FallschirmspringerFallschirmspringen in GeraFallschirmspringer


 

Carstens Sprungtagebuch 2004

 

Vorab eine kleine Anmerkung: Natürlich hätte ich überall Thumbnails für die Bilder einbauen können. Mittlerweile sind das aber doch eine Reihe geworden (immer mehr Leute auf dem Platz haben digitale Kameras ;-) und so überlasse ich lieber jedem Leser selbst die Entscheidung, was er/sie anschauen möchte.
Eine weitere Anmerkung: Die Geschwindigkeitsangaben sind "SAS" (Skydiver's Airspeed) Diese Angabe hat einige Vorteile: The SAS formula calculates the pressure to numbers as if the complete skydive had been performed at a fixed air pressure and a fixed temperature, which corresponds to 4,000 feet ASL. 4,000 feet is the chosen reference by LARSEN & BRUSGAARD since this is the average altitude at which the working time of a skydive is normally ended. Using SAS, skydivers in any body position can express their vertical speed by a number (SAS). This number remains virtually constant regardless of altitude with little or no variance due to temperature differences and can be compared with the vertical airspeeds of other skydivers.  This means that regardless of the elevation of the DZ you are jumping at, SKYDIVER’S AIRSPEED (SAS) will be the same for the same body position.

Aus gegebenem Anlass: Die Weiterverwendung von Bildern von Springern ist ausdrücklich nur mit meiner Zustimmung gestattet! Siehe auch den Copyright-Vermerk.

 

Summe 2001 bis Ende 2004: 394 Sprünge

2004: 135 Sprünge:

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Aus gegebenem Anlass: Die Weiterverwendung von Bildern von Springern ist ausdrücklich nur mit meiner Zustimmung gestattet! Siehe auch den Copyright-Vermerk.

08.02.

Sprung: ---

Daten: ---

Nachtrag: Nach dem Unfall am 11.8.2003 und der Entwicklung in den ersten drei Monaten danach, dachte ich ja, dass ich nie wieder springen kann. Aber dank der hervorragenden Leistungen von Prof. Winckler am Uniklinikum Magdeburg, ging es steil bergauf; kontinuierlich fortgesetzt durch die super Betreuung durch Heiko Siegmund vom Team Achs-Albrecht-Physiotherapie Gera.
Beim Wiedervorstellungstermin am 4.2.04 im Uniklinikum Magdeburg zeigt sich, dass der Arm mittlerweile sehr gut verheilt ist, der Knochen ist fast vollständig durchgebaut. Hier die Röntgenbilder, jeweils drei Monate nach den Operationen. Eine Meinung dazu soll sich jeder selbst bilden... Natürlich ist noch reichlich Callus vorhanden, zu tasten und letztlich auch zu sehen. Der rechte Arm wirkt bodybuildermäßig, aber eben: wirkt, damit die Muskeln wirklich wieder ganz 100%ig den ursprünglichen Stand erreichen, werde ich mich noch einige Monate schinden müssen. Aber das tue ich gerne; endlich gehts beständig vorwärts! Ich darf jetzt auch wirklich was tun und für den März bekomme ich die Freigabe für kraftfordernden Sport bis hin zu Liegestützen. Da sollte dann doch sogar schon zum Saisonbeginn was gehen! Prof. Winckler ist insgesamt sehr zufrieden und freut sich auf unser Treffen irgendwann im Sommer. Ausdrückliches professorales Lob gab es für die physioterror... äh, physiotherapeutische Betreuung.

07.03.

Sprung: ---

Daten: ---

Mittlerweile ist die Behandlung seit knapp einem Monat abgeschlossen, doch ich werde bis zu den Wiedersehens-Treffen mit den beiden Ärzten und Heiko auf dem Flugplatz Gera  fleißig trainieren; nicht nur die Kraft, auch Reaktionen, Symmetrie und Ausgleich dessen, was trotz alledem an kleineren Einschränkungen zurückbleiben wird. Aber das werden wir erst Ende 2004 so richtig einschätzen können - mal sehen, ob es hier noch weiterhin so schöne Fortschritte gibt.
Bei einem Winterurlaub vom 14.-21.2.2004 in Gargellen im Montafon in Österreich haben wir viel Skilanglauf gemacht; zum Schluss bis zu 25km. Der Arm hielt sauber durch, kein Muskelkater, keine Schmerzen. Es geht also vorwärts! Hier ein kleines
Bild, das auf der Biehlerhöhe neben dem Silvretta-Stausee aufgenommen wurde: in 2000m Höhe, unweit des Piz Buin. Ja, auch die Höhen stimmen langsam wieder ;-)
Der Kraftaufbau geht weiter: Kontinuierlich zu Hause und 2-3x die Woche beim Family Fitness in Bieblach-Ost. Nachdem gestern die ersten, allerdings noch dank Gegengewichten etwas unterstützten, 20 Klimmzüge geklappt haben, gings heute mit den ersten Liegestützen weiter. Tja, da kommt doch nun hoffentlich endlich der Saisonbeginn, LECHZ! :-)

28.03.

Vorspann

 

Das dicke LECHZen hat sich gelohnt. Nachdem ich am Vortag das (für die Saison) soweit ganz gute Wetter auf einem sich wie zäher Sirup dahinziehendem Nominierungsparteitag für die bevorstehende Kommunalwahl verwarten musste, und die Wettervorhersage zunächst Regen für den Sonntag prophezeite, war schon am Morgen schönes Wetter. Wie der Deibel will, sind wir trotz Sommerzeitumstellung beizeiten wach und nach Frühstück und Wohnungssaubermachen gehts kurz vor 10 Uhr auf den Platz. Dort erstmal alles an Papierkram... bis auf den Reservepacktermin, denn mein Gurtzeug ist noch nicht angekommen. Da scheinen eine Menge Leute noch Teardrops bestellt zu haben, bevor die Preise hochgegangen sind :'-) Chris sucht mir aber ein schönes Leihgurtzeug aus: Ein Teardrop mit nem 190er Quadra VTec drin. Naja. Also erstmal richtig warmmachen und dehnen und vor allem dick anmummeln, denn die Temperatur ist nicht weit überm Gefrierpunkt. Mittlerweile ist klar, dass der erste Sprung mit Jupp rausgehen wird, einem der beiden Geschäftsführer der Aero und so ganz nebenbei einer der besten AFF-Lehrer mit irgendwas über 6000 Sprüngen :-))) Zunächst begrüße ich eine Reihe alter Bekannter, z.B. Vize und Beerchen oder auch neue Leute wie Nicole, die jetzt das Manifest betreut.

 

Sprung: 260

Daten:

  • Exit: 4100m
  • Depl.Alt: 1200m
  • FF-Zeit: 56s
  • Avg.Speed: 188km/h
  • Max.Speed: 196km/h

Kurz vor 11 Uhr gehts dann gebrieft hoch und meine Aufregung hält sich in Grenzen: Alles wird gut! Der Exit ist etwas bizarr, den Fahrtwind hatte ich in der Floaterposition etwas schwächer in Erinnerung, aber nach einem frisbeeähnlichen Kurbler liege ich auf dem Bauch und schaue, wo Jupp ist: Da isser ja auch schon. Irgendwie drehts ein wenig, die rechte Schulter zu hoch (und ich hatte erwartet, dass die zu niedrig sein würde :-) Nach der ersten Aufregung bekomme ich das soweit hin, achte auf Jupps Zeichen... Beine lang, besser durchdrücken, dann gehts besser und ich führe stolz zwei 360°-Drehungen nach links und eine nach rechts durch. Bei 2000m kommt Jupp an meine rechte Seite; ich hatte den abgesprochenen Scheingriff vergessen. Brav winke ich bei 1400m ab und ziehe bei etwas über 1300m und schaue während des butterweichen Öffnungsvorgangs fasziniert zu, wie Jupp in die Tiefe zischt. Fast gleichzeitig gehen dann schon Arme und Blick nach oben: Alles soweit OK, nur der Slider mag nicht ganz nach unten. Also mittels der hinteren Tragegurte gepumpt und brav kommt er runter. Luftraum- und Höhenkontrolle, Slider zuziehen, Schlaufen lösen, wieder Luftraumkontrolle, Brems- und Steuerprobe, wieder Luftraum- und Höhenkontrolle... meine Güte, mir wird bewusst, dass das Skydiven tatsächlich wie Fahrradfahren und Schwimmen ist. Eingeübte Reflexe sitzen. Dann mal ein wenig herumprobieren, Flarepunkt suchen, oha, ein sehr gutmütiger Schirm. In weiten Schwüngen nähere ich mich dem Landegebiet. Die Windrichtung ist super, genau parallel zur S/L-Bahn, und ich kann mich in aller Ruhe auf das erste Landen seit fast 8 Monaten vorbereiten und... stehende Landung :-) Mit breitem Grinsen komme ich zurück; kurzes Debriefing, vor allem aber eine grenzenlose Hochstimmung. Ich kann endlich wieder Skydiven und es klappt auch tatsächlich :-)))


Sprung: 261

Daten:

  • Exit: 4125m
  • Depl.Alt: 1050m
  • FF-Zeit: 53s
  • Avg.Speed: 232km/h
  • Max.Speed: 248km/h

Das Schirmpacken geht zwar langsam, aber dank Ulis Hilfe recht präzise, auch hier kommen pünktlich alle Erinnerungen wieder. Load 2 nimmt mich als Einzelstern mit. Floating-Exit und.... stabil schaue ich dem enteilenden Flieger nach, checke dann, wo der Zweier mit Kamera-Costa ist und lege mich richtig in die durch-den-Gartenzaun-pinkel-Lage: Check nach unten zeigt, dass ich nicht drehe und schön falle, kein Schwappen, kein Schwaudeln. Der beschlossene Rückwärtssalto klappt so gut, dass ich spontan zwei weitere dranhänge, goil :-) Während ich zwischendurch bewusst Höhencheck und Check zur Formation voraus mache, klappen auch die Drehmanöver super. Zum Schluss lege ich mich faul hin und schaue mir die Landschaft an und ziehe schließlich in etwas über 1100m. Auch hier macht die Schirmfahrt viel Spaß und die Landung ist ebenfalls schön.


Sprung: 262

Daten:

  • Exit: 4000m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 63s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 203km/h

Naja, dann mal in Ruhe packen und nachdenken. Da es heute langsam vorangeht (wenig Springer da) ergeben sich etliche Gespräche und schließlich verabrede ich mit Nina einen Zweier. Chris gibt uns ein Programm: Sauberer Exit (ich als Diver), Stern, Sidebody Nina, Stern, Sidebody Carsten, Open Accordian nach links, dann rechts, Stern, Sidebody Nina (diesmal rechts) etc. Als ich mein Handy in den Schrank zurückpacke, komme ich mit dem Höhenmesser an die Schrankkante. Noch nichtmal stark und trotzdem schrottet es den Höhenmesser, grml! Zum Glück gibts einen schicken Eureka im Aerobüro. Dann halt einer auf dem Handrücken. Steigflug, raus... und es klappt alles super. Beim Exit lächle ich, wie gewünscht und tatsächlich geht alles entspannt. Dank Nina sind auch die Levelunterschiede gering, so dass wir fast zwei Durchgänge schaffen, goil! Bei 1500m separieren wir und endlich liege ich von Anfang an glatt und habe die Arme nicht zu hoch, so dass ich wunderbar vorankomme und zwischen den Beinen Nina enteilen sehe, die mich ihrerseits beobachtet :-) Knapp unter 1000m bin ich am Abbremsen, dann abwinken und ziehen und wieder bin ich von der schmeichelweichen Öffnung begeistert. Trotz geringen Windes ist die Landung soweit OK und - allerdings gerade noch - gestanden.


Sprung: 263

Daten:

  • Exit: 4000m
  • Depl.Alt: 800m
  • FF-Zeit: 62s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 203km/h.

Ich packe und überlege dann, nach Hause zu gehen, als El Klub-Presidente Thomas mich fragt, ob wir einen 1-on-1 machen. Na, wennschon, dann gleich richtig durchstarten, fit fühle ich mich noch. Doch oha, einer, der in der offenen Klasse der Deutschen SkyLeague mithuppt, stellt ganz schön Anforderungen. Innerlich bin ich dann doch etwas aufgeregt. Exit klappt sehr gut, aber dann schaue ich Thomas viel zu wenig an, sondern eben genau dahin, wo ich anfassen will (da sollen die Hände von allein hinfinden!) und habe auch zu tun, genau auf absolut gleichem Level anzudocken. Da ich zudem vor Aufregung schlampig liege und das nicht merke, habe ich Rückwärtsfahrt. Trotzdem gelingen drei Punkte, schöne Separation (sogar nach einen Tacken schneller, das pfeift...) und zur Belohnung klappt die Landung sehr schön. Debriefing mit Thomas und ich bin eigentlich froh, mit ihm gesprungen zu sein. Sonst wäre ich ja angesichts der Fortschritte innerhalb von drei Sprüngen nach so einer langen Pause in der Selbsteinschätzung etwas abgehoben :-)
Na, da werde ich noch einiges zu üben haben, aber andererseits bin ich überglücklich, was alles geklappt hat. Fast so, als wäre der Unfall nie passiert. Noch den Schirm packen und ein Abschlussbierchen in gemütlicher Runde und die Sprünge eintragen. Oha, das Sprungbuch ist auch voll und auf der letzten Seite noch ein ganz prominentes Autogramm: Von Jupp, hehe. Zwischen der ersten Seite, die vom Tandemsprung über die Strippensprünge beim OFC hin zum AFF-Level I geht und der inhaltlich wirklich alles (bis zum Unfall) umfassenden letzten Seite liegen nicht nur 3h 41min und 49s Freifall, sondern viel mehr, wie man ja bisher lesen konnte. Nun, Buch 2 wird sicher eine Menge Fortschritte und schöner Sprünge verzeichnen können: Auf ein Weiteres! Ein schöner Sprungtag geht zu Ende, begeistert fahre ich nach Hause. Und ja, RW macht Spaß... besonders mit Nina ;-)

03.04.

Vorspann

 

Eigentlich war Sprungwoche und eigentlich war auch superviel blue sky... leider aber auch jede Menge Wind am Nachmittag. Vormittags, während ich auf Arbeit bin, geht was, so dass einige AFF-Schüler ausgebildet werden können. Eine davon ist Claudia aus Machdeburch [tm] von der ich einige Fotos bekam und die an eben diesem Sonnabend endlich ihren Level VII fertigmachen kann; hier mit Schirm. [Bilder offline]

 

Sprung: 264

Daten:

  • Exit: 3950m
  • Depl.Alt: 925m
  • FF-Zeit: 58s
  • Avg.Speed: 188km/h
  • Max.Speed: 200km/h

Auf den ersten Sprung für mich ist auch an diesem Tage etwas zu warten, da der Wind pustet. Dann aber gehts endlich hoch. Floating Exit, winkend lasse ich mich die Rutschbahn herab und schlage erstmal drei Rückwärtssaltos, danach noch je eine 360°-Drehung nach links und rechts, danach schaue ich mir die Landschaft an und konzentriere mich auf schönes Liegen. Oha... des Windes wegen liegt der Spot doch ein Stück vom Platz weg, das ist ungewohnt... zumal ich direkt überm Ostfriedhof hänge =:-) Ich schaue mich gründlich um und öffne doch lieber einen Tacken eher (der Quadra VTec aus dem Leihgurtzeug geht wieder butterweich auf) und arbeite mich mit halber Bremse zum Platz, wo der Wind eine butterweiche Schmeichellandung erlaubt.

 

 

 

Danach ist Load 3 schon voll und Load 4 lasse ich aus, denn wir haben gestern ein tüchtiges Stück entlang der Bundesstraße am Flugplatz in Richtung Ronneburg saubergemacht und so fahren Thomas und ich in die Stadt: Roster essen bzw. abholen und etwas mit Herrn Tauchert von 'Ja für Gera'schwatzen.
Zurück, begrüße ich etliche alte Bekannte, wieder auf der DZ sind: z.B. Sky-Steffen, der Teppichfritze (André Hofmann), Tobi (ja, der von tobitronic.com) und Jörn - alle drei beim Hacken oder auch unsere beiden zum Bodendienst verdammten Damen: Katja (Kreuzband-OP, alles Gute!) und Andrea (kleiner Passagier an Bord, toi toi toi :-).


Sprung: 265

 Daten:

  • Exit: 4325m
  • Depl.Alt: 925m
  • FF-Zeit: 63s
  • Avg.Speed: 192km/h
  • Max.Speed: 208km/h

Dann aber gehts aber endlich wieder in den Flieger und dank unsers netten Piloten Jens sehr schön hoch raus. Dem vorigen Programm hänge ich noch eine Fassrolle links und rechts an und da noch Zeit ist, probiere ich mal, etwas zu sitzen, was in der RW-Kombi mit Booties natürlich nicht gleich klappt, aber sich schonmal vielversprechend anlässt. Beim Packen habe ich etwas zuviel des Guten getan und zusammen mit etwas Leewindabschattung dauert es ein wenig länger, bis der Schirm aufgeht. Mit etwas erhöhtem Herzschlag, aber der beruhigenden Erkenntnis, dass das bereits innerlich abgespulte Programm tatsächlich unter Stress abrufbar ist, schwinge ich mich zum Platz zurück und finde Landungen bei stärkerem Wind einfach schick :-)


Sprung: 266

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 925m
  • FF-Zeit: 60s
  • Avg.Speed: 196km/h
  • Max.Speed: 227km/h

Beim dritten Sprung des Tages wiederhole ich das Programm, jedoch klappt diesmal das Sitzen auf Schlag und vergnügt bleibe ich ein bissel hocken: Ja, stabil. (Fly your body, not your suit - fällt mir ganz spontan ein :-) Naja, mal sehen, da wird die bunte Hose doch irgendwann demnächst wieder zum Einsatz kommen.


Sprung: 267

Daten:

  • Exit: 4125m
  • Depl.Alt: 950m
  • FF-Zeit: 61s
  • Avg.Speed: 187km/h
  • Max.Speed: 204km/h

Sprung vier hätte ich gern mit jemandem zusammen gemacht, aber leider sind schon alle verabredet (obwohl mein Packtempo langsam wieder in gewohnte Zeitbereiche gelangt) oder weg, wie Wolli, der mit seiner schicken neuen Aero-Kombi gern mit mir gehupft wäre. (Naja, beim nächsten Mal!) Naja, dann halt Salti - diesmal eine nach vorne und einer rückwärts, Fassrollen und schnelle Drehungen mit bewusster Lagekontrolle.

