicht so unrecht, als CEIA 1994 nicht mehr weitergedreht wurde. Kurz vor dem Ende der Serie machte Melissa ihren High School Abschluss und an den Schulen wird dies immer mit einer stimmungsvollen Zeremonie gefeiert. Da Melissa aber privat unterrichtet wurde, konnte sie auch das nicht erleben, aber die Crew bemühte sich, diesen Tag würdig zu begehen. Das Set wurde auf Hochglanz gebracht, ein Podium wurde aufgebaut, Melissa bekam ein (gefälschtes) Diplom, eine Robe und eine Kappe. Reden wurden gehalten und Kuchen wurde gegessen. Dieser Tag war für Melissa auch eine große Erleichterung, denn nun konnte sie sich ganz auf die Schauspielerei konzentrieren. Durch den Wegfall der Unterichtsstunden fiel es ihr viel leichter den Text zu lernen.

Dieses Kapitel könnte nun den Eindruck erwecken, dass Melissa in Orlando eine ziemlich schlimme Zeit erlebt hatte. Das kann man nicht so sagen, denn CEIA war für Melissas Leben sicher sehr gut und es hat ihr viel gebracht. Sie erwähnte oft, wie gern sie bei CEIA mitmachte, aber auf der anderen Seite wurde ihr auch viel Arbeit zugemutet, manchmal zuviel.

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CEIA Now

 

Wie schon erwähnt, weigerte sich Nickelodeon im Jahre 1994 mehr als 65 Folgen von CEIA zu produzieren. CBS wollte die Serie weiterdrehen, aber es blieb bei ganzen zwei Folgen, die genau dort ansetzen, wo CEIA endet. Clarissa ist nun in New York und arbeitet bei einer Zeitung. Sie redet wie in Clarissa üblich auch wieder mit der Kamera. Die beiden Folgen wurden auf insgesamt 24 Minuten gekürzt und im Dezember 1994 als Film Clarissa Now bei CBS, sowie bei Nickelodeon Amerika ausgestrahlt.

Die Handlung:

Clarissa versucht ihren ersten Arbeitstag bei der Zeitung 'New York Star Chronicle' zu überstehen. Sie ist die Assistentin des etwas eigenartigen Kolumnisten Hugh Hamilton. Sie gerät in den Streit hinein, der schon lange zwischen ihrem Boss und der Verlegerin der Zeitung herrscht. Inzwischen weigert sich ein neu eingestellter, aber langmütiger Reporter-Lehrling, einen ihrer Artikel zu verwenden.

Die wichtigsten Charaktere:

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Die Jahre 1990-1993

 

Die Jahre 1990 bis 1993 waren unzweifelhaft von CEIA charakterisiert und so haben auch die meisten TV-Auftritte Melissas in jener Zeit indirekt mit CEIA zu tun. Die Mehrzahl dieser Auftritte machte Melissa für Nickelodeon, aber sie war auch bei anderen Projekten beschäftigt.

Im Jahr 1991 wirkte Melissa in der Nickelodeon-Spielshow Get the Picture mit. Sie trat allerdings nicht als sie selber auf, sondern als Clarissa. Ihr Partner war der ebenfalls aus CEIA bekannte Sam. Über diese Spielshow ist leider so gut wie nichts bekannt, es scheint sich aber um eine Benefiz-Veranstaltung gehandelt zu haben. Der Moderator stellte übrigens ein paar interessante Fragen. Sean O'Neal (Sam) erzählte davon, dass er gerne laufen geht (allerdings nicht in einem Cross Country Team) und Melissa bejahte, dass sie in New York gerne an den Strand geht, um ein bisschen herumzuhängen und Jungs aufzureißen.