 

Sprung: 268

Daten:

  • Exit: 4175m
  • Depl.Alt.: 675m
  • FF-Zeit: 65s
  • Avg.Speed: 190km/h
  • Max.Speed: 204km/h

Jedoch klappt es dann noch im fünften Sprung mit RW: Hoschi und Jochen, unser Alterspräsident, sind mit dabei - sie als Front- bzw. Rear-Floater, ich als Diver. Der Exit ist... lustig, Hoschi hatte den relativen Wind nicht auf den Bauch genommen. Während des Rödelns haut es meinen rechten Bootie herunter und als ich nach dem Loslassen Hoschi wieder anfliegen will, schmiere ich wunderbar herum. Nachdem ich das soweit irgendwie ausgleichen kann, level Hoschi und ich uns einander an und es klappen sogar noch zwei Punkte. Jochen nimmt uns als Referenz (höhö) und beobachtet uns. Separation vom Feinsten und endlich wieder mal tracken, sicherheitshalber bis zum Anschlag. Der Wind hat nachgelassen, alle passen wunderbar auf, so dass ich mich erstmals wieder etwas weiter vorn zu landen traue, was natürlich als Krönung auch superweich gelingt.
Chris gibt uns Tipps für den Exit und wir lachen über die lustige Luftfahrt. Zudem hats ja einiges auch geklappt, so dass wir zufrieden packen, unser Abschlussbierchen gluckern, schwatzen und vor allem die wunderbare Abendstimmung mit aufgehendem Fast-Vollmond genießen. Ein schöner Tag geht zu Ende :-)

12.04.

Vorspann

 

Das Osterwochenende haben wir im Hessischen verbracht, in Taunusstein (nahe Wiesbaden) bei guten Freunden und dort neben der Loreley auch Rüdesheim einen Besuch abgestattet. Nein, keinen Asbach bis zum Umkippen geschüttet, sondern besichtigt, z.B. dies oder das hier angeschaut. Da es auf der Heimfahrt am Juri-Gagarin-Tag (12.4.61 - erster bemannter Raumflug ;-) keinen Stau gab, war noch Zeit für den Sprungplatz. Dort angekommen, gings ratz fatz in die neue RW-Kombi und ein anderes Leihgurtzeug, denn ich war genau zum 20min-Call gekommen.

 

Sprung: 269

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 800m
  • FF-Zeit: 62s
  • Avg.Speed: 188km/h
  • Max.Speed: 201km/h

Exit war schön, ich brauchte etwas, um mich ordentlich hinzulegen. Danach drei Rollen rückwärts, 360° links und rechts, Fassrolle links und rechts und danach wurde noch sauberes Liegen geübt :-) Der Quadra VTec 170 ging schön sanft auf und ließ sich auch gut fliegen. Leider verzockte ich mich etwas, auch, weil ich die Booties etwas zu spät hochklappte, so dass mir 20m fehlte... Beerline. Naja, ich hätte eh was wegen meines Geburtstages am 5.4. ausgegeben :-) Immerhin eine schöne Landung und ich war auch nicht der einzige Pechvogel.

 

Sprung: 270

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 800m
  • FF-Zeit: 63s
  • Avg.Speed: 190km/h
  • Max.Speed: 204km/h

Danach war erstmal Packen und dann Schwatzen angesagt. Etwas später der ersehnte Call für die nächste Load, leider die letzte für den Tag, da das Wetter nicht mehr ganz so schön war und auch die Springerzahl abnahm. Togal, der ging auch nochmal alleine raus. Hier lag ich schneller gerade und machte mich dann gleich an die Rückwärtssalti (irgendwas muss man ja tun ;-) sowie Fassrollen, danach schöne schnelle Drehungen, nachmal Salto + Fassrolle und zum Schluss faul hinlegen und rumgucken... unter anderem auch den sich öffnenden Schirm: Ja, ich habe sauber gepackt, geht schön symmetrisch und weich auf. Bei der Landung war ich dann doch etwas vorsichtigter und lief lieber ein Schrittchen mehr zurück.

Nach dem Packen und Zusammenräumen gabs noch ein Bierchen und Gespräche z.B. mit Costa und Beerchen am neuen Bistrobereich, ein schöner Tag neigte sich dem Ende zu.

17.04.

Vorspann

 

Nachdem das Wetter an den Vortagen bereits schön war, herrschte auch heute blue sky. Ich hatte früh noch etwas zu Hause zu tun und kam daher erst etwas später auf dem Platz ein. Auf der Hinfahrt sah ich in Höhe Globus die Springer der ersten Load landen. In der Packhalle traf ich André, unseren ehemaligen "Platzwart", der bis Ende des vorigen Jahres Sprungplatzleiter war. AFF-Lehrer, Top-Springer (u.a. Mitglied des Deutschen Meisterteams im Achter-Formationsspringen) und vor allem ein supernetter Kerl. Pilot Michi war auch da, er hat mich schon oft nach oben befördert.

 

Sprung: 271

Daten:

  • Exit: 4100m
  • Depl.Alt: 750m
  • FF-Zeit: 67s
  • Avg.Speed: 185km/h
  • Max.Speed: 195km/h

Ein bissel Schwatzen kann ich, während ich mich anziehe und das Gurtzeug sowie meine Ausrüstung prüfe, dann noch ein paar Aufwärmübungen und Stretching, dann gehts auch so langsam los. Es geht recht zügig hoch, gerade mal 11 Passagiere in der D-FAST. Ich gehe als vierter heraus und winke dem in der Tür stehenden nachfolgenden Springer zu. Schnell lege ich mich ordentlich hin, Rückwärtssalto; ja, ging schön. Zwei Fassrollen, immer schön Höhencheck und... wo sind die anderen Springer? Ja, dort, weit entfernt. So, na dann mal schön drehen, über die Beine, das ist schnell und trotzdem gut zu steuern. Höhencheck, oha, noch jede Menge Zeit, also noch einen Rückwärtssalto, noch zwei Fassrollen und ein paar Drehungen. Aber 1400m liege ich nur noch faul auf dem Bauch und schaue mir die Landschaft und die Vorausspringer an. Dann bei 1000m schön abwinken, Handdeploy... das sitzt immer noch verdammicht hoch, aber ich habs beim ersten Griff... und dem Schirm beim Öffnen zuschauen: Sehr schön symmetrisch und weich. Luftraumkontrolle, genug Platz überall, langsam schwinge ich mich in großen Kurven zum Platz. Ein Junglizenzler baut Höhe verdammt nah über dem Landegebiet ab, ich werde das anschließend mit ihm bereden. Pausenlos blicke ich mich um und lande lieber ein klein wenig abseits... Oha, bei fast Nullwind zeigt sich, dass bei den VTecs der ersten generation das Nullgewebe doch schnell nachließ: Die Flarepower ist... hüstel... nicht ganz den Erwartungen entsprechend, aber ich bändige den Schirm schon und lande sauber. Zurück in die Halle und Schirm packen. Schließlich war kurz vor dem Lift-Off Wolli Beer gekommen und wir hatten einen Zweier verabredet.

 

 

 

Leider kommt es nicht dazu. Bereits vor dem Lift-Off von Maschine 2 waren Chris und Jupp in Sorge. Claudia war nicht zu sehen. Hatte sie sich mit ihrem großen Schülerschirm verflogen? Sie war ja bisher immer lange nach den anderen gelandet, sie ist halt eine sehr leichte und zierliche Springerin. Und es wäre ja auch nicht das erste Mal, dass sich ein Schüler verfliegt; ich bin einmal selbst in Laasen gelandet.
Während wir gerade mit dem Packen anfangen, kommt eine Durchsage von Jupp: Alle Springer bitte in die Packhalle kommen. Dort eröffnet er uns das Unfassbare. Claudia ist abgestürzt. Die Ursache ist nicht bekannt, ist auch momentan völlig unwichtig. Innerlich hoffen wir, aber: Claudia ist tödlich verunglückt.
Schweigen, Tränen. Auch von Männern; in der kurzen Zeit mit uns haben viele von uns sie kennengelernt. Alle sind fassungslos. Jeder weiß, dass unser Hobby nicht ungefährlich ist. Aber für so etwas ist man nicht bereit, niemals. Das Gehirn überschlägt sich, Verdängung, Erinnerung, irrwitzige Hoffnungen auf ein Wunder oder einen großen Irrtum - aber dem ist nicht so.
Der Sprungebtrieb wird eingestellt, alle stehen herum, versuchen die Situation irgendwie zu verarbeiten. Jeder auf seine Art, aber keinem ist es egal. Irgendwann gehen wir dann daran, die Schirme zu packen. Ich bin zerfahren, grüble, Der Schirm ist fertig und ich weiß auch, dass er sauber gepackt ist, aber ich bitte Uli, mir über die Schulter zu schauen und ich packe nochmal. Uli gibt mir sogar noch zwei wertvolle Tips. Das Leben muss weitergehen, aber alle stehen mehr oder weniger verloren in der Halle, trotz der Gespräche. Wir helfen uns Kaffee hinein, Uli hat einen Wurstring spendiert. Nina und Nicole haben Claudia gut gekannt und erzählen, wie sehr sie Freude am Springen hatte, wieviel Spaß es ihr machte. Das sieht man auch an den Bilder-Kunstwerken, die sie erstellt hatte und gern an uns verteilte; hier zwei davon: Begeisterung und Mit Träumen beginnt die Realität.
Ich habe einige Gespräche mit ihr geführt und war fasziniert; von ihrer Begeisterung und steten guten Laune - beides spiegelt sich in diesem Bild hier gut wider - aber auch von ihrem Beruf als Ärztin.
Das Leben muss weitergehen. Es gibt kaum einen Satz, der so wahr ist und trotzdem dann, wenn er gesagt wird, gleichzeitig so hohl, so sinnlos, so überflüssig und falsch erscheint. Was können wir machen? Die vergleichweise kurzen Erinnerungen an sie bewahren, dankbar sein, dass wir ihren Lebensweg kreuzten, aber reicht das? Kann überhaupt etwas ausreichend sein? Mitgefühl mit den mir unbekannten Angehörigen? Ich weiß es nicht. Auf dem Weg vom Platz sehe ich Claudias Auto und wie unter Zwang gehe ich dorthin, schaue durch die Scheibe hinein, schaue mir die kleinen Stofftierchen an, die sie an den Spiegel gehängt hat und habe einen dicken Kloß im Hals.
Zu Hause angekommen, will ich sofort wieder raus. Ich erzähle meiner Frau und meiner Tochter, was passiert ist, beide sind betroffen. Karola und ich gehen spazieren, fast anderthalb Stunden. Danach setze ich mich an den Computer, überarbeite das Sprungtagebuch: Nina hatte mich vor Lift 2 gebeten, es besser zu strukturieren. Die Arbeit kommt mir gerade recht. Anschließend schreibe ich mir alles von der Seele. Alles? Ich glaube nicht. Ich werde es wohl erst in einigen Wochen, vielleicht Monaten wissen; die Situation irgendwie einordnen können. Was meint Ihr? [Bilder offline]

18.04.

Vorspann

 

Die Nacht war furchtbar. Ständig wach, ich grübele, selbst in den Träumen verfolgt mich das Geschehen. Der Morgen vergeht mit Hausarbeit, Staubwischen, -saugen etc, danach noch ein paar Stunden vorbereiten. Mittagessen; mal wieder mit der ganzen Familie. Gegen 13 Uhr fahre ich auf den Platz - einfach mal sehen, Die Stimmung ist angespannt, aber Wolli erzählt mir später, dass es am Morgen wesentlich angespannter war. Kumpels raten mir zu springen. Es wird sich zeigen, dass das richtig war.

 

Sprung: 272

Daten:

  • Exit: 4000m
  • Depl.Alt: 775m
  • FF-Zeit: 65s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 212km/h

Heute bekomme ich wieder das Teardrop-Leihgurtzeug mit dem Quadra VTec 190. Also nochmal kurz aufwärmen, alles anziehen, an- und einstellen und dann gehts so langsam in die D-FAST. Während des Aufstiegs bin ich zwar angespannt, aber als die Tür aufgeht, sitzt seit unendlich lang scheinender Zeit Angst in meinem Bauch. Keine Panik, aber ein Gefühl, dass ich nicht mal beim "Wiederbelebungssprung" hatte. Denn da war ja auch Jupp dabei. Keine Panik, nichts destruktives. Also OK, rausgefloatet und dem Flugzeug hinterhergeschaut. Höhenkontrolle; heute etwas, was ich wohl alle 5s mache. Zwei Salti rückwärts, der erste wollte nicht ganz so. Fassrolle? Lieber nicht. Schnelle Drehungen, OK. Durchbiegen bis zum Anschlag, sauber liegen. Ab 1500m bereite ich mich nur noch aufs Pullen vor... und alles geht super. Mit einem Schlag fällt die Angst ab. Entspannt kontrolliere ich den Luftraum, hole den Slider ein, löse die Bremsen, checke dem Schirm und fliege locker zum Platz. Heute ist stärkerer Wind, die Landung klappt nahezu auf den gewünschten Punkt und butterweich. Danach fällt das Packen leicht.

 

Sprung: 273

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 775m
  • FF-Zeit: 68s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 193km/h

Bis zur nächsten Load dauert es noch etwas, ich schwatze mit Uli und trage mich dann ein. Nach einem kurzen Gespräch mit Chris, der mir sagt, dass ich entscheiden muss, tue ich dies und mache den RAWA-Helm bereit. Wir müssen zur Tankstelle vorlaufen, das entspannt zusätzlich. Abwurfreihenfolge klären, rein gehts. Während des Steigflugs erste Impressionsversuche, gleichzeitig gehe ich ständig das Programm durch: Nämlich bloß nichts spektakuläres. Ruhiges Fliegen, Sicherheit zuerst. Die richtige Kopfhaltung während des Öffnungsvorganges habe ich schon diverse Male geübt. Endlich Exit, der Vierer geht raus, dann ein Freeflyer; ich halte 8s Abstand und schaue herunterfloatent dem Flieger nach. Höhencheck, jetzt etwas entspannter, so alle 500m. Eine Rolle rückwärts, sehr schön. Schnelle Drehungen und schnell stoppen, gesteuert über die Beine. Booties sind cool. Die Landschaft bewusst anschauen. Diesmal spiele ich erst ab 1200m tote Sau und liege einfach nur da; schaue mich aber nochmals um - oben und unten - dann aaaabwinken und ziehen: Kopf nach rechts vorne und dann dem sich öffnenden Schirm zuschauen klappt wie auf Befehl. Ruhig fliege ich zum Platz, alle steuern sehr diszipliniert und ich suche mir ein schönes Plätzchen zum Landen aus. Drei Schritte auslaufen ist OK, ich schaue André an, der gekommen ist, um dem Tandem beim Landen zu helfen. (Bei stärkerem Wind ist es eine Hilfe für den Tandemmaster, wenn jemand eine Steuerleine nimmt, um den Schirm zu kollabieren.) Zurück in die Halle, Schirm packen. Nachklingen lassen und ich beschließe, dass für heute genug ist. Ich habe mein Selbstvertrauen wieder und ja, es war richtig, an diesem Tag nochmal zu springen. Hätte ich länger gewartet, wer weiß, was mein Unterbewusstsein sich alles ausgedacht hätte. Wir checken mit Uli das Video. Viel besser, als ich befürchtet hatte, aber die Justierung stimmt noch nicht und ich muss mir eine Visier"einrichtung" zulegen, am besten so einen Ring auf der Sprungbrille. (Zu Hause auf der Mattscheibe bin ich von der Qualität der SonyCam begeistert und analysiere, ob das, was ich in Erinnerung hatte, auch wirklich mit dem Aufgezeichneten übereinstimmt. Ja, tut es ;-) Ich schwatze noch mit Jupp, Uli, Nina und vielen anderen und dann gehts nach Hause. Auf dem Weg zum Parkplatz sehe ich den roten Golf mit Magdeburger Kennzeichen und schlagartig ist das Adrenalin verpufft. Auch andere Springer/innen bestätigten mir, dass sie lange überlegten, ob sie springen und dass es ihnen ähnlich ging. Trotzdem fahre ich grübelnd heim.

Nachtrag: 20.4.: Ich habe die Bilder vom Claudia aus dem Netz genommen. Eine Boulevardzeitung hat sie einfach abgedruckt, für einen reißerischen Artikel als Garnitur. Dass die das presserechtlich gar nicht dürfen, interessierte die nicht. Was bin ich blauäugig; ich wollte doch nur für die anderen Springer und Freunde unseres Sports etwas tun. Ein wenig zu zeigen versuchen, wie lebenslustig und was für ein feiner Mensch Claudia war. Und dann so etwas. Ich bitte Claudias Angehörige zutiefst um Verzeihung. Es tut mir so leid, dass ich ihren Schmerz noch vertieft habe.

25.04.

Vorspann

 

Am Sonnabend war viel zu tun. Und schlechtes Wetter. Am Sonntag dann noch saubermachen, dies und das, Mittag essen. Gutes Wetter. Losfahren? Nach all dem, was in den letzten nicht acht Tagen auf mich eingestürmt ist? Ich merke ein komisches Gefühl im Bauch und es wird stärker. Ab auf den Platz: Selbstvertrauen aufbauen, mit Leuten reden. Schauen, was geht.
Die Stimmung ist nicht wie zu Saisonbeginn, großartige Flachsereien erlebt man nicht. Die Stimmung ist aber auch nicht niedergedrückt. Ist das gut so? Ich habe meinen ProTrack vergessen, vor allem aber die Kleberinge für die Überbrille, damit ich die Helmkamera besser ausrichten kann. Also nochmal zurück. Als ich nach 25min zurück bin, kommt gerade der 20-min-Call für den nächsten Lift.

 

Sprung: 274

Daten:

  • Exit: 4100m
  • Depl.Alt: 975m
  • FF-Zeit: 62s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 193km/h

Im Flugzeug bin ich nicht richtig entspannt, aber auch nicht ängstlich. Irgendwie komisch; ähnlich dem Gemütskuddelmuddel bei den ersten Frischlizenzlersprüngen. Ein paar Impressionen mit der Helmkamera aufnehmen, dann wieder ausschalten, um die Batterie zu schonen. Exithöhe, Türe auf und ich gehe vor dem Tandem als letzter Einzelstern raus, winke Frank zu und ab. Schön dem Flugzeug hinterherschauen, Kopf weit in den Nacken. Danach will ich vor allem sowohl bewusst die Höhe und den Luftraum kontrollieren, saubere Drehungen fliegen und entspannt liegen und zudem auch möglichst ruhig Impressionen filmen. Zu einem Salto habe ich keine Lust, schaue mir statt dessen mal wieder bewusst den Luftraum samt Cumuli und Gera an. Hmm, ich bin eh letzter und scheine doch hänge doch etwas weiter draußen, also bissel größere Pullhöhe. Oha, der 170er VTec öffnet sportlich. Nicht, dass es wehtut, aber es geht doch recht schnell. Der Weg zurück zum Platz geht dank stärkeren Windes schnell, ich drehe noch ein paar Höhenabbaurunden über dem Feld nebenan und ziehe zur letzten Kurve links über das Aero-Gebäude rein und baue dank Wind eine supersanfte Landung. Die entschädigt mich dafür, dass die Cam nicht angegangen ist, lieber einen anderen Springer fragen ;-)

 

Sprung: 275

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 850m
  • FF-Zeit: 65s
  • Avg.Speed: 177km/h
  • Max.Speed: 211km/h

Packen geht ganz gut und nicht allzu lang danach geht der nächste Lift. Vorher noch bissel schwatzen, heute sind eine Menge Freeflyer da, u.a. Nine und Jörn mit dem kleinen Ben-Eli, der stilgerecht eine winzigkleine Freefly-Hose (mit Aero-Suits-Logo :-) trägt und damit über den Packteppich krabbelt.
Wolli Bipps ist gekommen, wir wollen einen Zweier machen. Thommy Schneider spendiert uns einen Instructorsprung mit Frank. Was leichtes sollen wir machen und briefen auch so. Dann aber endlich hoch. Exit klappt schön. Danach open accordian der beiden auf mich zu. Wolli greift sich gleich meine Hand, Frank ist bissel verduzt und schaut zu, wie wir anfangen zu drehen und das dann langsam stoppen. Am Boden erklärt er uns, dass wir die Beine - wie eingeschärft - lang gemacht haben, kein Wunder, dass die zwei Kraftmomente aufeinander zu dann eine Drehung bewirken :-) Als wir aufhören zu hubschraubern, fliegt Frank uns an, Stern. Loslassen, open accordian auf Frank zu. Wolli ist wieder schneller... vor allem aber sind die beiden auch fallmäßig schneller, paff, sind sie weg. Zudem bin ich wieder sehr angespannt und habe auch noch Rückwärtsfahrt. Das korrigiere ich dann zwar, komme zu den beiden aber nicht mehr runter, menno... 2000m: Ich winke good bye und zische fort, schaue den beiden zu, bremse ein bissel, schaue nochmals, kontrolliere den Luftraum und tracke noch ein Stück, floate dann auf und pulle. Der Schirm lässt ein kleines bissel auf sich warten, geht dafür dann aber umso zügiger auf; sieht dann lustig im Video aus... ;-] Dafür machen Schirmfahrt und Landung sehr viel Spaß und beim Debriefing gibt Frank mir noch einen ganz wichtigen Tip für die FF-Haltung: Ich muss die Beine wirklich gaaanz lang machen und wirklich sauber liegen. Und vielleicht auch über Blei nachdenken.

 

Sprung: 276

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 975m
  • FF-Zeit: 62s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 211km/h

Wolli und ich beschließen, noch einen Zweier nachzuschieben. Der Exit klappt gut und auch der erste Stern. Danach jedoch ist das fliegende Hufeisen fort, ich schaue hinterher. Doch die neue Beinhaltung bewahrt mich davon, groß wegzutreiben, lediglich von der Höhendifferenz wird es nicht wesentlich besser. (Chris rät mir etwas später, zunächst einmal zu probieren, die Arme ganz weit hereinzunehmen, was die Geschwindigkeit erhöht.) Ich kämpfe eine ganze Weile, aber dann winke ich Wolli Tschüß, drehe ich weg und mache noch ein bissel Spaß. In 1500m dann Wegtracken vom Feinsten, und da ich mal wieder die A*schkarte gezogen habe und vom Platz wegtracke und wir ohnehin niemanden, der tiefer als 1500m zieht, hinter uns haben, werfe ich die Keule ein wenig eher. Die Rückreise macht viel Spaß und auch die Landung, die sogar außerordentlich elegant eingedreht (NEIN, nicht gehookt!) eingeleitet wird; also nicht so ein ewig-vorher-gradeaus-Anflug.

 

Sprung: 277

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 875m
  • FF-Zeit: 68s
  • Avg.Speed: 175km/h
  • Max.Speed: 188km/h

Auswertung mit Wolli, Packen, noch einer mit Wolli geht nicht: Seine Familie ruft. Und da die Kinder ja um die 15 Jahre jünger als meine sind, auch mehr als verständlich :-) Ein letzter Lift wird aufgerufen und da frage ich Jörg, ob wir nicht was zusammen RW-mäßig machen wollen. Mal sehen, ob was klappt. Der Kollege hat eine flatterige Kutte an, naja, besser damit Bauchfliegen als mit nem RW-Anzug Freefly machen. Exit klappt wunderbar, ich floate erstmals. Aber als wir loslassen... bin ich zuppdizupp unten. Der Kollege ist ja auch noch sehr leicht für seine Größe. Vize gibt mir später noch Tips, wie man sich besser hochbaggern kann, aber nach 1000m lasse ich es bleiben, zische ein Stück weg und habe noch ein bissel Spaß, dann nochmal tracken und auch die letzte Öffnung ist recht sportlich. Der Wind ist beinahe schlafen gegangen, so dass ich beim Landen einen rechten Speed draufhabe und erstmals auslaufen muss :-)

Nach dem Packen gibts noch ein Bier, wir schwatzen noch etwas und dann gehts heim. Normalität? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich nicht, denn ich nehme keinerlei Fotos auf und überlege, ob ich die vielen Bilder auf der Homepage hier offline nehme. Aber wäre das sinnvoll? Angemessen? Welche Signale würde das aussenden? Ich weiß es nicht und lasse sie erstmal verlinkt.

01.05.

Vorspann

 

1. Mai, "Kampf- und Feiertag der Werktätigen" hieß das früher mal. Heutzutage betreibt eine spezialdemokratisch-olivgrüne Regierung Sozialabbau und... wohl nicht mal 200 Leute folgen in der Großstadt Gera einem Demoaufruf der Gewerkschaften. Im Park der Jugend etwas mehr Betrieb, aber das gibts ja auch Roster und Bier. Wie dem auch sei, wir können uns zumindest zugute halten, ein bissel was getan zu haben und gehen, als es ganz ins volxtümelnde abgleitet, nach Hause. Dort greife ich mein Zeugs und fahre auf den Platz hinaus, heute ist auch Aldispringen und das Wetter ist mal, ganz im Gegensatz zu den vorigen Jahren, nicht regnerisch... noch nicht. Der Platz ist krachend voll und ich ergattere einen Flug in Maschine 11 (2 Stunden gemütliches Warten angesagt) mit nem Leihgurtzeug: Letztmalig! Das Teardrop ist angekommen und Chris lässt sich von mir nach der ersten Anprobe das OK zum Zusammenbauen und vor allem die Schirme plus Cypres geben. In Load 11 gehe ich noch mit dem Next und Wolli Beer als Partner.

 

Sprung: 278

Daten:

  • Exit: 4075
  • Depl.Alt: 825m
  • FF-Zeit: 64s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 201km/h

Die Maschine ist ziemlich voll und es ist tüchtig eng. Aber das ist nicht schlimm, ich sitze in netter Nachbarschaft. Auf Exithöhe sind Wolli und ich die ersten, kein Vierer an Bord. Tja, rotes Lämpchen der Cam checken (durch das Weitwinkelobjektiv sieht Wolli recht lustig aus, als wir das später anschauen), aufbauen und raus gehts. Wir stehen etwas hoch, aber schnell ist das ausgebügelt und wir lassen los. Anfangs halte ich noch mit Wolli mit, aber dann geht er doch in den Keller weg. Und obwohl ich die Arme so weit reinnehme, wie Bernd das Brot (der sitzt bei uns zu Hause auch auf der Couch) - hier eine Impression - schaffe ich es nicht, mich schnell genug an Wolli ranzuarbeiten und tracke bei 2000m ein bissel weg und mache noch etwas Drehungen, sehe mich dann bei 1500m um und zische weg und ...naja, eben nochmal ne sportliche Öffnung. Da ich dicht am Platz bin, schaue ich nach dem obligaten Check etc schön ruhig in die Runde für ein paar nette Impressionen. Die Landung ist auch ein bissel sportlich, da der Wind beinahe schlafen gegangen ist.
Anschließend fahre ich schnell nach Hause, Papiere holen und sehe dann Chris fasziniert zu, wie er mein neues Rig zusammenbaut. Da das Wetter zunehmend der Vorhersage entspricht, wird nicht mehr viel und um 17:30 gehen nach offiziellem Sprungschluss die Kronkorken auf, es wird noch jede Menge geschwatzt. Mal sehen, was der Sonntag bietet.

15.05.

Vorspann

 

Eine ganze Weile her, dass ich richtig gesprungen bin. Aber das lag vor allem am Wetter und dann hat man eben noch Familie und Beruf. Am vorigen Wochenende wollte ich zudem auch einfach nicht springen gehen. Wir waren am Freitag zuvor zu Claudias Beerdigung. Sehr würdevoll, angemessen. Viele kamen, um Abschied zu nehmen. Das macht den Verlust umso deutlicher, viele Tränen. Polizei schützt vor ungebetenen Sensationsreportern.

Heute habe ich schon einiges hinter mich gebracht: Ein guter Bekannter meiner Tochter Korina ist von seiner mehrjährigen Reise nach Australien, die mit einigen Monaten durch Asien endete, wieder in Europa angekommen und möchte zunächst seine "Kleine" besuchen. Wir holen ihn vom Flughafen FFM ab, der dank Navisystem - aber auch mit mit etwas Orientierungsvermögen - leicht zu finden ist. Zurück (klingt leichter als nach exakt 701 km :-)) erstmal frischmachen, was essen und... den Luke gleich wieder ins Flugzeug setzen: Gera von oben anschauen. Das Erklären übernimmt Pilot Michi und macht das auch ganz vorherragend.

 

Sprung: 279

Daten:

  • Exit: 4125m
  • Depl.Alt: 1175m
  • FF-Zeit: 60s
  • Avg.Speed: 187km/h
  • Max.Speed: 196km/h

Ich bin mit eingestiegen, mit dem neuen Rig, einem Teardrop SF. Das Foto hier zeigt neben der Blümchentapete im Flur bei uns, wie es aussieht und wie schön es mit der neuen Kombi harmoniert. Als Gipfel der Dekadenz gibts dazu noch eine dazu passende Packmatte, auch von Aero Suit; von Chris Buß persönlich geschneidert ;-)

Ich winke noch schön und dann gehts die Rutschbahn runter, mal wieder rausgefloatet. Die Kamera ist mitgekommen, ich schaue dem Flieger hinterher. Später kann man einiges auf Video sehen, aber ich muss noch besser visieren und mit dem Nacken "denken" beim Filmen und nicht die Augen bewegen. Danach Konzentration auf Scheingriffe (immerhin ein neues Rig) und bissel Drehungen, die dafür aber schnell. Klappt doch alles schön und fühlt sich gut an. In 1300m winke ich, wie vorher mit den anderen vereinbart, ab und der Safire-Buntling über mir geht gehorsam auf. Ich probe herum, fühlt sich alles ganz nett und vertraut an, aber die ersten Drehungen sind doch radikaler als beim gleichgroßen VTec vorher. Man merkt eben, dass der Safire ne Halbellipse ist. Irgendwann ist es sowweit, dass ich auch mal ne Ellipse ausprobiere, schießt es mir durch den Kopf, aber bis dahin fällt noch viel Geld aus dem Flieger ;-) Der Heimflug macht viel Spaß, da ich nicht groß zum Platz muss. Ich prüfe auch den Wind und schätze den Spot für die letzte Drehung gut ein, so dass ich ordentlich aufsetze. Der Wind ist bockig, vielleicht erwischen mich auch noch letzte Leewindablösungen, sodass die Landung etwas... seltsam wird. Das will ich dann doch nochmal wissen. Packen klappt halbwegs, obwohl das Nullgewebe noch fast wie neu ist und ebenso schön rutschelig. Chris hilft und ich schaue mir was ab. Beim Auswerten des ProTracks stelle ich übrigens fest, dass ich die Grenze von vier Stunden Freifall geknackt habe. (Wahrscheinlich sogar etwas mehr, da ich bei den ersten 50 Freeflysprüngen sicher zu kurze Zeiten geschätzt habe, aber togal ;-)

 

Sprung: 280

Daten:

  • Exit: 4125m
  • Depl.Alt: 850m
  • FF-Zeit: 68s
  • Avg.Speed: 187km/h
  • Max.Speed: 201km/h

Also schnell nochmal hoch mit dem nächsten Flieger. Ich gehe als erster raus, coolsen. Dass das Training beim Family Fitness in Bieblach-Ost was bringt, habe ich schon beim Packen und bei Manövern am Schirm, die etwas mehr Krafteinsatz erfordern, mitbekommen. Jetzt hebe ich die Tür hoch, als sei das kein Problem. Ist es auch nicht, aber früher hatte ich da schon mehr zu würgen. Wieder ein schöner floating exit und schööön den Kopf in den Nacken, lange dem Flieger hinterherschauen, bis ich den nächsten Springer herausfloaten sehe. Danach konzentriere ich mich aufs schöne Kamerafliegen, Gera aus dem Freifall filmen, so zwischen den Wölkchen sieht das nett aus. Dazu auch bewusst und trotzdem entspannt liegen. Kontrolle, ob die Beine lang sind und dicht beisammen, und präzise drehen, ach, das macht alles so viel Spaß. Später sehe ich, dass ich dabei schneller bin als beim Wolli-Beer-Einkriegen wollen. Komisch, komisch. Die Öffnung ist wieder schnüffelmäßig und schön symmetrisch, beschwingt kreise ich zum Platz zurück. Den Landespot habe ich mir auch wieder gut ausgesucht und die Landung klappt deutlich eleganter. Frank, mittlerweile Tandemaster, Videoflieger und Lehrer, setzt neben mir auf und ich filme ihn noch. Dann ab, packen und es geht mit Korina und Luke nach Hause.

16.05.

Sprung: 281

Daten:

  • Exit: 4125m
  • Depl.Alt: 825m
  • FF-Zeit: 64s
  • Avg.Speed: 192km/h
  • Max.Speed: 204km/h

Der Tag fing mit nicht ganz so tollem Wetter an, aber das änderte sich zusehends. Zunächst waren die häuslichen Pflichten an der Reihe, nach dem Mittagessen gings dann auf eine ausführliche Besichtigungstour durch Gera. Dabei stellte ich fest, dass - lags am Wetter oder daran, dass ich einige Orte längere Zeit nicht genauer besehen habe? - Gera doch eine ganze Reihe schöner Ecken hat. Nun, jedenfalls bot sich am Spätnachmittag noch ein kleines Zeitfenster, also raus auf den Platz. Für Load 8, den letzten Lift, reichte es. Keiner für einen Zweier oder so zur Hand, dann also schön weiter Kamerafliegen üben. Angela ermunterte mich, einen diving exit zu machen. Vorher schaute ich noch den Freeflyern beim Exit hinterher und dann gings ab, die Rutschbahn hinunter. Dass mir das mal so viel Probleme bereitet hatte... Das Wetter und damit die Sicht waren so schön, dass ich gar nicht erst groß Faxen machte, sondern schön entspannt und möglichst ruhig Gera und seine Umgebung auf Video bannte; unter anderem die Kegelhalden, die ja bald eingeebnet werden sollen. Dennoch war ich fasziniert, wie schnell und präzise sich allein mit den Beinen (vermittels der Booties) steuern lässt. Die Öffnung war superschmeichelweich, symmetrisch und absolut im Heading. Auch die Landung klappte vorzüglich, ohne die Booties hochzuklappen und mit einem klein wenig Schwung gelang ein erstes Swoopchen (bald werden die Frontriserschlaufen zum Einsatz gebracht ;-) mit butterweichem Aufsetzen. Das Video gefiel nicht nur mir recht gut, da zeigen sich schöne Fortschritte. Vielleicht kann ich ja zum Jahresende das eine oder andere zum Jahresvideo des FSC 4000 beitragen. Nach dem Packen überall glückliche Gesichter, einige Leute hatten ihren AFF-Level 1 bestanden und waren allesamt begeistert. Schnell trank ich mein Bier aus und fuhr heim: Vor etwas mehr als einem Monat hatte eine nette Kameradin ihre ersten Freifallsprünge durchgeführt...

20.05.

Vorspann

 

Himmelfahrt. Andere nehmen den Tag der Auferstehung des HErrn mittels Wortumdeutung als Männertag und besaufen sich kräftig bei einer Landpartie. Springer suchen die Nähe des HErrn und steigen auf in den Himmel: Nüchtern. ;-) Dafür dankt uns der HErr und beschert und schönes Wetter zum Beginn des RW-Kurses. Ich habe mir ausbedungen, mit Angela zu trainieren, irgendwie bin ich der Meinung, dass ich mit Frauen besser mitspringen kann und sie zudem die Auswertung netter machen. Ach, was solls, und natürlich springt man mit einem weiblichen Engel natürlich lieber :-)

 

Sprung: 282

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 650m
  • FF-Zeit: 68s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 198km/h

Nach einem ausführlichen Briefing, bei dem Angela auch abklopft, was ich schon so alles bisher gemacht habe, was meine Erfahrungen sind etc verabreden wir den Exit: Ungelinkt, beide diven. Danach geht es darum, schnell zusammenzukommen und dann zu leveln und auch Griffe zu nehmen. Erstmal kennenlernen. Und vor allem: Ruhig und entspannt zu fliegen, Spaß zu haben. Beim Aufstieg bin ich dann doch etwas aufgeregt und denke mal wieder an meiner Schöler, die ja auch Prüfungen machen müssen. Als aber endlich die Türe aufgeht, legt sich das und wir diven heraus. Geht auch halbwegs gut und dann erhascht Angela mich auch; Stern. Danach sieht es so aus, als ob wir gut zusammen fliegen, leveln und Griffe nehmen klappt gut... Aber bei der Auswertung zeigt sich dann, dass ich die Beine längst nicht durchgestreckt habe und sie mir viel hinterherkommen musste, da ich ja rückwärts gefahren bin... Dennoch hatte ich Spaß - am Gesicht wars aber nicht unbedingt zu sehen =;-) Separation klappt schön und der Safire begeistert mich mit einer schönen symmetrischen Schnüffelöffnung, auch der Heimweg macht Spaß, die Landung ebenso. Packen, Debriefing und den nächsten Sprung gebrieft.