Ein Jahr später sendete Nickelodeon eine Spielshow direkt von einer Schule und Melissa stellte ein paar Fragen an Schüler. Zum Beispiel: »Hast du jemals geträumt deine eigene Schule zu kontrollieren?«, »Hast du jemals persönlich einen Überfall erlebt?« und »Wenn Lehrer von eindringenden Nick-Truppen festgenommen werden würden, würden sie dann Geheimnisse verraten?« Die Sendung hieß übrigens Nick Hit List ('Nick Takes Over Your School').
Im August 1992 strahlte Nickelodeon die Spielshow Arcade aus, an der die ganze Familie Darling aus CEIA teilnahm. Diese Show war also mehr oder weniger eine Werbung für CEIA. Ebenfalls im selben Jahr fand die Spielshow Super Special Double Dare statt. Melissa trat zusammen mit einem unbekannten Mädchen gegen Jason Zimbler (Ferguson) und einem unbekannten Jungen an. Wie die Show ablief, ist leider nicht bekannt, denn sie wurde noch nie in Deutschland gesendet. Donald Lancon schreibt jedenfalls, dass die zwei Mädchen zwar zunächst mehr Punkte machten, am Ende jedoch Jasons Team gewann. Der Moderator fragte Melissa auch, ob sie gerne bei CEIA arbeite und sie bejahte dies. Die meisten der anderen Kanditaten und auch der Moderator sagten, dass sie CEIA sehr gerne anschauen würden.

Im Jahr 1993 wirkte Melissa dann in einer Episode der Nickelodeon-Serie Are You Afraid of the Dark? mit und zwar in Folge 2.8 ('The Tale of the Frozen Ghost'). Melissa spielte die Babysitterin Daphne, die auf einen reichen Jungen aufpasst. Sie muss die Zeit mit seinen komischen Tanten auf einer Farm verbringen, wo sie dem Geist eines vor Jahren erfrorenen Jungen begegnet. Diese Serie wurde unter dem Titel Gruseln, Grauen, Gänsehaut auch auf Nickelodeon Deutschland ausgestrahlt. Im Juni dieses Jahres trat Melissa dann in der ABC-Show America's Funniest People auf. Dort bekam sie allerdings nur sehr wenige Möglichkeiten etwas zu machen und die Show war wenig beeindruckend. Das einzig Erwähnenswerte ist die Ausbesserung ihrer Zahnlücke, allerdings nur auf der linken Seite. Mehr zu der Sache mit den Zähnen findet man hier.

Ich verlasse nun für kurze Zeit die Chronologie und komme zu einem anderen Thema. Im folgenden Kapitel geht es um Melissas Liebesleben und die meisten diesbezüglichen Informationen stammen aus einem BIG Magazine Artikel vom 18. April 1995. Ich denke, es ist am besten mit Melissas erstem Kuss anzufangen. Sie sagt darüber folgendes: »Es war kurz bevor ich anfing Clarissa zu drehen. Da gab es diesen Jungen, den ich schon zwei Jahre lang mochte und ich wollte, dass er der erste ist. Ich wartete zwei Jahre! Meine Freundin fragte ihn, ob er mich küssen könnte, da er keine Ahnung hatte, dass ich ihn mochte. Er und ich saßen auf seinem Skateboard und er lehnte sich einfach herüber und küsste mich. Ich dachte damals, das sei das Peinlichste was es auf der Welt gibt.«

Melissas erste richtig große Liebe war ein gewisser Mike, der ein Jahr älter war als sie (also Jahrgang 1975). Über ihn ist so gut wie nichts bekannt, aber laut Melissa war er damals 6'2" groß und soll so ein richtiger Surfer-Typ gewesen sein. Die beiden lernten sich während Melissas CEIA-Zeit kennen, also wahrscheinlich irgendwann zwischen 1991 und 1992. Für Melissa war es Liebe auf den ersten Blick und laut eigener Aussage dachte sie sich damals: »Ich will dieses Kind, er wird mein Freund werden!« Melissa war zwar damals noch mit einem anderen Jungen beisammen, aber in jener Nacht war er 1½ Stunden zu spät und Melissa ärgerte sich sehr. Also hängte sie mit Mike herum, ging mit ihm zu Konzerten und andere Veranstaltungen. Schließlich machte sie mit ihrem alten Freund Schluss und 4 Tage später küssten sich Melissa und Mike zum ersten Mal. Melissa sagt dazu: »Unser erster Kuss war in einem Auto vor einer roten Ampel, also musste ich schnell sein. Er saß am Steuer und ich lehnte mich einfach herüber und küsste ihn.« Melissa erzählte auch noch ein paar andere Einzelheiten über ihre Beziehung mit Mike. Ihr romantischtes Erlebnis beschreibt sie so: »Einmal, als Mike zu mir nach Florida flog, machte ich ihm Abendessen. Ich machte Spaghetti, aber da es mein erster Vesuch war, wurden die nicht so gut. Wir nahmen uns eine Flasche Wein, ich zündete ein paar Kerzen an und wir liehen ein Video aus. Es war wunderbar.« Aber es gab auch peinliche Momente: »Es ist peinlich zu sagen, dass ich Mike einmal extra ausfliegen lassen habe, nur damit er mich während den Dreharbeiten in Florida sehen kann. Es war dumm, aber ich denke damals war das romantisch. Ein anderes Mal war ihm schlecht und er übergab sich. Ich musste seinen Rücken reiben, während er alles vollspie. Das war ziemlich peinlich.«