 

Sprung: 283

Daten:

  • Exit: 4100m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 71s
  • Avg.Speed: 177km/h
  • Max.Speed: 195km/h

Bei dem kommt Lutz mit, der lange der CamFlieger von Octopus war, dem Team von Angela. Ich gehe diesmal floatend raus, Angela ist Diver. Exit klappt schön, diesmal muss ich Angela fangen. Heißt, dass sie sich von mir wegdreht und ich muss sie, z.B. mit einem Viertelkreis anfliegen. Klingt gut und da ich nicht groß auf Leveln achten muss, sollte das klappen... Grummel, warum wird das nix? Zum Glück hat Angie mich schon vorher auf die laaaangen Beine aufmerksam gemacht und zeigt mir an, was zu tun ist. Also bissel mehr durchgedrückt und erster Kontakt. (Videodebrief zeigt, dass sie mir entgegenkam :-) Wie getrennt, wieder anfliegen, wieder Zeichen - also noch mehr durchgedrückt - NOCHMAL das Beine-Lang-Zeichen. NOCHMAL? Aber da endlich klickt es und ich verstehe es mental und körperlich. Ich denke, dass ich die Beine völlig eben habe (Videodebrief zeigt, dass dem noch nicht so ist :-) und... ich fahre Angela nicht um, sondern kann endlich ordentlich manövrieren! Das ist ja c00l. Ich hasche Angela noch ein 2-3x und dann beschließe ich bei 1500m, als Angela mir bedeutet, etwas entspannter zu werden, dass das das Zeichen zum Separieren ist und haue bei 1400m ab. Naja... ;-) Schnüffelöffnung, schöne Heimfahrt, schöööne Landung. Packen, Debriefing, Briefing für den nächsten Sprung. Ach ja: das Briefing wird jeweils an der Absprungattrappe kurz vor dem Sprung nochmals wiederholt. :-)

 

Sprung: 284

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 70s
  • Avg.Speed: 175km/h
  • Max.Speed: 201km/h

Diesmal bin ich schon viel lockerer beim Aufstieg. Der Exit wie gehabt, ich floate und Angela kommt als Diver hinterher. Schnell haben wir uns und dann gehts los: Ich nehme Sidebody-Griff bei Angela, Stern, dann drehe ich und Angela nimmt Sidebody-Griffe bei mir, dann wieder Stern, dann dreht Angela um 180° und greife ihre Beingriffleistern (nennt sich CAT; kurz für Caterpillar = Raupe, weil man wie ne Raupe hintereinander hängt), dann wieder Stern, dann ich zum CAT wegdrehen. Tschä, und das klappt sowas von gut, dass wir das 2x komplett durchspielen, also insgesamt 12 Punkte. Bei 1500m habe ich das totale Grinsen im Gesicht. Angela schnappt mich einfach und bringt den Stern zum Drehen, ich drehe kräftig mit, goil. Bei 1300m lassen wir los, winken und zu und separieren. Schirmfahrt und Landung sind gewohnt schön, aber schnell abklatschen, ich bin total begeistert. Angela freut sich auch, dass ich Fortschritte mache. Na, dann packen, Debriefing und Briefing für den nächsten 1-on-1.

 

Sprung: 285

Daten:

  • Exit: 4175m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 71s
  • Avg.Speed: 177km/h
  • Max.Speed: 203km/h

Diesmal gehen wir gelinkt raus und ich floate wieder. Klappt schön und diesmal fängt Angela schon auf den letzten Resten vom relativen Wind mit Arbeiten an. Cool, denke ich. Also gehts los: compressed. Dass heißt, dass man jeweils die äußeren Beingriffe des Partners nimmt, also fast wie die Zwillinge von dieser Messerfirma, wenn ich mich recht entsinne. Jedenfalls grüble ich im Flugzeug, ob das wirklich alles so klappt, aber bis auf eine Gurke, bei der ich unkonzentriert bin und die langen Beine etwas vergesse, klappt das ganz gut und Angela ist auch anzusehen, dass sie das genauso sieht. Da genießt man die Sahneöffnung und die Schirmfahrt umso mehr. Beim Landen will ich mittlerweile genau auf den Punkt kommen, diesmal bin ich ca. 2-3m darüber hinaus - man muss sich ja Ziele setzen :-) Angela macht nach dem Packen eine ausführliche Auswertung. Viel Lob, natürlich auch das, woran ich weiter arbeiten muss. Zum Bleistift biete ich bei Drehungen die Beine oft nicht ordentlich an, sondern drehe 10-15° zu wenig. Das kann man bei nem 2er zwar ausgleichen, bei einem 4er dann aber nicht mehr. Dann bietet sie noch an, dass sie, Nils (auch ein Octopode :-) und ich noch einen 3er machen. Na klar will ich.

 

Sprung: 286

Daten:

  • Exit: 4000m
  • Depl.Alt: 700m
  • FF-Zeit: 67s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 195km/h

Exit mal wieder als Diver, zusammen mit Angela. Klappt alles ganz gut, leider haut es mir dabei die Überbrille hoch und der Fahrtwind bläst mir in die Augen. Aber OK, die Formation liegt sauber in der Luft, los gehts. Und der Herr Kruse entwickelt einen klassischen Brainlock. Statt mich so zu drehen - wie gebrieft - dass Nils mich sidebodymäßig greifen kann, will ich nen compressed machen. Und wundere mich, warum das nicht so geht und warum Nils mich sehr verwundert anschaut und schiebe das vielleicht innerlich auf die sehr eingeschränkte Sicht. Naja, zurück und ich grabsche an Nils ran, geht doch. Wieder zurück und... wieder macht der Herr Kruse Quark. Beim Auflösen poppe ich hoch und bissel zurück und... komme gleich schnell wieder an. Hehe, das hätte ich noch gestern nicht gekonnt! Naja, noch nen Kontakt, und dann ist auch das Geld mehr oder minder alle, aber letztlich war der Sprung doch ganz nett und die Beiden sind mir am Boden auch überhaupt nicht böse. Noch etwas, was mir sehr wichtig ist: Dadurch werde ich innerlich irgendwie lockerer und erkenne, dass die Beiden es tatsächlich ernst meinen, wenn sie sagen, dass jeder mal nen Sprung ...hüstel... aufregend unvorhergesehen gestalten kann und man sich dann nicht groß erregt, sondern das ruhig auswertet. Tja, dann packe ich also, nochmal kurzes Debriefingsgespräch und dann bereite ich mich auf Sprung 6 des Tages vor: Einen Trackdive.

 

Sprung: 287

Daten:

  • Exit: 4300m
  • Depl.Alt: 650m
  • FF-Zeit: 74s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 214km/h

Einen ziemlich großen, die Machine ist knackvoll. Ich nehme die Helmkamera mit und beschließe, mit den RW-Klamotten mitzuspringen. Beim Exit bin ich im vorderen Drittel, dive raus und wie ich dann gleich drehen will, um der Maschine hinterherzutracken, poppt einer an mich ran. Hätte mich früher Kobolz schießen lassen, diesmal ist alles entspannt und ich korrigiere nach. Ich zische schön auf den Teppichfritzen zu, der den Leader macht und bin recht schnell dicht dran. Siehe hierzu die Bilder 1,  2  und  3. Hehe, dichter als bei allen Trackdives zuvor :-) André will mit Jörn als Leader abwechseln, das klappt nicht so ganz und zupp, schlägt er ein wenig Kobolz. Ich bin verwirrt, gerate noch dazu in seine Wirbelschleppe und zische über ihm vorbei und saufe ein bissel ab. Ich gucke nach hinten, jede Menge Leute. Hochbaggern? Lieber nicht; ich verzische mich statt dessen lieber zur Seite und mache meinen eigenen Trackdive, ca. 20-30° von der Gruppe weg. Macht auch Spaß, ich habe keinerlei Lust auf irgendwelche Experimente und denke nur an Sicherheit. Bei 1000m nochmal große Luftraumkontrolle, auffloaten, schönes Abwinken und eine super Schnüffelöffnung. Der Weg zurück macht viel Spaß und ich filme aus der Luft, wie Jörn und André swoopen, dann zische ich heran, greife beherzt in die Frontriserschlaufen und heize etwas an. Ja, da kommt tatsächlich sowas wie ein Swoop heraus, nett. Abklatschen, Schirm packen, Zeugs verstauen und umziehen. Danach gibts Freibier und Uli Issel hat Rostbrätel mitgebracht, die er mit Wolli Bipps grillt. Bin beeindruckt und nehme gern das Angebot an, zuzugreifen. Die Stimmung ist gut und gegen 21 Uhr fahre ich nach Hause. Was für ein schöner Tag.

22.05.

Sprung: 288

Daten:

  • Exit: ca. 1300m
  • Depl.Alt: ca. 1100m
  • FF-Zeit: ca. 5s
  • Avg.Speed: ---
  • Max.Speed: ---

Am Tage davor war richtig schlechtes Wetter: Nix ging. Am Sonnabend feiern wir den Geburtstag meiner Tochter. Am späten Nachmittag geht sie mit Freunden feiern, ich schaue auf dem Platz vorbei. Wenigstens ein flacher Hüpfer geht, Canopy-Seminar in die Praxis umsetzen. Es geht recht flach raus, eine Wolke meint es schlecht mit uns; zudem muss Michi noch etwas gegen die eigentlich geplante Richtung absetzen. Macht nix. Ich gehe nach Klaus, einem Automatikspringer, heraus und tue so, als ob es ein Notabsprung wäre, bei dem mich jemand beim Exit anrempelt und mache noch einen Kobolz. Danach lege ich mich hin und ziehe... Die weicheste Öffnung überhaupt. Klar, bei der relativ geringen Geschwindigkeit. Danach mache ich einen Klassikfehler: Erst den Slider eingeholt und dann die Flugrichtung gecheckt. Danach gehts zurück zum Platz und ich schaue, was so geht an Spielereien; leider nicht ganz so viel angesichts des Spots und des Windes. Dennoch schaffe ich es, den klassischen Landeanflug (mit letzter Kurve links) zu fliegen. Ich will den Schirm schön geradestellen, flare aber etwas zu spät und dadurch zu stark, so dass ich ziemlich vor den Schirm schwinge und zu tun habe, stehenzubleiben. Packen, Debriefing mit Chris und... nach einigem Warten zeigt sich, dass für einen weiteren Lift nicht mehr genug Springer da sind. Schade. Besonders, da am nächsten Tag mal wieder ganz übles Wetter herrscht und nichts geht. Naja, dann hoffen wir mal auf das Pfingswochenende.

29.05.

Vorspann

 

Pfingsten. Das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes. Es beendet die Osterpassion. Noch nicht mal ein Drittel der Bürger sollen wissen, worum es bei diesem Fest geht. Die Jünger gingen bestärkt hinaus in die Welt und verkündeten die Frohe Botschaft. Naja, zumindest die Pfingstausflüge haben wohl etwas mit dem urspünglichen Gedanken zu tun. Und bei uns Falschrumspringern geht der Ausflug halt auf den Platz oder - und dann am besten mehrfach - hoch in die Lüfte. In den Wochen zuvor gab es jede Menge schlechten Wetters, das sich boshafterweise zum Abend hin oft besserte und zauberhafte Sonnenuntergänge fabrizierte. Siehe hier und hier. Doch diesmal sah es gut aus und Petrus hielt sich an die Voraussagen der Wetterfrösche. Auf dem Platz trotzdem kein großes Gewusel. OK, ich bin pünktlich um 9:00 da, aber auch später ist der Andrang nicht so stark, wie ich es aus den Jahren zuvor in Erinnerung habe. Die Leute können den Euro halt nur einmal ausgeben und wenn die Regierung dem gemeinen Volke gehörig in die Taschen greift, muss gespart werden und das ist leider auch oft das Steckenpferd :-(
Aufgrund einer Bitte erfolgt diesmal (wirklich nur diesmal ;-) eine etwas ausführlichere Erläuterung von Begriffen. Nach und nach werden diese auch in die FAQ eingebaut, sodass dann dort nachgeschlagen werden kann :-)

 

Sprung: 289

Daten:

  • Exit: 4150m
  • Depl.Alt: 700m
  • FF-Zeit: 69s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 216km/h

Lift 1 geht nach einiger Zeit hoch. Ich habe mich bereits zu Hause warmgemacht und gedehnt, sodass ich trotz sehr gemütlichen Auspackens und Gearcheck vom Gründlichsten noch Zeit für einen Schwatz habe. Hoschi ist am Platz und zack-zack haben wir einen Zweier verabredet. Mal schauen, was so geht. Hoch gehts und wir bauen uns auf: Ich als Floater, Hoschi als Diver. Für uns beide eher was Neues; man soll ja nicht immer nur die Schokoladenseite trainieren ;-) Der Exit klappt soweit und wir legen uns erstmal hin, entspannen. Siehe Bild. Loslassen und... Hoschi geht bissel in den Keller, unter mich. Ich gebe Gas, um nicht in seinem Lee runterzuhämmern und biege dann mehr durch. Hoschi hat etwas Rückwärtsfahrt, es dauert etwas, bis wir wieder Kontakt nehmen. Danach Sidebody - also Hoschi fasst bei mir seitlich (in dem Falle meine rechte Seite) ein Bein und einen Arm von mir an - Stern (beide liegen gegenüber und fassen sich an den Händen) - wieder Sidebody, dann ist das Geld alle und wir separieren. (Das bedeutet, dass man sich lang macht, also die Beine ganz durchstreckt, die Arme an den Körper anlegt und so sehr gut Vorwärtsfahrt macht. Natürlich müssen sich die Beteiligten voneinander weg bewegen ;-) Die Schimrfahrt macht Spaß und ich schaue ein wenig die Landschaft an. Die Landerichtung hat sich gegenüber dem Start geändert. Jedoch: Der Wind ist sehr schwach, sodass die Landung Spaß macht und Übungsmöglichkeiten fürs Swoopen bietet. Dazu macht man sich beim Landeanflug zunächst groß, sodass der Körper infolge des Luftwiderstandes hinter dem Schirm zurückbleibt. Dann werden die Steuerleinen etwas angezogen - der Schirm wird etwas gebremst und produziert etwas mehr Auftrieb; stelllt sich also gerade. Der Springer macht sich jetzt kleiner, sodass man unter der Kappe ist und möglichst lang über den Boden "surft". Das ist der Swoop. Geht der dem Ende zu (das merkt man) zieht man die Steuerleinen richtig durch, bremst die Kappe ganz ab und produziert mehr Auftrieb, sodass man ein klein wenig hochgehoben wird und ganz sanft und langsam aufsetzt. Soweit die Theorie des schönen Swoops; die Praxisumsetzung klappt aber mittlerweile meist schon recht gut. Ich muss lediglich ein klein bissel auslaufen.

 

Sprung: 290

Daten:

  • Exit: 4150m
  • Depl.Alt: 700m
  • FF-Zeit: 69s
  • Avg.Speed: 187km/h
  • Max.Speed: 204km/h

Nach dem Packen gehts gleich nochmal hoch mit Hoschi: Das üben wir doch noch einmal. Der Exit ist stabil, wir liegen wieder eine Weile: Ruhe reinbringen. Siehe Bild. Kurz darauf zeigt er mir sogar die Zunge ;-) Loslassen, wieder bin ich etwas oben. Auf dem Video sehe ich dann, dass Hoschi ziemlich gut durchgebogen ist. (Die Geschwindigkeit ist auch höher, wie man nebenan sehen kann.) Nun gut, also runterarbeiten, Sidebody nehmen danach zum Stern. Dann drehe ich zum Sidebody für Hoschi, der fährt zunächst ein bissel zuurück und braucht eine Weile, ehe er andockt. Naja, wir wollen ja vor allem Spaß haben. Wir separieren bei 1500m und ab gehts Richtung Horizont ;-) Schirmfahrt und Landung machen viel Spaß und ich filme noch die Landung von Wolli Bipps und Hoschi.

 

Sprung: 291

Daten:

  • Exit: 3950m
  • Depl.Alt: 675m
  • FF-Zeit: 64s
  • Avg.Speed: 187km/h
  • Max.Speed: 219km/h

Für Lift 3 habe ich mich in einen Trackdive eintragen lassen. Sascha ist der Leader. Was zum Teufel ist ein Trackdive? Dabei springen die Beteiligten zugleich (naja, zumindest gaaaanz dicht hintereinander) aus dem Flugzeug, machen sich gaaanz lang (vor allem die Beine) und fliegen dann wie ein Vogelschwarm in eine vom Leader vorgegebene Richtung. Ziel ist, so dicht wie möglich zusammenzubleiben - und das bei Vertikalfallgeschwindigkeiten von bis zu 200km/h und horizontalem Vortrieb von 70 und mehr km/h. Das macht unheimlich Spaß, erfordert aber genaue Kenntnis dessen, was man macht, ein Stück Erfahrung und viel Disziplin. Diesmal sind wir zu fünft. Nicht, dass man da weniger aufmerksam sein muss als bei einem 14er-Trackdive, aber weniger Leute auf einem Haufen (auch dann am Schirm) ist schon schöner ;-) Der Exit ist ein wenig verwirbelt, aber ich arbeite mich schön an Sascha heran. Diesmal habe ich meine Freeflysachen an, sodass die Sinkrate etwas geringer als in den RW-Sachen ist. (Freeflyklamotten sind meist spezielle, etwas weitere Hosen und etwas weitere Pullover; RW-Klamotten sind die bekannten enganliegenden Springeranzüge mit Griffleisten an Armen und Beinen) Ich zische schön an Sascha heran, muss dann etwas abbremsen und halte einen Abstand von etwa 5m. Bild. Saschas ersten Rückenflug als Leader will ich nicht durcheinanderbringen, er macht das sehr gut. Auf diesem Bild sieht man, wie er gerade auf den Höhenmesser schaut, kurz darauf ist Separation angesagt. Auf dem Video von Sascha zeigt sich, dass ich am dichtesten dran bin, hehe :-) Bei meinen ersten Trackdives war ich froh, wenn ich irgendwas um 30m oder so geschafft hatte. Naja, die Zeit ist viel zu schnell um. Separation bis auf 1000m, schön umsehen, abbremsen, abwinken und ziehen. Wie immer eine schöne weiche Öffnung. Die Schirmfahrt konzentriert und doch mit viel Spaß. Leider flare ich einen Tacken zu spät und heize recht schnell über den Rasen, sodass ich mich schlussendlich seit langer Zeit mal wieder auf den Hosenboden setze. Zum Glück ist das Gras schon gut trocken und vor allem hat das Gurtzeug nix abbekommen :-)

 

Sprung: 292

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 57s
  • Avg.Speed: 233km/h
  • Max.Speed: 261km/h

Da ich einmal die Freeflysachen anhabe und Hoschi noch etwas entspannen möchte, gehts im nächsten Lift alleine hoch. Ich beobachte die Freeflyer vor mir beim Exit, filme Henrys Exit und hupfe dann raus. Naja, die Rolle rückwärts, die ich im vorigen Sommer endlich ausgemerzt hatte, ist wieder da. Togal. Danach muss ich etwas basteln, bis ich ganz stabil sitze, aber es dreht nichts. Ich konzentriere mich auf einen geraden Rücken und gerade angewinkelte Beine und mache ein paar Drehungen. Alles geht, auch das Durchdrücken der Beine zum Standup. Die Arme lasse ich im 90°-Winkel, Sicherheit und Stabilität zuerst. Da ist die Geschwindigkeit nicht ganz so hoch, aber was solls. Das Gurtzeug ist auch sicher und trotzdem springt die ganze Zeit ein komisches Gefühl mit. Nicht wirklich Angst, aber das Unterbewusstsein und ein bissel auch das Bewusstsein erinnern sich an den 11.8.2003. Bei 1500m schmeiße ich mich auf den Bauch und wundere mich: Sind die Beine oben oder wie? Check - nö, alles OK. Aber mittlerweile habe ich mich so an die Booties des RW-Anzuges gewöhnt, dass mein Gefühl die geringere Anströmung anders interpretierte :-) Die Schirmöffnung und -fahrt machen wie gewohnt Spaß. Beim Landen flare ich nach dem vorigen Debakel etwas zu hoch und gehe auf die Knie. Naja, Landungen bei fast Nullwind sind halt anspruchsvoller. Das wird schon noch. :-)

 

Sprung: 293

Daten:

  • Exit: 4000m
  • Depl.Alt: 650m
  • FF-Zeit: 71s
  • Avg.Speed: 172km/h
  • Max.Speed: 211km/h

Der nächste Sprung ist noch ein Trackdive, wieder mit Sascha als Leader. Hoschi kommt u.a. mit. Der Exit verläuft diesmal recht gut und ich zische schön auf Sascha zu. Pardauz, da zieht der Korki an mir vorbei und liegt neben Sascha. Na, dann mal ran. Als aber auch die beiden Staroste-Brüder nach vorne huschen, halte ich doch wieder ein bissel Abstand und beobachte lieber - siehe Bild. Das macht doch sehr schön Spaß und obwohl Sascha diesmal noch besser und damit flacher liegt (siehe Fallrate) ist die Zeit - natürlich - viel zu schnell vorbei. Separation klappt gut, ich vergesse allerdings, die Fassrolle, die ich mir vorgenommen hatte, zu machen. Naja, ich habe mich ja ordentlich umgesehen, winke auch schön ab und ... wie eine nahezu unendlich lange Schnüffelöffnung, oha..., danach eine nette Schirmfahrt und eine anständige Landung. Na bitte, es geht doch :-)

 

Sprung: 294

Daten:

  • Exit: 4000m
  • Depl.Alt: 700m
  • FF-Zeit: 54s
  • Avg.Speed: 238km/h
  • Max.Speed: 254km/h

Der sechste und letzte Sprung des Tages wird ein Freefly-Vierer. Sascha, der kleine der beiden Stasi-Brüder (NEIN, nicht die Mielke-Brüder, sondern Staroste mit Nachnamen, woraus irgendwann Stasi als Spitzname wurde, NEIN, nicht als Spitzelname, also wirklich, was denken sich denn manche Leser ;-))) und dann noch Korki laden mich ein, mitzukommen. Leider hauts mich beim Dive-Exit wieder um mich selbst herum und ich hänge über den Dreien. Da die zudem eh schnell sind, habe ich keine Chance, hinterherzukommen und schaue statt dessen aus dem fast permanenten Standup zu. Auch nicht schlecht. Dafür sind Separation, Öffnung, Schirmfahrt und vor allem die (Zehenspitzen)Landung vom Feinsten und ein schöner Tag neigt sich dem Ende zu, wie dieses Bild hier zeigt.

30.05.

Sprung: 295

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 700m
  • FF-Zeit: 69s
  • Avg.Speed: 180km/h
  • Max.Speed: 211km/h

Am nächsten Tag habe ich, trotz der sechs Sprünge gestern, keinen Muskelkater und so gehts nach einem gemütlichen Frühstück auf den Platz. Richtig getippt, heute gehts auch nicht sooo schnell voran, grmbl. Naja, der große Stasi (wie gesagt, kommt von Staroste ;-) fragt mich, ob wir nen RW-Zweier machen. Er will seine Cam prüfen. Na klar. Er ist zudem richtig gut im RW und so gehts nach dem Briefing hoch. Exit (ungelinkt) klappt soweit und schnell haben wir uns. Da Stasi eine Allroundkombi anhat, also nix superenges, muss er sich gut biegen, was man im Bild sehr schön sieht. Das Programm macht super Spaß: Stern, Sidebody, Stern, Sidebody, Stern, Compressed, Stern und dann verblüfft er mich mit einem lupenreinen Salto. Ich lächle, wir machen nochmal Shakehands zum Stern und separieren. Auf meinem Video sehe ich dann, dass ich die Beine noch ein bissel besser hätte strecken sollen, so hätten wir gerne noch paar Sekunden gewonnen; ich musste immer mal wieder etwas heranfahren. Aber das war schon richtig schön und begeistert schwinge ich mich zurück und als Krönung gibts noch eine richtig schnelle und gut ausgeflarte Landung :-)

 

Sprung: 296

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 750m
  • FF-Zeit: 68s
  • Avg.Speed: 177km/h
  • Max.Speed: 201km/h

Der nächste Sprung geht mit Hoschi hoch. Der große Stasi kommt als Videomann mit und hängt über uns. Wieder unser Programm, diesmal hat Hoschi aber eine Flatterkombi an, Er will sich richtig biegen und also trainieren, mit schnellen Leuten mitzukommen. Exit klappt, danach ist Hoschi doch etwas angespannt und wir haben zwar kaum Levelprobleme, aber er hat die Beine etwas zu kurz und ich muss an ihn ranarbeiten. Hehe, auch nicht schlecht, das muss ich eh trainieren. Wir machen drei Punkte. Bei 1500m ist Hoschi immer noch sehr angespannt und weil sein Pieper angeht, winkt er irgendwie so halb ab und verzischt sich... und dabei hatten wir 1300m als Separation mit Stasi vereinbart. Ich schaue irritiert. Naja, dann halt nicht und ich drehe mich rum, ab zum Horizont. Öffnung, Schirmfahrt und Landung machen Spaß und das Video von Stasi (meine Cam habe ich nicht richtig angeschaltet, erstmals kein Video ;-) zeigt und alles sehr schön. Eigentlich möchte ich gleich daran weiterarbeiten, aber Hoschi ist mit Torsten verabredet, OK.

 

Sprung: 297

Daten:

  • Exit: 4100m
  • Depl.Alt: 750m
  • FF-Zeit: 66s
  • Avg.Speed: 195km/h
  • Max.Speed: 214km/h

Also gehe ich mit Jörg (nicht Vize, sondern ein älterer Springer gleichen Vornamens) in die Luft. Er will sitzen und stehen. Leider klappt es bereits bei seinem Exit nicht (er wollte ungelinkt raus) und bin etwas unten. Danach liegt er noch lang auf dem Bauch. Ich schaue eine Weile hoch, versuche die Fallrate zu mindern (was klappt, siehe die Daten) und beschließe dann knapp über 2000m, mich dann halt alleine hinzusetzen und zu stellen. Diesmal kein komisches Gefühl, sehr schön. Also hat auch der Sprung was gebracht. Das Auf-den-Bauch-werfen mache ich auch einen Tacken später als gestern und ...naja, über Schnüffelöffnungen (Bild) traue ich mich ja kaum noch zu schreiben, Icarus Canopies bauen halt verdammt gute Schirme. Auch die Landung klappt schön.

 

Sprung: 298

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 69s
  • Avg.Speed: 175km/h
  • Max.Speed: 204km/h

Der vierte und letzte Sprung des Tages geht mit Hoschi. Der große Stasi kommt als Kameramann mit. Er hat wieder seine Flatterkombi an und auch diesmal ist die Geschwindigkeit letztlich recht gering. (Anschließend verabreden wir, dass Hoschis künftig wieder den RW-Anzug anzieht; die höhere Geschwindigkeit kriege ich ja gut hin und wir waren ja auch zusammen.) Hoschi ist wieder angespannt von wegen Durchdrücken, sodass wir erstmal ne Weile nach dem Exit liegen, aber auf dem Video zeigt sich, dass er angestrengt nach... etwas unterhalb meines Gesichtes starrt. Beim Loslassen dann schaut er mich an. Sidebody, Stern, Sidebody, Stern, Angebot zum nächsten Sidebody. Klingt leicht, aber das ist schon ein wenig Arbeit :-) Hoschi zögert ein bissel, da sind wir auch schon bei 1500m und Stasi kommt, wie verabredet zu uns. Ich schnappe mir Hoschi und wir bilden zu dritt einen Stern. Schnell einander die Zunge gezeigt (siehe Bild), spearieren und ab zum Horizont. Tja, Schnüffelöffnung und so, auch die Landung machte viel Spaß. (Das Bild zeigt übrigens auch sehr schön, wie der Slider sich durch den "Fahrtwind" bläht und der Öffnung des Schirms entgegenarbeitet, indem er die Leinen an der schnellen Streckung hindert.)
Danach Schirm und Sachen packen, ich will eher nach Hause. Ist schließlich Pfingstsonntag und ein bissel was soll noch der Familie gehören. Da fällt sogar mal das Abschlussbierchen mit Gruppenschwatz aus. Ganz nebenbei hat das noch den angenehmen Nebenbeffekt, dass ich vor dem "Jubiläums"sprung noch einen vorab zum Vorbereiten habe ;-)

06.06.

Vorspann

 

Die Woche über war das Wetter nicht so berühmt und auch am Sonnabend war Petrus nicht wirklich einsichtig. Also nutzte ich den Tag für Stunden- u.a. Vorbereitungen, Saubermachen etc und Familie. Am Sonntag war dann so ab Mittag das Wetter schön und ich hatte auch nichts mehr beruflich zu tun, so dass dem Besuch des Flugplatzes nichts im Wege stand.

 

Sprung: 299

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 70s
  • Avg.Speed: 180km/h
  • Max.Speed: 198km/h

Es waren gar nicht so viele Springer da und leider waren alle Relativer schon in Gruppen gebunden und mit Sprungschülern springen geht auch nicht; also war mal wieder ein Solosprung fällig. Auch nicht schlecht: Kameraführung üben und bissel rumturnen. Floating Exit, klappt ganz gut und jetzt schnell richtig waagerecht legen... verdammt, nicht daran gedacht, dem Flugzeug kameragerecht (also Kopf gaaanz weit im Nacken) hinterherzuschauen. Togal, dann erstmal zwei Rückwärtssalti geschlagen. Beim zweiten löst sich der rechte Bootie. Chris gibt mir später den Tip, bei so etwas die Füße komplett durchgestreckt zu lassen. Danach Höhe checken und zwei Fassrollen schlagen. Danach habe ich Pech und sause eine Weile durch eine Wolke durch. Die ist zwar soweit harmlos - noch nicht einmal Wassertropfen schwirren einem entgegen - aber dennoch ists nicht so lustig und ich lege mich ruhig auf den Bauch und schaue nach unten. Zum Glück klart es knapp oberhalb der Pullhöhe wieder auf. Noch ein Rundumcheck, schön deutlich abwinken und eine schöne Öffnung. Naja, dann mal wenigstens noch einen netten Heimweg: Geht gut, da kaum Wind herrscht. Ich lasse mir Zeit und plane gemütlich den Landeanflug. Dabei beherzige ich Chris' Tips und heize den Landeanflug über eine ganz leichte Drehung an. Tatsächlich baut das sehr effektiv und sicher Geschwindigkeit auf und ich zische schön (da wieder gerade) über den Rasen bis zum Aufsetzen. :-)

 

Sprung: 300

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 650m
  • FF-Zeit: 60s
  • Avg.Speed: 230km/h
  • Max.Speed: 254km/h

Tobi hat die Initiative übernommen und will eine größere Freeflysache machen. Da unter anderem Arne und ich mitmachen wollen, briefen wir einen Hybridsprung. Arne und ich floaten heraus und Tom (einer der Leute hinter Skydiver's Paradise) wird sich als Kugel bei uns an die Brustgurte hängen. Sobald wir sauber liegen, stellt er sich hin und die anderen werden uns als Basis nehmen und bei uns sein. Gesagt, geübt und hoch gehts. Natürlich habe ich vorab Bescheid gegeben ob des Jubelsprungs. Dann wirds bestimmt was. Der Exit geht soweit. Ein klein wenig wird Tom nach oben gedrückt, da er die Beine beim Exit doch ein klein wenig draußen hatte, aber das ist in wenigen Sekunden gefixt und Arne und ich liegen als Stern satt da, wie das Bild zeigt. Tom heizt an und stellt sich hin. Es schwaudelt ihn nach hinten, aber er pendelt das aus: Super Körperbeherrschung! Wir machen einen satten Speed, die anderen kommen im Sitzen locker mit, zwischendurch stellt sich Tobi sogar mal auf den Kopf. Arne und ich drücken die Gräten lang, als ob es Geld dafür gäbe, damit es uns nicht ganz so sehr Kopf an Kopf nach unten trichtert. Der Fahrtwind verschlägt einem fast den Atem.. vor allem aber die Einschnürung infolge der Last am Brustgurt :-) GOIL, denke ich und schaue immer mal auf den Höhenmesser, der infolge der Verwirbelungen oft hin- und herzittert mit Ausschlägen von +/-300m. Hehe. Es drückt uns mittlerweile doch ein bissel näher aneinander (Bild), aber Arne und ich halten tapfer durch. Zwischendurch erhasche ich auch aus den Augenwinkeln Tobi, aber für die Cam reichts nicht. Tobi hat dieses schöne Bild gemacht, unbedingt anschauen! Später sehen wir ihn auf Arnes Video, er hatte die bessere Perspektive. Bei 1400m lässt Tom wie verabredet einfach los und saust nach unten, während Arne und ich auseinanderstieben. Das Bild zeigt Tom, wie er gerade nach unten saust; unten sieht man die S/L-Bahn und ein paar Segelflieger der "Sperrholzsportler" ;-))) Schön wegtracken, Blick durch die Beine: Ja, alles in Ordnung. Bei 1000m schön deutlich mit Abwinken anfangen und es gibt mal eine etwas schnellere Öffnung, aber sanft ist das immer noch, dauert aber auch seine Strecke, hehe. Der Landeanflug macht Spaß, so ein schöner Jubisprung. Naja, da ist es dann auch nicht so schlimm, dass ich beim Flaren ein bissel zu hoch anfange und ob der näherkommenden B7 hektisch durchziehe, statt nochmal ganz kurz laufenzulassen. Der Schlusslift ist beachtlich und da es keinen Wind gibt, gehts dann ab in den Keller und ich plumpse auf und muss ein Knie zum Ritterschlag auf den Boden setzen, grummel. Ach, was solls, das bürste ich wieder raus, jetzt erstmal Schirm aufnehmen und abklatschen. Danke, Tobi für die Organisation!

 

Sprung: 301

Daten:

  • Exit: 4225m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 72s
  • Avg.Speed: 175km/h
  • Max.Speed: 216km/h

Irgendwie geht das Springen heute langsam und bedächtig. Ich will nicht jammern, denn ich bin ja selbst auch erst später gekommen. Tja, Feierabend denke ich und packe meine Sachen zusammen. Fast bin ich fertig, da tönt es durch die Halle, dass alle, die noch mal wollen, bitte zum Manifest kommen mögen. Und dass der Chris Lust auf nen Sprung hat. Da beame ich mich doch glatt ins Büro. Kurz darauf haben wir mit Chris einen 1-on-1 verabredet, auf dem Bauch. Tja, also wieder anziehen und alles fertigmachen. Dann briefen wir mit Chris. Üben, was ich nicht so gut kann: Sauberer Exit floatend, Leveln und Verbesserung der Vorwärtsfahrt. Dann gehts hoch, die Maschine ist noch tüchtig voll. Exit, die Großgruppe vor uns geht raus und dann stellen wir uns auf. Ich floate raus, schaue schön die Maschine und vor allem Chris an, der als Diver hinterherspringt; zack haben wir uns auch schon. Stern, Chris dreht sich um 90° und ich nehme die Arme hinter, Kopf vor (gibt gut Vorwärtsfahrt) und steuere ihn an, erst auf richtiger Position greifen. Danach Stern, dann biete ich Sidebody an und schaue sogar zu ihm hin. Meine Vorwärtsfahrt ist allerdings noch ein bissel da, Chris greift mich aber sauber. Naja, bei tausenden Sprüngen... :-) Wieder Stern, dann dreht sich Chris um 180° weg, ich steuere ihn an zum Cat. Dann wieder Stern und nun drehe ich. Ich schaue zwar, aber ich habe doch nicht ganz 180° gedreht, so dass Chris etwas cheaten muss, geht aber. Ich habe die Arme schön vorgenommen und stoppe so die Vorwärtsfahrt, tja, es rüttelt, also zurück zum Stern, nochmal Sidebody, wieder Stern und weils knapp über 1500m ist, grinsen wir uns ein bissel an, winken und separieren. Ich schaue Chris durch die Beine nach, schaue extra tief für die Kamera (die, so zeigt sich später, sich nicht eingeschaltet hatte, grummel) und merke, wie ich fast in den Headdown gehe (siehe Daten :-). Schnell gaaanz lang gemacht und weitergezischt. Abwinken und die Öffnung wieder ganz butterweich. Bei der Schirmfahrt beobachte ich die anderen und fliege schön gemütlich an. Diesmal klappt dias Anheizen aus einer ganz leichten Drehung mit abschließendem Geradeausstellen richtig schön und ich zische über den Rasen und setze gut auf.