Ein Beweis für die große Innigkeit dieser Beziehung ist folgende Aussage Melissas: »Ich schrieb die ganze Zeit Liebesbriefe an Mike. Ich habe Magazine ausgeschnitten, zusammengeklebt und verschickt. Ich schrieb meistens 'Dear Mike I love you' und zeichnete Bilder von Aladdin, was sein Lieblingsfilm war. Das Süßeste, was er je für mich machte, war eine Vase aus dem Kunstkurs (in der Schule). Damals habe ich das nicht so gewürdigt, aber ich schaute mir die Vase kürzlich an und dachte, 'mein Gott, das ist wirklich schön.'« Das Glück der beiden hielt aber nicht für ewig und auch darüber erzählt Melissa. »Es endete vor ungefähr neun Monaten [Anm.: das war etwa im Juli 1994] - wirklich unordentlich. Er log mich an und er betrog mich. Es zerbrach einfach alles, weil er auch andere Leute sehen, aber mich nicht verlieren wollte. Und dann betrog er mich. Ich wusste, dass da etwas vorsich ging, aber ich wusste nicht, dass er mich betrog. Plötzlich ließ er mich nicht mehr mit seinen Freunden herumhängen und er wurde verschlossener. Ich dachte, er will nur mehr Freiraum.« Melissa wurde dann auch gefragt, ob sie jemals wieder zu ihm zurückgehen würde, worauf sie folgendermaßen antwortete: »Ich habe mit ihm schon wieder gesprochen und wir verstehen uns eigentlich ganz gut. Wir wollten wieder Freunde sein, aber er ging zurück zur Schule und rief mich nicht mehr an. Also werde ich auch nie mehr mit ihm sprechen. Ich vermisse es aber keinen engen Freund mehr zu haben, weil wir über alles gesprochen haben. Wenn ich mir zum Beispiel die Haare schneiden will, denke ich mir 'Oh, ich rufe Mike an und frage ihn' und dann merke ich erst 'Oh, er ist ja nicht mehr mein Freund'.«

Melissa sagt weiters, dass sie selber nie untreu sein würde, nicht nachdem was ihr Mike angetan hat. Wenn es ihr mit einem Freund erst sei, dann sei sie ihm gegenüber auch verpflichtet. Vielleicht interessiert es euch auch, was Melissa an einem Jungen abturnend findet. Sie sagt dazu: »Wenn sie eingebildet sind oder dir keine Aufmerksamkeit schenken. Sie sagen dir, dass sie dich mögen, wenn sie mit dir allein sind, aber vor anderen Leuten, tun sie so, als wenn du überhaupt nicht hier wärst.« Melissa wurde auch gefragt, ob sie gut küssen kann, worauf sie antwortete: »Ich hoffe es. Es gab nie beschwerden und mein Ex-Freund sagte, ich wäre gut gewesen. Aber ich küsse nie bei ersten Dates. Ich mag es lieber, wenn sich die Dinge entwickeln.« Melissa sprach dann auch darüber, ob sie von vielen Jungen angesprochen wird. »Ja, es ist schmeichelnd, aber du weißt nie, ob sie dich fragen, weil du nett bist oder weil du im Fernsehen bist. Als ich das letzte Mal drüben in Großbritannien war, bekam ich an einem Tag drei Heiratsanträge. Ich machte einen Witz daraus und sagte jedesmal: »Ja, natürlich.« Zum Schluss wurde Melissa noch gefragt, ob auch Mädchen den ersten Schritt tun sollten. Sie meinte dazu: »Oh ja. Wenn du wirklich jemanden magst, dann solltest du ihn auch ansprechen. Die meiste Zeit hängt man nur herum und wartet darauf, dass der Junge kommt und zu dir spricht. Aber ich denke der Junge denkt sich genau dasselbe. Es ist ganz normal, wenn auch einmal Mädchen den ersten Schritt machen.«