 

Sprung: 302

Daten:

  • Exit: 4125m
  • Depl.Alt: 1725m
  • FF-Zeit: 52s
  • Avg.Speed: 177km/h
  • Max.Speed: 188km/h

Es geht noch ein Flug, die Maschine geht zurück nach Kassel. Na gut, ich bin eh angezogen und überhaupt... Chris wertet den Sprung mit mir aus und als klar ist, dass ich noch einen dranhänge, brieft er kurz mit mir: Saubere Drehungen mit Blickkontakt üben, dazuu Autobahn oder so als Referenz nehmen und in 2000m pullen; mit dem Schirm spielen. Tja, das mache ich dann auch und diesmal schaue ich richtig schön dem enteilenden Flugzeug hinterher. Dann schnell sauber hinlegen und das Heading bestimmen (also die Lage im Raum) und ich drehe 90°. Dann nochmal, diesmal mit Blickkontakt zum virtuellen Partner. tatsächlich stelle ich beim Blick nach unten fest, dass ich etwas weniger als 90° gedreht habe. Das probiere ich dann weiter, 90° und 180° jeweils, möglichst schnell. Bei 2000m dann sauber abwinken. Eigentlich kommt nur einer - sehr spät, da er die Tür vor dem Absprung von außen zugemacht hatte - hinterher und alles ist abgesprochen, aber sicher ist sicher. Dann hänge ich am Schirm, drehe mich mit den hinteren Risern in Flugplatzrichtung. Slider zuziehen, Toggels lösen und erstmal schauen, was passiert, wenn ich die Steuerleinen immer tiefer ziehe. Fasziniert betrachte ich, wie der Schwanz des Schirm immer weiter einklappt. Langsam wieder gehen lassen, dann mit den Frontrisern spielen. Argl, rechts wills nicht so. An sich ist der rechte Arm genauso gut trainiert wie der linke? Naja, nochmal Stall-Text, dann nochmal mit den Frontrisern spielen, anschließend schaue ich zum Horizont und teste mal die Punkte zum Geradeausstellen des Schirms und den abschließenden dynamischen Durchzug für den Schlußlift, klappt gut (sieht man dann auch im Video schön). Zum Abschluss drei schöne, über die rechte Steuerleine eingeleitete Drehungen, hehe, das baut Höhe ab und geht fix. (Sieht cool auf dem Video aus) Danach einen klassischen Landeanflug aufbauen und eine schöne Landung, die einen super Anblick gestattet. Anschließend packen, noch eines der Jubiläumbierchen zischen und ein schöner Tag neigt sich dem Ende zu :-)

13.06.

Vorspann

 

Tags zuvor war mal früher Lehrertag ;-) und vor allem einiges zu tun. Wir waren zu Besuch auf dem Stadtteilfest Bieblach/Ost. Viel Einsatz und Engagement, leider nicht so viele Leute, da das Wetter nicht so mitspielte. Gegen Mittag nach Bad Köstritz, 77. Geburtstag der SchwieMu feiern. Am späteren Nachmittag nochmal spazierengehen zum Stadtteilfest. Glück gehabt: Ein Trunkenbold hatte mörderisch randaliert, Polizei musste kommen und später zwei Verletzte. Darunter eine Frau, die auf der Treppe stürzte und sich dabei einen offenen Unterarmbruch zuzog. Soviel mal wieder zur Sicherheitsdebatte...
Am Tag darauf ist vormittags noch viel tun, aber gegen Mittag dann ziehts mich mit Macht auf den Platz und ich komme so, dass ich meine Sachen auspacken kann, mich kurz aufwärme und mit dem nächsten Lift hochgehe :-)

 

Sprung: 303

Daten:

  • Exit: 4200m
  • Depl.Alt: 1100m
  • FF-Zeit: 62s
  • Avg.Speed: 192km/h
  • Max.Speed: 216km/h

Mal wieder ein Soloritt, es ist auf die Schnelle niemand zu finden, der noch frei ist. Dafür aber sitze ich neben Jens, der heute mal wieder pilotiert. Michi bietet einen ungewohnten Anblick, er ist in RW-Klamotten mit einem 4er unterwegs.
Ich gehe so ziemlich als Letzter vor zwei Tandems raus und floate schön und diesmal denke ich gleich daran, dem wegfliegenden Flugzeug hinterherzuschauen, klappt gut :-) Danach konzentriere ich mich darauf, entspannt und schön durchgebogen zu liegen und mir zwischen den Wolken Gera aus verschiedenen Winkeln anzuschauen: Ich übe also auch schnelle Drehungen und diese möglichst präzise durchzuführen und schnell zu stoppen. Da bereits beim vorigen Lift einige Außenlandungen hatten, sind alle etwas übervorsichtig, ich sehe bereits zeitig Schirme vor mir aufgehen und ziehe nach Luftraumkontrolle und abwinken auch etwas höher. Wie beim Kappenflugseminar gelernt :-) hänge ich mich in die halbe Bremse und schaffe es locker zurück zum Platz, wo ich mich auch noch über eine gute Landung freuen kann.

 

Sprung: 304

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 675m
  • FF-Zeit: 66s
  • Avg.Speed: 188km/h
  • Max.Speed: 219km/h

Schirm packen, danach sehe ich Hoschi und wir verabreden unseren Standardzweier mit dem Standardprogramm. Diesmal geht Hoschi im RW-Anzug rauf, sodass er nicht so doll durchdrücken muss. Korki kommt mit als Kameramann. Der Exit klappt soweit ganz gut, wobei ich später den Tip bekomme, als Floater weiter rauszugehen, sodass der Diver mehr Platz hat (auch, um dichter ranzukommen) Loslassen war nicht so einfach, Hoschi wollte nicht, da noch Spannung auf der Formation lag. Später zeigte Korki die Ursache: Ich hatte ZU sehr die Beine langgemacht. Ab und an muss man die schon mal neutral halten. Dadurch begannen wir dann auch zu drehen und hatten zu tun, das zu stoppen. Dann loslassen, aber durch meine Vorwärtsfahrt musste Hoschi mir hinterher und danach spielten wir lustig haschen. In diesen Bildern sieht man, wie Korki sich an Hoschi heranarbeitet, um ihn zu mir zu führen, hat leider nicht so geklappt. Bild1 und Bild2. Es gab zwar zischendurch mal Kontakt, aber irgendwie war der Sprung doch nicht so prall, zumal auch das Wetter überhaupt nicht mitspielte und wir durch eine Wolke bretterten. In Separationshöhe war alles wieder klar und wenigstens die Landung machte schön Spaß. Nach der Videoauswertung mit Korki packte ich und dann entschloss ich mich, noch einen schönen Sprung dranzuhängen. El Presidente Tommy Schneider wollte mitkommen, aber dann kam der Aufruf zu zeitig und er half gerade noch einem Sprungschüler beim Packen, also gab er mir nen Sprungauftrag ;-)

 

Sprung: 305

Daten:

  • Exit: 4100m
  • Depl.Alt: 850m
  • FF-Zeit: 66s
  • Avg.Speed: 192km/h
  • Max.Speed: 203km/h

Solo gings raus und dann, wie abgesprochen, Arme kurz, Hände in etwa in Höhe der Schlüsselbeine. So kann man dann schnell mittels der Arne drehen, auch nicht schlecht. Damit war angesagt, präzise Drehungen zu üben. Das tat ich wieder und wieder, machte Spaß. In 1900m beschloss ich, mal wieder Salti zu üben. Beim zweiten Rückwärtssalto ging der rechte Bootie runter und ich machte noch eine unfreiwillige Fassrolle, naja :-) Dann halt schön hinlegen und sauber pullen und bei der Schirmfahrt nach der Schnüffelöffnung Spaß haben. Naja, und bei der schönen Landung natürlich :-)
Danach schnell packen und... da geht doch noch ein Lift. Also lade ich Hoschi ein, und diesmal wollen wir unseren Sprung besser hinbekommen. Na mal sehen.

 

Sprung: 306

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 675m
  • FF-Zeit: 69s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 203km/h

Gleicher Exit, geht doch und diesmal habe ich die Ruten nicht ganz so lang, die Spannung ist weg. Loslassen - ich fahre etwas zurück, denn ich habe nun die Beine etwas zu kurz. Ausbalancieren, beim Sidebody schmiere ich ein bissel und slippe etwas weg. Was man alles so sieht, wenn man eine Cam dabei hat :-) Wieder zusammen, dann bietet Hoschi einen Sidebody an, ran und zufassen. Danach wieder zum Stern, aber auch hier driften wir ein bissel auseinander, aber es klappt. Naja, dann nochmal kurz anfassen und anlächeln, separieren und mit einer Schnüffelöffnung und einer Panoramaschirmfahrt geht dieser Sprungtag zu Ende :-)

14.06.

Sprung: 307

Daten:

  • Exit: 4150m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 70s
  • Avg.Speed: 187km/h
  • Max.Speed: 204km/h

Es ist Montag, nanu... Ja, aber auch Sprungwoche. Zwar habe ich bis zur 7. Stunde und dann auch noch was zu tun, aber die Jungs von der Bundeswehr spielen mal wieder herum, sodass der Lift erst um ca 16:45Uhr hochgeht. Vorher haben Wolli Bipps und ich einen gepflegten Zweier verabredet. Da ich gestern schon keine großen Levelprobleme mit Hoschi in seiner RW-Kutte hatte, sollte das doch klappen, oder? Wir sind die ersten Springer, die rausgehen, cool. Ich floate und lasse an der Tür Wolli schön Platz, wir gehen gut raus und liegen recht schnell. Noch bissel Zeit geben und locker werden, richtig so. Verabredet war Pin Practice. Das tun wir. Das tun wir? Tatsächlich: Null Levelprobleme. Cool. Bisher war Wolli immer runtergegangen und ich kam nicht hinterher. Tja, dann zwei Mal loslassen und wieder LPG-mäßig aneinander ranfahren. LPG steht für die Reihenfolge: Level, Position, Griff. Da der level gut stimmt fahren wir sanft aufeinander zu und greifen dann, fast ohne die Arme auszustrecken. Durch Blicke verabreden wir, ein bissel aufzudrehen: Ich biete Wolli einen Sidebody an. Dabei slippe ich ein bissel weg und Wolli fährt einen Halbkreisbogen und kommt auf mich zu... ein klein bissel zu schnell und ich... bin ein bissel tiefer als er! Ich drehe ein wenig ab und Wolli geht an mir vorbei, wir drehen wieder aufeinander zu, wieder greifen zum Stern. Dann deutet Wolli '360°-Drehung' an; da wir aber nicht gebrieft haben, bleibe ich liegen und Wolli dreht sich. Sauschnell und sehr präzise. Aber beim Drehen ist er etwas in den Keller gegangen. Ich drücke durch, Wolli floatet auf und fährt auf mich zu... und links über mir weg :-) Kein Problem. Mittlerweile sind wir bei 1300m, ich schaue Wolli kurz beim Tracken zu und gebe dann auch kräftig Gas. Abwinken und eine Schnüffelöffnung vom Allerfeinsten. Da ich einen Tacken unter Wolli mit seinem größeren Schirm hänge, schraube ich mich kräftig nach unten, suche mir einen Platz weit genug weg von eventuellen Leewinden und lande; diesmal ein bissel gemütlicher. Schnell packen und dann wieder nach Hause.

15.06.

Sprung: 308

Daten:

  • Exit: 3950m
  • Depl.Alt: 850m
  • FF-Zeit: 61s
  • Avg.Speed: 188km/h
  • Max.Speed: 233km/h

Kurzes Vorwort: Da ich mir endlich ein FireWire-Kabel geleistet habe, kann ich jetzt endlich die Videos auf Festplatte ziehen und u.a. auch Schnappschüsse anfertigen. Natürlich sind die nicht ganz so toll in der Qualität, da die Auflösung für TV optimiert ist, aber einiges kann man schon zeigen. Daher heute mal eine größere Bilderflut (zum Anklicken, wer will), die jedoch keinesfalls nun jeden Sprungeintrag begleiten wird :-) Allerdings überlege ich, zum Jahresende hin ein Video, sozusagen das "Best of Krusi" :-))) zu erstellen. Wer Interesse hat (DVD, VCD) bitte mal melden. Oder vielleicht besteht auch Interesse daran, alle vorhandenen Videos zu bestellen, sodass man die Videos mit den Logbucheinträgen zusammen genießen kann? Auch da mal Ton angeben, Danke :-)

Es ist Sprungwoche und da das Wetter halbwegs mitspielt... bin ich zunächst beim Anblick von Flugzeugen etwas irritiert. Denn heute ist eigentlich auch Wahlkampfstand für die Kommunalwahl. Überpünktlich bin ich um 14:45 Uhr da, aber als auch 15:15 Uhr noch keiner weiter erschienen ist, rufe ich mal an und erfahre, dass der Termin kurzfristig ausfallen gelassen wurde. Mit dem einzigen Kandidaten für den Wohnbezirk hat aber leider niemand geredet. So habe ich zwar eine ganze Reihe Kurzprogramme von mir verteilt, aber einfach so auf der Straße rumstehen ist nicht so das Wahre und zudem will ich nicht noch womöglich Ärger mit dem Ordnungsamt, also gehe ich heim. Da aber Sprungebetrieb ist, rufe ich an und tatsächlich geht demnächst eine Maschine hoch, dank eines AFF-Schülers :-)
Angekommen, packe ich meine Sachen aus und checke alles (Chris fragt sicherheitshalber auch nochmal), kurz dehnen und dann anlegen. Auf der Start- und Landebahn gehts dann aber wieder zurück über die Wiese: Wir nehmen einen Anhalter mit. Wolli Bipps ist noch eingetroffen und steigt ein. Da ich dachte, alleine zu springen, wollte ich mal wieder Freefly machen. Naja, was tun? Achwas, wir probieren es, denken wir uns und briefen. Beim Aufstieg haben wir u.a. einen schönen Blick auf mein Wohngebiet Bieblach/Ost. (Der Pfeil zeigt, wo ich wohne.) Sobald man durch die - dünne - Wolkendecke durch ist, ergibt sich ein herrlicher Anblick. Diesmal geht Wolli als Floater raus, klappt gut und wir liegen recht schnell. Zwischendurch ergibt sich beim Bild-für-Bild-Durchblättern das hier. Loslassen und... ich bleibe trotz der flattrigen Freeflysachen nicht zurück. Zwar muss ich ziemlich drücken und Wolli muss bissel floaten, was man in diesem Bild gut sieht. (Im ersten Bereich sind wir im Mittel bei 280 km/h, habe ich vor kurzem im RW noch nicht mal in der engen RW-Kutte gepackt :-) aber es geht und wir machen immerhin zwei Punkte: einen Sidebody, den Wolli mir anbietet und einen Stern. Diese beiden Bilder zeigen, wie schön wir zusammen sind und wie herrlich der Anblick über den Wolken ist: Wolli direkt vor mir und hier beim erneuten Anflug. Da das doch ganz gut klappt, missverstehe ich das Abwinken von Wolli und denke, er will noch ein 360°-Drehung machen und wieder andocken, aber dann winkt er nochmal zu (Bild) und so drehe ich mich auch weg, mache in bissel Strecke und setzte mich hin, was auf Schlag super klappt. Diesmal die Beine weiter zusammen, geht gut! Fix hinstellen, geht auch. Im Protrack-Auswertprogramm sieht man sehr schön, wie die Geschwindigkeit kontinuierlich hochgeht. Mal sehen, was so geht, wenn ich mal wieder einen kompletten Freeflyritt mache :-) Da bin ich schon auf 1300m, noch ein bissel... dann hinlegen, abwinken und die schöne Öffnung genießen. So sieht übrigens der Schirm kurz nach dem Herausziehen aus dem POD aus. Etwa 200m weiter oder so beobachte ich Wollis Öffnung, die bei ihm mal etwas länger dauerte, hehe. Der Heimweg ist interessant, da der Wind recht stark ist, aber Vorwärtsfahrt ist locker drin. Ich kann unter anderem den "Stadtring Süd-Ost" und die nord-östlichen Teile von Gera sehr schön sehen. Zum Landen suche ich mir einen Punkt weit weg von den Gebäuden, um nicht in Leewirbel zu geraten. Die Luft ist so schon unruhig genug, aber es geht und es braucht fast kein Flaren, um aufzusetzen.
Anschließend packen. Chris fotografiert mich noch, damit die Leute nicht lästern über das Bild von mir in RW-Sachen im Treppenflur. Diesmal stilecht mit der D-FAST im Hintergrund, bitte hier schauen. Noch ein Bierchen und bissel schwatzen und dann heim, ein schöner Tag :-)

18.06.

Sprung: 309

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 800m
  • FF-Zeit: 51s
  • Avg.Speed: 251km/h
  • Max.Speed: 267km/h

Freitagnachmittag. Feierabend und so. Einiges war noch zu tun; hoffentlich ist der Wahlkampf bald vorbei... Da Sprungwoche ist, fahre ich nochmal schnell raus, das Wetter lässt Sprünge zu. Leider geht gerade, als ich komme, eine Maschine hoch und diesmal ist die Anzahl der Springerlein (Ausdruck von Michi :-) groß genug, sodass keine Anhalter mitgenommen werden. Danach kommt eine böse Wolke, nochmal warten angesagt. Na gut, Zeugs auspacken, schnacken und stretchen... Da keiner weiter von der RW-Fraktion zur Verfügung steht, ziehe ich die bunten Sachen an; dann halt Freefly üben :-)
Dann gehts endlich hoch. Ich huppe direkt aus der Tür heraus. Der Wind erwischt mich von der rechten Seite, aber es dreht nicht groß. Vor allem kein ungewollter Rückwärtssalto. Hehe. Na dann mal schön hinsetzen und hinstellen. Dabei bietet sich zwischen zwei Wolkenschichten ein netter Anblick. Schön, dann noch ein bissel drehen und umschauen... Holla, ich hänge ja fast überm Stadtzentrum. Naja, nicht ganz, aber durch den stärkeren Wind bin ich weit überm Ostviertel. Da noch jemand kommt, pulle ich erst bei 1000m und hänge mich danach kräftig in die Bremse. Tatsächlich sinkt man dabei viel weniger und lässt sich vom Wind heimwärts treiben. Klappt sehr gut und ich schwenke mit gebührendem Abstand von dem leewindverursachendem Gebäude auf die Landewiese.

 

Sprung: 310

Daten:

  • Exit: 4000m
  • Depl.Alt: 925m
  • FF-Zeit: 50s
  • Avg.Speed: 249km/h
  • Max.Speed: 275km/h

Der Sprung war sehr schön und ich will noch ein bissel was reißen, also trage ich mich nochmal ein. Auf die nächste Load ist auch wieder bissel warten angesagt, aber was solls: Dafür bringts Spaß. Und ich kann auf dem Copilotensitz mitfliegen; ist immer gut für schöne Ausblicke. Diesmal gehe ich mit dem Rücken zuerst heraus und hänge mich an die Griffleiste außen am Flugzeug. Hepp, das geht auch halbwegs, auch wenn ich nach ein paar Sekunden den Rücken nicht mehr ordentlich genug durchdrücke und folglich bissel ungewollt drehe. Ist aber fix behoben und ich setze mich schön hin, stelle mich und drehe, klappt super. Seit dem unseligen Unfall fühle ich mich erstmals wieder sicher genug und mache einen Rückwärtssalto. Und der klappt ganz gut. Tja, dann mal schauen, oha, ich hänge wieder weit draußen, was man hier sieht. Diesmal denke ich auch daran, die vor mir liegende Stadt zu filmen, aber leider sind die Bilder nicht so scharf und aussagekräftig genug, sodass der geneigte Leser auf das Video warten muss ;-) Als Letzter kann ich mir diesmal eine etwas höhere Öffnung leisten, so macht der Heimweg weniger Mühe. Beim long way home hänge ich mich gemütlich ins Gurtzeug und beobachte die anderen Springer an ihren Kappen. Der Wind ist schon noch stark, also macht die Landung keinerlei Mühe, ist allerdings auch unspektakulär bis auf die Tatsache, dass ich mich nun doch ein bissel näher ans Gebäude heranwage ;-) Danach packe ich fix und fahre zu einem Treffen mit ehemaligen Kollegen.