Zum Schluss dieses Themas noch zu etwas ziemlich Privatem und unser Wissen darüber stammt aus dem Details Magazine. Es geht um Melissas 'erstes Mal'. 1997 nahmen mehrere Schauspielerinnen, darunter auch Melissa, an diesem Details-Interview teil und eine der Fragen lautete: »Wenn Männer eure Shows anschauen, dann denken die natürlich auch über ganz andere Dinge nach, zum Beispiel wann habt ihr eure Jungfräulichkeit verloren?« Die meisten der Anwesenden fingen einfach an ganz normal darüber zu reden, als Melissa an der Reihe war, lächelte sie nervös und meinte zuerst: »Ich glaube, ich kann nicht über sowas reden«. Aber Jeri Ryan (Star Trek: Voyager) motivierte sie: »Doch du kannst. Geht schon!« Schließlich sagte Melissa zögerlich: »Ich bin noch immer eine Jungfrau! Nein, nur ein Scherz. Ich denke ich war fast 17. [Anmerkung: das war dann ungefähr im Frühjahr 1993] Ich war damals mit meinem Freund zusammen. Ich habe davor wirklich nie mehr gemacht als Küssen. Ich habe sogar die ganze Zeit Bodysuits [Anm.: einteilige Unterkleidung] getragen, sodass niemand an mich ran konnte. Die waren wie Keuschheitsgürtel, um mir Sicherheit zu geben, versteht ihr?« Die anderen kommentierten Melissas Meldung gar nicht, sondern redeten einfach weiter. In diesem Interview machte Melissa übrigens noch einige andere interessante Aussagen. So sagte sie, dass sie für den Playboy posieren würde, wenn sie so einen Körper wie Carmen Electra hätte. Einmal kamen auch Auseinandersetzungen in Beziehungen zur Sprache und Melissa sagte dazu: »Ich war oft eine richtige Schreierin. Und wenn er etwas Niederträchtiges sagte, dann habe ich mit etwas noch Niederträchtigerem zurückgeschlagen. Einmal ging ich mit allen Kleidern unter die Dusche, nur um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Ich wusste nicht, was ich sonst tun sollte.« Zusätzlich zu diesem Interview gab es übrigens auch Photoaufnahmen, die Melissa zusammen mit den anderen interviewten Schauspielerinnnen machte. Diese Photos zeigen sie in Unterwäsche. Melissa machte das, um zu zeigen, dass sie kein kleines Mädchen mehr ist, obwohl damals jeder dachte, sie sei 15 oder 16. Aus diesem Grund war es für sie auch schwer, gute Rollen zu bekommen. Außerdem fand sie es spaßig einmal etwas Unartiges und Rebellisches zu machen.

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Das Jahr 1994 - ein Jahr des Umbruchs

 

Das Jahr 1994 war für Melissa in vieler Hinsicht ein Jahr des Umbruchs. Auch wenn man es ihr nicht ansah, sie wurde in diesem Jahr 18. Allerdings verspürte Melissa nicht die Notwendigkeit zu beweisen, dass sie eine Erwachsene ist, aber sie gab auch zu, dass sie sich damals noch daran gewöhnen musste, eine zu sein. Das mit der Volljährigkeit ist in den USA aber sowieso etwas anders als bei uns. Der Alkoholgenuss ist beispielsweise erst mit 21 erlaubt. Aber in den USA darf man mit 18 rauchen und das hat auch einen Bezug auf Melissa. Sie ist zwar ein großes Vorbild für Kinder, aber man es kann ihr nicht vorwerfen, dass auch sie einmal diesem Laster erlegen war. Wie wissen, dass sie früher gelegentlich eine Zigarre rauchte, jedoch niemals Zigaretten. Später hat sie allerdings damit aufgehört und in einem Chat für ABC (27.02.1997) sagte sie, dass sie nicht rauche. Ich nehme an, ihre inzwischen oft ausgedrückte Abneigung gegen Zigaretten ist echt. Man muss hier auch bedenken, dass das Rauchen in den USA mittlerweile schon ziemlich verpönt ist und volkommen zurecht gibt es in diesem Bereich rigorose Gesetze.

Ein weiterer Umbruch betraf Melissas Karriere. Die Arbeit für CEIA war nun endgültig zu Ende und zu dieser Zeit dachte Melissa sogar daran, die Schauspielerei aufzugeben. Sie wollte einfach einmal ein normales Leben führen, nachdem sie ihre Jugend ohnehin schon an einem Set verbracht hatte. Aber wie wir alle wissen, liegt ihr die Schauspielerei im Blut und so machte sie auch im Jahr 1994 einige Fernsehauftritte. Als sie ihr dann Anfang 1995 eine Rolle im Film Family Reunion angeboten wurde, konnte sie nicht widerstehen. Das Drehen dieses Filmes überzeugte sie endgültig, dass die Schauspielerei das Richtige für sie ist und dass sie ihren Beruf liebt. Sie sagte später einmal, dass das in ihrem Leben eine der wichtigsten Entscheidungen gewesen wäre. Bis heute übt sie ihr Métier mit Begeisterung aus, zur Freude von uns allen. Außerdem war sie wirklich glücklich, dass sie nicht mehr jedesmal Clarissa spielen musste. Nach dem Ende von CEIA machte Melissa übrigens erst einmal einen Rad-Urlaub durch Südfrankreich und dort hatte sie auch die Möglichkeit mittels Bungee-Jumping von einer Klippe in einen Wildbach zu springen. Sie war das einzige Mädchen in ihrer Gruppe, das sich das traute und sie denkt oft an dieses Erlebnis zurück. Sie sagt, das gemacht zu haben, gebe ihr Kraft. Ich denke die Entspannung in dieser Zeit tat ihr ganz gut, denn nach 4 Jahren CEIA musste sie erst einmal wieder zu sich selbst finden.

Ein weiterer Umbruch in diesem Jahr betraf ihre allgemeine Lebensgestaltung. Sie wollte neben der Schauspielerei auch noch andere Alternativen haben, um sich für die Zukunft abzusichern. Aus diesem Grund schrieb sie sich im Herbst 1994 an der New York University ein und nahm sich deshalb auch ein Appartment in Manhattan. Dieses lag im Greenwich Village, einem ziemlich gutem Viertel von Manhattan. Dort ist übrigens auch gleich die Universität beheimatet. Am Anfang wusste Melissa aber noch nicht genau, was sie als Hauptfach wählen sollte. Im Juni 1994 sprach sie davon Englisch studieren zu wollen, danach hieß es, sie studiere im ersten Jahr Schauspielerei und im nächsten Jahr etwas anderes. Schließlich entschied sie sich für Kunst und Literatur. Sie konnte sich aber nie vollständig auf ihr Studium konzentrieren, denn damals kam ihre Karriere wieder in Schwung und sie hatte sehr wenig Zeit. Nur wenige Tage bevor ihr erstes Semester begann, wurde ihr von ABC eine Rolle im Film Family Reunion angeboten und wie bereits erwähnt konnte sie nicht widerstehen. Sie war also nur sporadisch an der Universität und ließ viele Semester aus. Allerdings hatte sie immer im Sinn ihr Studium einmal zu beenden, ein Vorhaben, das sie aufgrund ihres großen schauspielerischen Engagements bis jetzt noch nicht realisieren konnte. Nach einiger Zeit schloss sie jedoch ihr erstes Uni-Jahr ab. In den Kursen tat sie sich sehr schwer, denn sie wurde einfach überfordert. Sie konnte in den Kursen nicht sprechen, sie war dazu nicht bereit. Sie versuchte sich zu konzentrieren, aber sie hatte zu viele andere Dinge am Hals. In der folgenden Zeit nützte sie für das Studium meistens die Sommerpausen vom Drehen und so machte sie 1997 auch ein Sommerstudium in Italien. Nachdem STTW zu einem Erfolg wurde, dachte sie daran ihr Studium an der University of Southern California fortzusetzen, da STTW ja in Los Angeles gedreht wird. Wie es nun weiterging, ließ sich nicht genau feststellen, aber die Schauspielerei nahm in Melissas Leben immer mehr Platz ein und so stellte sie ihr Studium auf unbestimmte Zeit zurück. Allerdings hat sie fest vor, irgendwann mal ihren Abschluss zu machen.