20.06.

Sprung: 311

Daten:

  • Exit: 4000m
  • Depl.Alt: 800m
  • FF-Zeit: 50s
  • Avg.Speed: 253km/h
  • Max.Speed: 272km/h

Der Sonnabend war wettermäßig kein toller Tag, aber das Treffen mit den Kollegen litt nicht darunter. (Auch wenn eine Wanderung be mildem Landregen nicht ganz so prall ist ;-) Aber immerhin ging am Sonntagnachmittag was, also raus.
Wolli war zwar da, aber kam gerade von einem Trackdive wieder; seinem ersten. OK, da auch sonst niemand weiter da war, wieder rein in die bunten Sachen und nach etwas Erwärmung und Schwatzen gings dann auch hoch. Exit als Erster, hehe. Mal wieder als Diver, ging halbwegs, bis auf ein bissel Drehen kurz danach. Aber das wird auch noch :-) Tja, dann mal Hinsetzen und -stellen und sich umschauen. Dann eine Rolle rückwärts, klappt und dann noch ein Cartwheel probiert, geht auch. Der Wind ist diesmal nicht so hastig, sodass die Heimfahrt Spaß macht und da ich der erste war, kann ich mich mal richtig runterkurbeln. Die Landung macht sehr viel Spaß, da der Wind recht flau ist und ich bin überrascht, dass ich den Flare recht langziehen kann. Cool.

 

Sprung: 312

Daten:

  • Exit: 4125m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 56s
  • Avg.Speed: 243km/h
  • Max.Speed: 278km/h

Fix packen und gleich in die nächste Maschine, die verfügbar ist... Dann gehts hoch und vor mir gehen zwei Freeflyer raus: Jörg übt mit einem Frischlizenzler. Diesmal nehme ich den relativen Wuind auf den Rücken, was zunächst diesen Blick auf das Leitwerk gestattet und kurz nach dem Exit dann so aussieht. Der Exit klappt halbwegs, aber dann will ich mich umdrehen und dabei drückt mich der relative Wind zur Seite. Macht nix, das spendiert mir diesen Blick auf die enteilende D-FAST. Danach gehts ans Programm: Sauber sitzen und stehen mit exakten Drehungen, dann eine Rolle rückwärts, auch soweit richtungsstabil. Anschließend eine Rolle vorwärts, klappt, hehe. Sogar richtungsstabil. Dann noch ein Cartwheel, auch das klappt. Tja, dann noch bissel sitzen und stehen und bei 1200 ab auf den Bauch, bei 1000m Pull und Schnüffelöffnung. Diesmal kann ich nicht kurbeln, beobachte dafür die anderen Springer und das Treiben auf dem OFC-Landeplatz, wo die dicke AN-2 steht. Bei der Landung steht der Wind günstig, sodass ich keine Sorge wegen Leewirbeln haben muss. Ein ordentlicher Flare klappt und ich beobachte, wie der Frischlizenzler an unsere durstigen Kehlen denkt und eine Beerline reißt. Tja, wer unbedingt kurz vor dem Rasenende landen will, sollte schon genau wissen, was er tut ;-)

 

Sprung: 313

Daten:

  • Exit: 4175m
  • Depl.Alt: 675m
  • FF-Zeit: 75s
  • Avg.Speed: 180km/h
  • Max.Speed: 217km/h

Ich frage einen anderen Frischlizenzler, Jens, ob er Lust hat, was zusammen auf dem Bauch zu unternehmen. Ja, Na dann schnell packen und gemeinsam mit Chris briefen wir. Fokus: Sicherheit (z.B. Separation) und Lockerheit ;-) Übung auf dem Boden, gutes Gefühl. Vor uns gehen Ecki (noch nicht sichtbar), Jörg und Karolin heraus, siehe Bild. (Meinereiner ist übrigens auch zu sehen, wo wohl?) Sie machen einen gelinkten Headdown-Exit, sieht gut aus. (Ecki ist der mit der orangenen Hose.)
Danach gehen wir mit Jens wie gebrieft raus: Er als Diver. Das klappt fürs erste Mal sehr gut und wir liegen recht schnell, siehe Bild. Danach drehts ein bissel, Jens liegt etwas schräg und nach meinem "Beine-lang"-Zeichen schieben wir evtl. auch ein bissel gegeneinander. Beim Loslassen geht Jens nach hinten weg: Beine nicht lang genug. Aber Blickkontakt bleibt, sogar mit Lächeln. Da er auch ne Flatterkutte anhat, bleibt er etwas zurück, aber das ist nicht so schlimm und ich erkenne, dass Floaten und Vorwärtsfahrt nicht ganz so leicht ist. Zum Schluss kommen wir recht dicht aneinander und ich winke bei 1500m ab und verabschiede mich. Jens macht eine gute Figur und vor allem Strecke beim Tracken, auch die Richtung stimmt. Tja, dann mal abwarten bis 1000m und diesmal schüffelts besonders lange beim Öffnen, sorte. Naja, dann mal zum Landeplatz ranarbeiten. Bei der Landung bin ich begeistert, da ich recht gut Geschwindigkeit habe und einen schönen langen Flare zaubere, eigentlich schon ein Swoop. Packen und Debrief mit Jens. Auch Chris gibt Hinweise, er hat am Teleskop zugesehen. Ich spare ebenfalls nicht mit Lob und bin zuversichtlich, dass wir beim nächsten Zweier deutlich mehr schaffen, die Voraussetzungen sind gut.

 

Sprung: 314

Daten:

  • Exit: 3825m
  • Depl.Alt: 825m
  • FF-Zeit: 57s
  • Avg.Speed: 198km/h
  • Max.Speed: 230km/h

Der letzte Sprung ist ein Zweier. Ich habe Jörg Vietze "gemietet", damit er Fotos von mir im Freifall aufnimmt. Dazu kommt Vizes neue Digi-Spiegelreflexkamera zum Einsatz, die sehr schöne Fotos liefert. Die Bilder sind in Okinalgröße leider zu heftig für die Webseite, können aber auf CD mitgeordert werden! Da hat dann u.a. auch Prof. Winckler, der mich vor gerade mal sieben Monaten operierte, seinen Kollegen zeigen kann, wie es mit mir aufwärts... naja, eher zügig abwärts :-))) geht. Wir fliegen mit der letzten Maschine, einer Art Lumpensammler :-), die alle Springer nochmal abwirft, die wollen und dann nach Kassel weiterfliegt. Naja, immerhin neun Mann wollen. Hier ein Foto von mir vor der D-FAST.
Endlich raus: Vize hängt sich an die Exit-Tür, das sieht imposant aus und zeigt, dass er gute Körperbeherrschung und Kräfte hat. Ich nutze die Gelegenheit, ein paar schöne Freifallaufnahmen von ihm anzufertigen, da wir zunächst was auf dem Bauch machen und danach gemeinsam im Sitzen unterwegs sind. Siehe dazu die Vize-Bilder 1, 2, 3, 4 und 5. Das klappt alles recht gut und aus den Bilder kann ich noch eine Sequenz zusammenbasteln, die zeigt, wie man sich aus der Bauchlage ins Sitzen schwingt, was Vize natürlich gut gelingt. Dazu habe ich eine kleine Extraseite gebastelt. Hier sieht man mich beim Dive-Exit, dann von seitlich her auf dem Bauch, von vorne auf dem Bauch und hier noch im Sitzen.
Vize fotografiert mich auch am Schirm (Bild 1 zeigt sehr schön den Flugplatz und die beiden Einkaufszentren und Bild 2 zeigt mich beim Einschwenken für den Landeanflug)und beim Landen. Nach dem Packen noch ein bissel schwatzen und die Sachen zusammenpacken, denn nächstes WE gehts nach Nebra/Wangen zum Himmelsscheibenfest und dort wird auch gesprungen. Uli Issel ist einer der Organisatoren, wird bestimmt schön.

26.06.

Sprung: 315

Daten:

  • Exit: 3075m
  • Depl.Alt: 825m
  • FF-Zeit: 41s
  • Avg.Speed: 243km/h
  • Max.Speed: 266km/h

In Wangen bei Nebra ist Himmelsscheibenfest und anbei auch Falschrumspringen auf der benachbarten Wiese angesagt. Die Landschaft ist herrlich und wir (meine Frau Karola und ich) genießen die Fahrt durch den Burgenlandkreis. Für Lift 1 kommen wir einen Tick zu spät, aber erstmal alles anschauen, Enthaftung ausfüllen etc. Karola geht erstmal spazieren, ich mache mich für den nächsten Lift fertig.
Der geht auf 3000m hoch, schließlich startet hier eine AN-2. Ich beobachte den Exit von zwei Freeflyern vor mir und schwinge mich dann heraus. Dies ist der Anblick aus der AN-2 in Fahrtrichtung. Kurz nach dem floating Exit dann dieses Frame der enteilenden Anna. Hinsetzen, hinstellen, dabei sehe ich aus dem Freifall das schöne Unstruttal und u.a. auch die (freigelegte = abgeholzte) Ausgrabungsstätte der Himmelsscheibe; siehe Bild. Jetzt mal schauen, was so an Transitions geht: Eine Rolle rückwärts, kein Problem, dann noch ein Cartwheel, geht auch sauber. Dann noch bissel stehen, auf die Uhr gucken und die Landschaft anschauen: Bereits im Freifall sehe ich die Landewiese sehr deutlich, sodass mir die Öffnung "erst" bei 1000m leicht fällt: Ich brauche keine zusätzliche Höhe, um womöglich herumzusuchen. Die - Schnüffelöffnung - sieht im Gegenlicht besonders schön und symmetrisch aus. Ich schwinge mich hinter den beiden Freeflyern ins Tal hinein und schaue mir das Landegebiet an, was aus der Luft sehr schön ist. Die Landung ist zwar ein wenig abseits der Packplanen, aber dahinter kommt eine Starkstromleitung: Keine Experimente :-) Ich packe erstmal locker auf der frisch gekauften Plane meinen Schirm, was trotz Wind erstaunlich gut geht. Nur ist die Luft so trocken, dass der folglich auch extrem trockene Schirm kaum zu bändigen ist, als ich ihn in den POD stopfe. Aber keine Sorge, auch die nächste Öffnung war nett ;-) Danach wandern Karola und ich erstmal übern Festplatz, wo noch nicht so viel losgeht und essen ein bissel was. Anschließend gehen wir zum Container des Landesamtes für Archäologie und saugen Infos über die berühmte Himmelsscheibe auf. Diese ist ca. 3000 Jahre alt, also aus der Bronzezeit, und belegt, dass die Menschen bereits damals sehr genau Bescheid über das wussten, was sich am Himmel abspielt und dieses Wissen auch nutzten. Zudem zeigt die Scheibe, dass bereits damals Kulturtechniken ausgetauscht wurden. Einige der Techniken stammen aus dem östlichen Mittelmeerraum. Bereits damals gab es also Globalisierung ;-)
Danach gehts wieder zurück und ich schaue, dass ich in die nächste Maschine komme.

 

Sprung: 316

Daten:

  • Exit: 2950m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 40s
  • Avg.Speed: 237km/h
  • Max.Speed: 266km/h

Nach dem doch länger dauerndem Aufstieg (der aber immerhin einige schöne Blicke auf die Landschaft gestattet) gehts heraus: Sitzexit mit dem relativen Wind auf dem Rücken. Ich drehe mich aus der Lage dem enteilenden Flugzeug nach, weil die vorigen Aufnahmen mich nicht ganz begeistert haben. Tatsächlich ist der Blick diesmal schöner. Dann mal hinsetzen und -stellen, eine Rolle rückwärts und ein Cartwheel, klappt gut. Aus dem nächsten Cartwheel versuche ich mal, in den Headdown zu kommen. Aber das klappt nicht wirklich; ich hänge sicher wie in einer großen Schüssel halbschräg überm Horizont, was auch sichtlich bremst, wie ich später anhand der ProTrack-Daten sehe. Naja, das werde ich zum Ende der Saison mal mit Instructorhilfe angehen :-) Also wieder hinsetzen und hinstellen und die Landschaft anschauen. Leider ist die Zeit viel zu schnell verstrichen und ich muss ziehen. Dafür kann ich die schöne Landschaft genießen und der Heimweg macht auch schön Spaß, ebenso die Landung, bei der ich mich etwas weiter vortaste.

 

Sprung: 317

Daten:

  • Exit: 3075m
  • Depl.Alt: 750m
  • FF-Zeit: 41s
  • Avg.Speed: 245km/h
  • Max.Speed: 277km/h 

Bis zum nächsten Load für mich dauert es eine Weile, sodass wir erstmal Kaffee und Kuchen verspeisen, was preiswert angeboten wird (Danke Uli). Dann gehts endlich irgendwann hoch. An Bord ist eine der vielen Tandempassgierinnen, die kurz vor dem Exit, angeschnallt an Hasi, einen munteren Eindruck macht. Vor mir geht ein RW-Vierer aus der - mit Verlaub verdammt engen - Türe, was man hier gut sieht. Der Exit ist dann natürlich ein bissel Kampf (Bilder 1 und 2), aber das nächste Bild zeigt, dass man sich schnell sortiert. (Zwischen den Wolkenlücken ist der Ort Wangen zu sehen.) Diesmal springe ich eher divemäßig aus der Maschine und will mich gleich hinsetzen, jedoch dreht der relative Wind mich etwas um, dass ich mich wegkippen lasse und nochmal der Anna hinterherschaue. Im nächsten Bild sieht man schon, wie der nachfolgende Springer aus dem Flugzeug schaut; wahrscheinlich der Tandemkameramann, um meinen Exit zu filmen. Oha, wenn ja, dann war das nicht ganz so gut :-) Naja, dann erstmal hinsetzen und hinstellen, bissel heizen. Mal eine Rolle vorwärts, cool, klappt ja auf Schlag. Dann gleich noch eine. Und noch ein Cartwheel, geht alles sehr schön und soweit richtungsstabil; Geschwindigkeit wird dabei nicht abgebaut, wie der ProTrack (und das zugehörige Auswertungsprogramm JumpTrack mir zeigen) später zeigt. Leider muss ich dann so langsam Schulz machen, nochmal die Gegend anschauen und raus die Keule. Diesmal geht der Schirm einen Tacken schneller auf, hehe. Der Weg zurück zieht sich. Vor mir ist eine Springerin aus dem RW-Vierer mit einem für sie relativ großen Schirm unterwegs, der bei der warmen Luft entsetzlich langsam sinkt. Ich hänge mich in die halbe Bremse und schleiche langsam durch den Luftraum, um ihr nicht in die Quere zu kommen. Dafür schaue ich mir nochmal in aller Ruhe die Landschaft an. Hier sieht man die schöne Landschaft samt Klein-Wangen und links unten die Landewiese mit den Autos und Wohnwagen der Falschrumspringer. Auch dieses Bild zeigt, wie schön die Landschaft ist, noch dazu mit diesen Schäfchenwolken am blauen Himmel. Da sie 2x die S/L-Bahn kreuzt, bin ich auch froh, Abstand zu halten und bleibe auf der linken Seite und hänge mich dann endlich hinter sie und kann beim Landen diese Impressionen aufnehmen.

 

 

 

Nachbemerkung: Danach wollte ich noch einen Tubesprung mitmachen. Uli kommt aber, kaum dass ich gelandet bin: Schnell zusammenpacken, der Ballon ist fertig. Karola und ich sollen im zweiten Load mit. Also flink alles zusammengepackt und ausgetragen: Schade um den schönen Sprung. Verwirrung: Drei der vier RWler von vorhin wollen auch wegen Load 2 mit. Ist der Ballon so groß? Wir warten und warten und warten. Den Tubedive hätte ich mitmachen können und beobachte ihn fasziniert vom Boden aus. Togal, mein erster Ballonsprung naht. Endlich - über eine Stunde danach - kommt der Ballonverfolger: Schnell hinterher. Ich frage, wieviele Leute mitkönnen: DREI. Die anderen drei haben sich schnell in ein inzwischen eingetroffenes Auto gesetzt und stehen schon hinter dem Wagen. Tja, ausgetrickst. Wutentbrannt fahren wir zum Flugfeld zurück. Uli ist fassunglos, denn Karola und ich waren manifestiert, die anderen sollten in Load 3 mit. Da wäre es dann aber so spät gewesen, dass wir irgendwann um Mitternacht nach Hause gekommen wären. Tja, dann vielen Dank, ihr drei Merseburger für diese Kameradschaft. Und Dir Uli, dennoch vielen Dank, letztlich wars trotzdem ein netter Tag.

03.07.

Sprung: 318

Daten:

  • Exit: 4100m
  • Depl.Alt: 675m
  • FF-Zeit: 67s
  • Avg.Speed: 185km/h
  • Max.Speed: 209km/h

Dieses Wochenende hatte ich mir freigeplant: Trotz allen nachwahlkampflichen und vorferienmäßigen Stresses wollte ich beide Tage für das Mini-RW-Trainingslager mit El Klubpresidente Thomas Schneider frei haben. Punkt 9:00 Uhr war ich da, leider waren noch nicht so viele andere Springer da. Also erstmal auspacken, alles prüfen und einschalten, aufwärmen und stretchen. Mit Uli schwatzen über letztes Wochenende. Danach entscheiden Thomas und ich, erstmal einen gepflegten 1-on-1 zu machen und briefen den Sprung. Ungelinkter Exit? Später merke ich, dass dies das bewusste Fliegen sehr unterstützt: Man kann sich nicht an anderen festklammern und so eigene Fehler in die Formation hereinbomben. Warum eigentlich 1-on-1 (ein Instructor und ein Schüler)? Wolli Bipps musste absagen und Birger, der andere "Auszubildende" kam etwas später ;-) Als Videomann stand uns Tom (ja, der aus dem 300. Sprung) zur Verfügung.
Tja, dann gings endlich hoch und den Exit hätte ich fast ein wenig verschlafen, nahm vor allem den rechten Arm nicht richtig hoch, sodass der relative Wind auf meinen Rücken blies. Da drehte ich erstmal eine Fassrolle und steuerte danach Thomas an, was recht zügig gelang. Zunächst flogen wir eine Weile "no contact" - also dicht zusammenbleiben, aber nicht angrabschen. Das gelang recht gut... da Thomas sich auf meine Fallrate anpasste. Danach bot ich Thomas Sidebodygriffe von rechts und links an, was auch recht gut gelang, insgesamt fünf Punkte. Dass die Separation bei zwei Springern kein Problem ist, zeigte sich, und über die Öffnung brauche ich ja nichts zu sagen ;-) Infolge doch stärkeren Windes gelang die Landung problemlos; ein langer Flareweg allerdings war so nicht möglich. Naja, das ist auch nicht wichtig.