1994 gab es übrigens noch ein paar andere kleine Umbrüche. Einer betraf Paula, sie heiratete in diesem Jahr wieder und zwar Leslie Gilliams, einen Friseur aus New Jersey. Wie sich Melissa und ihre Geschwister mit ihrem Stiefvater verstehen, ist nicht bekannt, aber es ist anzunehmen, dass sie ein ganz gutes Verhältnis haben. Ein weiterer Umbruch betraf die finanzielle Situation der Harts, aber im positiven Sinn. Paula Hart gründete in diesem Jahr nämlich ihre eigene Filmgesellschaft Hartbreak Films. Sie ist die Präsidentin, Melissa ist die Vize-Präsidentin und Leslie Gilliams ist ebenfalls in der Firmenleitung (er ist 'Executive in Charge of'). Paula gründete die Firma auch deshalb, weil es bis dahin nichts im Fernsehen gab, das sich für Kinder eignet. Sie sagte: »Da war nichts im Fernsehen, wo ich mich hinsetzen und es mit der Familie anschauen konnte.« Aber natürlich standen bei der Firmensgründung finanzielle Aspekte im Vordergrund. Paula kam mit dem Showbusiness ja erstmals 1980 in Berührung, als Melissa ihre ersten Castings hatte. Seit damals hat sich Paula immer um Melissas Karriere gekümmert und mit der Zeit wurde sie zu einer Expertin im Showbusiness. Melissa ist ja inzwischen Multi-Millionärin und wenn sie noch ein paar gute Filme macht, wird sie für ihr ganzes Leben ausgesorgt haben. Auch Hartbreak Films entwickelte sich betriebswirtschaftlich gut und produzierte einige erfolgreiche Filme. Deshalb sind die Harts inzwischen finanziell ziemlich gut gestellt. Es fällt aber auf, dass Melissa trotz ihres Erfolges und trotz ihres Reichtums ganz normal geblieben zu sein scheint. Sie ist nicht Teil des hochnäsigen 'Hollywood-Adels'. Sie ist einfach nett, liebenswürdig und ganz normal. Die meisten Projekte, die Paula mit Hartbreak entwickelt, schließen bekanntlich Melissa und auch oft ihre anderen Kinder ein. Das hat mehrere Gründe: Zum einen sind Melissa und ein paar ihrer Schwestern (besonders Emily aber auch Elizabeth) schauspielerisch sehr begabt und zweitens möchte Paula einfach Projekte mit ihrer Familie machen. Denn so können sie viel Zeit zusammen verbringen. Paula sagt, dass viele Eltern ihre Kinder tagsüber allein lassen würden, weil sie arbeiten gingen. Die Harts, die ja eine starke Familienbindung haben, wollen das nicht. Inzwischen ist Paula für Melissa nicht nur eine Mutter, sondern vor allem auch eine Arbeitskollegin. Paula soll übrigens auch politisch engagiert sein, aber darüber wissen wir nichts Näheres. Auf jeden Fall würde sie mit ihrer Charakterstärke und mit ihrem Durchsetzungsvermögen eine gute Politikerin abgeben.

Kommen wir nun zu Melissas TV-Auftritten des Jahres 1994. Am Anfang dieses Jahres, als die CEIA-Ära gerade zu Ende ging, spielten alle Hauptdarsteller von CEIA in einer Folge der Nickelodeon-Serie Weinerville mit. Kurze Zeit später (am 07.05.1994) war Melissa beim Seventh Annual Kids' Choice Awards, wo sie den 'Hall of Fame Award' übergab. Obwohl sie ungefähr eine Stunde in dieser Show war, sah man sie nur eine knappe Minute. Knapp zwei Monate später (am 8.7.1994 und kurz davor) trat Melissa zweimal in der britischen Nickelodeon Kid's Show Chroma Zone auf, wo sie auch einige Fragen beantwortete. Dort waren mehrere Moderatoren und Melissa beantwortete auch Briefe, die von Zuschauern geschrieben wurden. Gleich am Anfang wurde Melissa gefragt, ob sie gerne in Großbritannien sei und sie bejahte dies. Eine der nächsten Fragen bezog sich darauf, ob ihre Freunde mit Problemen zu ihr kommen und sie antwortete: »Manchmal, aber meistens gehe ich selber zu meinen Freunden, da ich mit meinen eigenen Problemen kaum fertig werde.« Auf die Frage was sie tun würde, wenn sie keine Schauspielerin wäre, sagte sie mit einem enthusiastischen Gesichtsausdruck: »Oh, eine gute Frage! Ich denke ich würde ein Ärztin sein. Dr. Hart.« Weiters erfahren wir, dass sie nicht gut nähen kann und kein Make-up trägt, obwohl es ihre Mutter erlauben würde. Sehr interessant war folgende Frage an Melissa: »Ohne welche fünf Dinge könntest du nicht leben, wenn du für immer in der Chroma Zone bleiben müsstest?« Die Antwort: »Okay. Als erstes mein 'Scrunchie'. Wenn es heiß ist oder dich dein Haar stört, musst du es hinaufstecken, also kann ich nicht ohne meinen 'Scrunchie' leben. Das nächste ist meine Uhr, es ist ein Sicherheits-Ding. Ich muss das hier einfach tragen. Dann mein Lippenstift und mein Walkman. Das letzte ist mein 'Schwein'. Es heißt Priscilla. Ich habe es in der 8. Klasse gemacht, als ich ungefähr 13 war.« Anmerkung.: Da ich kein Bild von diesem Schweinchen habe, kann ich leider nicht berichten aus welchem Material es besteht, wie es aussieht und wie groß es ist.

Wie schon in einem eigenen Kapitel dargestellt, wurde in diesem Jahr auch der Film CEIA Now gedreht, alles Nähere findet man hier. Am Ende des Jahres 1994 trat Melissa schließlich ein zweites Mal in der Nickelodeon-Serie Weinerville auf. Es handelte sich um das Weinerville New Year's Special. Melissa hatte dort einen sehr kleinen Auftritt als 'Die Frau in der U-Bahn'. Dieses Special von Weinerville wird jedesmal zu Sylvester auf Nickelodeon wiederholt.

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Das Jahr 1995

 

Dieses Kapitel ist mehr filmographisch als biographisch, da Melissas Lebenssituation jener Zeit ja schon im vorherigem Kapitel behandelt wurde. Aber diese Biographie ist ja sowieso gleichzeitig auch eine Filmographie.

Im Jahr 1995 setzten sich Melissas Auftritte fort, nebenbei fing sie, wie schon erwähnt, ihr Studium an. Im Februar dieses Jahres war sie in der Nickelodeon-Show U to U Celebrity Online zu Gast. Sie sprach über Musik und Zukunftspläne. Sie sagte, dass sie jede Musik höre, Rap und anderes. Ihre Favoriten seien Smashing Pumpkins, Nirvana, aber sie möge auch Snoop Doggy Dog, Dr. Dre. Eigentlich höre sie viele verschiedene Sachen. Sie wurde auch gefragt, ob sie ein Instrument spiele, die Antwort: »Ich spielte mal die Flöte, würde gerne Gitarre spielen und habe mir irgendwie selber das Klavierspielen beigebracht. Aber das ist auch schon alles.« Die Frage nach ihren Zukunftsplänen beantwortete sie so: »In der Zukunft würde ich gerne einen Film machen. Ich würde auch gerne studieren, vielleicht auch eine Ärztin werden. Ich weiß noch nicht«. Also, ich finde es sehr interessant, dass Melissa anscheinend wirklich einige Zeit lang Ärztin werden wollte. In der Chroma Zone (8.7.1994) hat sie das ja auch schon gesagt. Wieso sie das dann nicht verwirklichte, entzieht sich aber meinen Kenntnissen.

Am 19.05. war Melissa bei den Eighth Annual Kids' Choice Awards und übergab wie schon 1994 den 'Hall of Fame Award'. Im Herbst 1995 war Melissa zweimal in der Nickelodeon Nachmittags-Show Celebrity Stump Stick und stellte dem Moderator beidesmal ein Rätsel. Kurz darauf gab es einen Hepatitis B Werbespot, in dem Melissa ein paar jüngere Kinder über Hepatitis B aufklärte und zeigte wie man sich davor schützen kann. Danach wirkte Melissa in einer Folge der CBS-Serie Touched By An Angel mit. In der Episode 'Angels On the Air' spielte Melissa die Tochter einer Radiomoderatorin. Diese will mehr Zuhörer bekommen und beschließt, dass man ihre Tochter für den Schulball 'gewinnen' kann. Das Mädchen fühlt sich gedemütigt und läuft weg. Touched By An Angel wurde in Utah gedreht und Melissa wurde dort auch einmal auf eine Party mitgenommen. Auf diese Weise traf sie zufällig einen gewissen James Fields und die beiden verstanden sich auf den ersten Blick. James war ein Sportartikelverkäufer in Park City, Utah und wurde nach dieser Party für lange Zeit Melissas Freund. Melissa machte übrigens den ersten Schritt und besonders schüchtern war sie ja noch nie. James zog schon bald zu Melissa nach Los Angeles und hatte in STTW immer wieder kleine Auftritte. Die Beziehung der beiden schien sehr eng und innig gewesen sein, aber Ende 1998 trennten sie sich wieder. Nach einiger Zeit wurden auch die Gründe bekannt. Melissa war es die Schluss machte und zwar weil sie zuviel arbeiten musste und keine Zeit für eine Beziehung hatte. Diese Situation wäre laut Melissa gegenüber dem Partner nicht fair gewesen und außerdem wurden sich die beiden zu oft sehen. Melissa sagte auch, dass nicht mehr mit jemanden beisammen sein werde, mit dem sie auch arbeite. Melissa war also rund drei Jahre mit diesem James zusammen. Über die Beziehung der beiden ist aber sonst so gut wie nichts bekannt. Doch nun zurück ins Jahr 1995:

Kurz vor oder kurz nach Touched By An Angel war Melissa bei der PBS-Show Storytime zu Gast. Sie las dort die Geschichte Donna O'Neeshuck was chased by some cows vor. Ihr gesamter Auftritt dauerte ungefähr sieben Minuten und Melissa soll sehr schön gelesen haben. Kurz bevor Melissa ihr erstes Studien-Semster antreten sollte, wurde ihr von ABC eine Rolle im Film Family Reunion: A Relative Nightmare angeboten und sie konnte nicht widerstehen. Sie ließ also - wie so oft - ein Semester sausen und drehte diesen Film, der 1996 auch bei Vox unter dem Titel Hilfe, meine Familie wird verrückt ausgestrahlt wurde. 1998 wurde er bei VOX erneut gesendet, diesmal unter dem Namen Hilfe, die Verwandtschaft kommt. Bei dieser Version ist auch die Synchronisation teilweise anders. Es ist bis heute nicht geklärt, wieso der Film zweimal synchronisiert wurde und zwei deutsche Titel hat. In den USA lief der Film übrigens auf ABC und wurde dort sogar zum Film der Woche gekürt. Der Inhalt dreht sich um ein jährliches Familientreffen und Melissa spielt das Mädchen Samantha Avondale, auf das der Hauptcharakter Billy Dooley (Jason Marsden) ein Auge geworfen hat. Der letzte Auftritt des Jahres 1995 war schließlich ein 30-sekündiger Werbespot namens Jazzy Jewelry. Neben Melissa trat noch ein jüngeres unbekanntes Mädchen auf. Der Stil des Werbespots zeichnet sich vor allem durch schnelle Szenen und wechselnde Kamera-Winkel aus. Die Musik erinnert an den Jackson 5 song ABC.

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Melissa Joan Hart Biographie - Teil 2
(Jahre von 1996 bis 1999)
Zum Anhang
(Factsheet, Filmographie, etc.)
Zum Prolog



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