 

Sprung: 319

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 700m
  • FF-Zeit: 67s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 209km/h

Nach dem Packen und Debriefen ging erstmal eine Weile nichts, das Wetter war nicht so prall - es regnete. In der Zwischenzeit traf Birger ein und wir brieften und übten den nächsten - ersten gemeinsamen - Sprung. Nach etwas über einer Stunde gings dann endlich wieder weiter und wir übten nochmal, bevor es wieder hochging. Das Flugzeug war voll mit Tandems und wir gingen als erste raus. Exit wieder ungelinkt. Diesmal wirbelte es mich nicht groß herum, aber... oha, die beiden anderen sind tüchtig in den Keller gegangen. Ich bemühte mich, so schnell und ruhig wie möglich herunterzukommen, was mir immerhin gelang, aber eben auch Zeit kostete. Später zeigte sich, dass ich das Hohlkreuz besser aus dem Becken heraus machen muss und ruhig mehr mit den Beinen arbeiten kann. Der Anflug in den Stern (alle Springer halten einander in einer Art Kreisformation an den Händen) hinein ging dann aber gut: ruhig und sanft. Danach no contact: Zusammenbleiben. Das ging gut, jedoch war das Geld viel zu schnell alle und wir separierten, was auf Anhieb auch sehr gut gelang. Nach der Landung (hatte gut geklappt) war ich ziemlich ärgerlich mit mir selbst, weil ich ja den beiden anderen die Gelegenheit zum Üben verkürzt hatte. Aber Thomas und Birger beruhigten mich. Mannschaftssport heißt auch, mit Fehlern anderer zu leben; die werden ja nicht mit Absicht gemacht. Thommy orderte dann einen Aero-Bleigürtel mit 4kg für mich. Naja, mal sehen, dachte ich mir.

 

Sprung: 320

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 66s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 206km/h

Dieser Sprung war also eine Art Wiederholung des vorigen Versuches. Birger und ich mussten beide mit dem Exit klarkommen. Birger, der hinter Thomas außen stand, bekam den relativen Wind so gut wie nicht ab und auch das Abspringen auf die Zehntelsekunde ist an dieser Position nicht so einfach. Ich war beim Herausspringen ein wenig irritiert durch den Bleigürtel, vergaß vor allem aber, die Beine gleich reinzunehmen, sodass ich kurzzeitig recht steil stand. Dennoch fanden wir uns recht zügig und flogen no contact, was recht gut klappte. Mit dem Bleigürtel hatte ich offensichtlich erstmal ein Mittel gefunden, um fallratenmäßig an den beiden anderen dranzubleiben. Kurioserweise sind die Geschwindigkeiten nicht wesentlich unterschiedlich. Es zeigte sich auch, dass ich noch ein wenig Reserven habe. Dennoch bleibe ich erstmal beim Bleigürtel: Man liegt einfach satter in der Luft und ich kann mich erstmal voll auf die Relativarbeit konzentrieren; an den Fallraten-Reserven wird später geackert. Auf Zeichen ging es über in open accordian: Thomas legte sich hin und wir fassten ihn jeweils am Arm. Birger nahm Thommys linken Arm mit seinem rechten, bei mir war es umgekehrt. Das klappte ganz nett und mehrfach. Auch die Separation war OK, von Schirmöffnung und Weg zurück sowie Landung will ich jetzt gar nicht schreiben ;-)

 

Sprung: 321

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 700m
  • FF-Zeit: 67s
  • Avg.Speed: 177km/h
  • Max.Speed: 204km/h

Tja, dann wieder Packen, erstmal Debriefing anhand unserer Erinnerungen, dann Videoauswertung. (Videoauswertung in Zeitlupe enthüllt unbarmherzig alle Fehler. Natürlich kann man als Beginner nicht alles auf Schlag richtig machen. Thomas gab zu allen Sachverhalten Hinweise und Tips, ohne jedoch herumzumeckern oder das Gefühl zu vermitteln, dass man ein fliegender Bewegungskasper sei. Solche Art des Coaching ist nicht unbedingt selbstverständlich, dafür nochmals dickes Lob.)
Dann also den nächsten Sprung vorbereiten, üben, nochmal durchgehen und vor dem Einstieg auch nochmal an der Tür die Aufstellung üben. Es geht hoch und die Landschaft sieht schön aus, da das Wetter sich allmählich immer mehr bessert. Endlich gehts raus: Ungelinkt. Tja, in den ersten 1-2s sah das noch gut aus, aber ich hatte wieder den rechten Arm nicht hochgenommen und drehte erstmal eine Fassrolle, fing mich jedoch ganz schnell und steuerte zielstrebig Thommy an. Kurz darauf dockte Birger an und wir grinsten uns an. Dann ging Birger zwischen uns und wir nahmen Sidebodygriffe: Langsam heranfahren, dann erst greifen, hatte Thomas uns u.a. eingeschärft und das klappte auch recht gut. Danach wieder in den Stern, dann war ich dran als Sidebody-Partner, auch das klappte gut. Dann wieder in den Stern. Leider war das Geld dann alle und wir separierten: Sicherheit zuerst.

 

Sprung: 322

Daten:

  • Exit: 4450m
  • Depl.Alt: 675m
  • FF-Zeit: 73s
  • Avg.Speed: 185km/h
  • Max.Speed: 208km/h

Der letzte Sprung dieses Tages sollte richtig toll werden. Nach dem Packen und Auswerten hatte Thomas sich ein lustiges Programm ausgedacht. Geübt war es recht fix, sogar mehrfach. Naja, dann mal hoch. Exit ungelinkt und relativ schnell zusammengeflogen. Die Beine gleich zügig reinzunehmen werde ich sicher nach und nach verbesser, immerhin gabs diesmal keinen Verwirbler und ich hielt Blickkontakt zu Thomas :-) Sternposition, danach loslassen und in die Hände klatschen. Leichter gesagt als getan, Birger und ich wippen tüchtig hin und her, Thommy lachte sich halb kaputt. Nach ein paar Wiederholungen hatten wir übrigens den Bogen dann halbwegs heraus... Danach machte Birger eine 360°-Drehung, schön auf der Stelle und gut gestoppt. Wieder Klatschen, dann machte ich meine 360°-Drehung, und so ging das weiter: Insgesamt fünf 360°-Drehungen hämmerten wir in den Himmel, nicht schlecht. Separation war OK, ab nach Hause.
Kurz nachdem wir fertig waren mit Packen und Auswerten und uns ein Bierchen genehmigten, zeigte sich ein schöner Regenbogen am Himmel, den eine Husche verursacht hatte. Der Anblick war sehr schön, leider sehen die beiden (von Gera aus links liegenden) Halden nicht mehr so schön aus, da sie ja abgetragen werden. Hier kann man sehen, wie die beiden noch unversehrten Kegelhalden aussehen. Schade eigentlich, denn so etwas gibts in Europa wohl kaum sonst. Hätte man dies nicht als Touristenattraktion ausbauen können? Naja, wir werden es nie erfahren. Zu Hause war dann auch nochmal ein schöner Regenbogen zu bewundern, in diesem Bild sieht man sogar den zweiten, äußeren Bogen. Und dieses stimmungsvolle Bild fängt die Abendstimmung nach einem vorbeigezogenen Regen sehr schön ein.

04.07.

Sprung: 323

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 675m
  • FF-Zeit: 69
  • Avg.Speed: 188km/h
  • Max.Speed: 209km/h

Am nächsten Morgen ging es weiter. Thomas briefte und übte mit uns und dann ging es hoch. Ein ungelinkter Exit, bei dem zwar keine großen Verwirbler auftraten, aber ein bissel dauerte es schon, das Ding zusammenzufliegen. Und natürlich bestand Thomas auch hier wieder auf no contact. Dasist zwar unbequem, aber es zwingt uns, sauber zu fliegen, die Fallrate der Gruppe aufzunehmen und nicht herumzugrabschen. Wir fliegen eine Weile no contact und Thomas lässt erstmal Ruhe einziehen. danach dreht Birger eine 360°-Drehung und wir finden uns wieder zusammen; dies wird dann mit mir wiederholt und ... dann ist das Geld alle und wir separieren. Schirmöffnung, Schirmfahrt und Landung machen den üblichen Spaß. Zudem ist das Wetter besser und der Wind etwas geringer, was die Ästhetik befriedigt bei der Fahrt am Schirm und beim Flaren ;-)

 

Sprung: 324

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 650m
  • FF-Zeit: 66s
  • Avg.Speed: 188km/h
  • Max.Speed: 214km/h 

Der nächste Sprung dient der Weiterentwicklung ist ist daher vom Inhalt und Ziel her mit dem vorigen deckungsgleich. Diesmal gelingt der Exit recht gut und wir sind auch relativ schnell zusammen. Dennoch sind Birger und ich dabei ruhig und Thomas lobt, dass wir uns nicht in Hektik bringen. Erstmal schön no contact zusammen fliegen, dann dreht Birger seine 360°; schön auf der Stelle. Dann der Herr Kruse und der schaut auch schön, anschließend zeigt uns Thomas, dass es noch einen Tacken schneller geht ;-) Zwischendurch habe ich ab und ein ein bissel Probleme, dranzubleiben. Die beiden sind nicht zu schnell, ich liege nicht ganz sauber und zudem drifte ich gern ein bissel nach hinten, weil ich das Hohlkreuz im oberen Bereich übertreibe und mit den Beinen nicht energisch genug gegensteuere. Dennoch gelingen Birger und mir noch je eine 360°-Drehung, bevor wir uns final angrinsen und separieren. SF/L OK steht in meinem Sprungbuch ;-)

 

Sprung: 325

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 675m
  • FF-Zeit: 67s
  • Avg.Speed: 185km/h
  • Max.Speed: 212km/h 

Der nächste Sprung wird schon beim Briefing schmatzig. Wir üben und ich freue mich schon. Die Vorfreude wird auch nicht wesentlich getrübt, als wir in Absetzhöhe minutenlang herumkurbeln müssen, weil unter uns gerade die AN-2 vom Nachbarklub Springerlein absetzt, auf die wir ja aus der weitaus größeren Höhe womöglich fallen könnten ;-) Dann endlich gehts raus: Gelinkt. Vorher hatten wir gründlichst geübt und es ging wirklich sehr schön raus: Daumen rauf vom Thomas. Dann erstmal Ruhe in den Stern bringen, schön entspannt fliegen. Jetzt lassen wir los und Birger geht zwischen uns. Wir fliegen ihn schön ruhig an und erst, als wir fast schon an ihn anstoßen (und in die Seite beißen könnten ;-) greifen wir zu. Agent Schneider grinst mich an. Sehr schön, Zeichen zu losloassen und Birger macht eine 180°-Drehung, so dass es wieder zwischen Thomas und mir liegt, aber eben auf der anderen Seite. Das gleiche Spiel dann mit mir und anschließend mit Thomas und alles geht sehr gut. Sehr schön auch, dass Thomas uns bewusst viel Ruhe lässt, sodass wir auch an zusammenfliegen arbeiten und die Formation fast immer spannungsfrei liegt. Separation und Schirmfahrt machen auch wieder Spaß, genau wie die Landung.

 

Sprung: 326

Daten:

  • Exit: 4000m
  • Depl.Alt: 700m
  • FF-Zeit: 67s
  • Avg.Speed: 179km/h
  • Max.Speed: 206km/h

Der nächste Sprung wird auch viel Spaß machen, denken wir so beim Briefing. Na mal sehen; wir üben wieder gründlich und auch die Exitaufstellung wird nochmals geprobt. Beim Hochfliegen döse ich ein wenig und nur kurz vorm Exit wirds nochmal ungemütlich: Gasangriff... Da war jemand undicht. Aber dann stehen wir in der Tür und die Formation geht recht gut raus, wir liegen recht schnell. Thomas zeigt mir später noch, dass ich ruhig die Beine besser anklappen kann, daran muss ich noch arbeiten - vor allem meine Motorik und mein Unterbewusstsein ;-) Wir liegen entspannt da und grinsen uns an, danach lassen wir los und Birger dreht eine 180°-Runde so, dass er wieder zwischen Thomas und mir liegt, nur auf der anderen Seite. Dabei arbeiten wir schon fast 3D-mäßig, vor allem Thomas und auch Birger, da sie sich beim Drehen mit den Beinen über den Gegenüber erheben. Das klappt recht nett und wir machen dabei sechs Punkte, jeder also 2x. Der siebte Punkt wäre fast gelungen, aber wir lassen die Sicherheit vorgehen und separieren nach Birgers dritter Drehung auf Zeichen von Thomas, ohne nochmal zusammenzufliegen. Naja... Sep/SF/L OK ;-)

 

Sprung: 327

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 625m
  • FF-Zeit: 69s
  • Avg.Speed: 185km/h
  • Max.Speed: 212km/h 

Der nächste Sprung klang einfach. Durchsprechen, durchrollen am Boden und nochmals durchgehen. Hoch gehts mit jeder Menge Tandemgästen an Bord, es ist eng und ich wünsche mir, keine Sardine zu sein. Endlich gehts raus. Der Exit klappt soweit; meine Beine könnten trotzdem etwas mehr eingeklappt sein ;-) Danach im Stern liegen und dann loslassen und open accordian fliegen. Geht erstmal gut, danach sollen wir im no contact voreinander liegen. Irgendwie bin ich nervös und grabsche nach Thomas. OK, dann mal zur nächsten Figur: Birger und ich drehen uns um ca. 45° so, dass wir parallel zueinander und zu Thomas liegen und Thomas unsere Beine greifen kann. Ich habe Probleme, dranzubleiben und gehe hoch. Mal wieder, wie das Video zeigt, nicht exakt durchgedrückt und daher Fallratenproblem und nach hinten weggefahren. Endlich bin ich dran und Thomas hat uns bringt Ruhe rein. Wir drehen zurück und ich grabsche gleich wieder zu Thomas, auch beim Übergang zum open accordian: Thomas gibt mir dringend Zeichen, das Grabschen sein zu lassen. Übergang zur vorigen Figur und ich liege wieder nicht sauber und poppe hoch... Separationszeit naht und ich beschließe, dann doch lieger abzuwinken und wegzutracken, was die beiden anderen auch machen. Schirmfahrt und Landung sind OK, aber ich bin selbst mit mir sehr unzufrieden und schaue mir beim Debriefing das Video genau an. Thommmy gibt nochmal diverse Hinweise. Kann doch nicht sein, dass ich das ganze Wochenende mir ordentlich Mühe gebe und ruhig fliege und jetzt anfange mit Hektik und Grabscherei. Das will ich auch nicht und entschließe mich, noch einen Sprung ranzuhängen, worüber Thomas und Birger sich freuen.

 

Sprung: 328

Daten:

  • Exit: 4175m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 67s
  • Avg.Speed: 185km/h
  • Max.Speed: 203km/h

Der Sprung ist schnell gebrieft und ordentlich durchgeübt. Es geht hoch und wir sitzen mal wieder in einer "No Return"-Maschine, da die D-FAST nach dem Abwurf der Springerlein nach Kassel fliegt. Wir sind die ersten und gehen raus: Gelinkt und das geht sehr gut. Noch auf dem relativen Wind gibt Thomas den ersten Key (das zeichen zum Agieren) und wir drehen jeder eine 360°-Drehung. Das geht erstaunlich fix und ist oberschweinegeil. Danach wieder zusammen, was auch gut geht und nach dem Ruhe-reinbringen die nächste 360°-Drehung. Ich habe nicht ordentlich geschaut und bin etwas rausgeschmiert, Thomas gibt mir ein Zeichen dafür. Dann nochmal drehen: Ich schaue diesmal und es geht besser, aber ich bin etwas hoch und muss erst wieder ran. (Aber das wird sicher noch besser, auch am Anfliegen werde ich sicher noch feilen.) Wieder Stern und wieder drehen und weils so schön war, noch einmal. Hier kann man zwei Bílder sehen, wie ich jeweil Thomas und Birger wieder anfliege: Bild 1 und Bild 2. Nach der letzten Drehung ist Birger ein wenig außen und wir separieren lieber, als dass wir womöglich noch unter 1200m rumexperimentieren. Ist auch gut so, denn erstmals seit ca. 50 Sprüngen habe ich eine Verdrehung. Nur einmal, aber es wirbelt den Schirm und mich etwas herum und ich liege nicht mehr im Heading. Der Schirm ist selbst erschrocken und dreht sich fix wieder aus und ich bin erleichtert. Dann mal auf die Heimreise machen und nochmal schön Gera aus der Luft anschauen: Für fünf Wochen ist erstmal Schulz, denn wir fahren nach Australien und dort werde ich nicht zum Hupfen kommen ;-) Thomas macht noch ein Debriefing mit uns und dankt für die schönen Sprünge, was wir ihm gerne zurückgeben und auch beim Tom danken wir für die Videobegleitung. Noch alles ordentlich zusammenlegen und dann noch bissel schwatzen und ein Bierchen trinken und ein schöner Tag geht zu Ende :-)

08.08.

Vorspann

 

Vom 10.7. bis 7.8. waren wir im Urlaub, mal wieder in Australien. Diesmal in Queensland, mit dem Wohnmobil von Brisbane hoch bis Cape Tribulation (ca. 100km nördlich von Cairns) Bilder davon kann man auf meiner Homepage unter den Reiseberichten - hier der direkte Link - finden.) Das war einfach nur herrlich und wunderschön, zumal wir dabei jede Menge Leute kennenlernten und keine Pauschalurlaubsatmopshäre hatten ;-)
Nach dem bösen Unfall vor nunmehr fast genau einem Jahr wollte und konnte ich es meiner Frau nicht zumuten, auf einen wildfremden Flugplatz in Oz rauszukurven und mit komplett gepumpter Ausrüstung, bis hin zum Höhenmesser herumzujuchtern und auf einer mir völlig unbekannnten Dropzone den Weg nach Haus zu machen. Also blieb ich doch tatsächlich insgesamt sieben Flügen bis zur Landung im Flugzeug. (Wir flogen von FFM via Dubai und Singapur bzw. return und dann war da noch der Flug von Cairns zurück nach Brisbane.) Am Sonnabendmorgen waren wir wegen der Zeitverschiebung sehr zeitig wach, sodasss sich am Nachmittag ein Zeitfenster auftat, in dem ich eigentlich "nur" wegen des bevorstehenden Flugplatzfestes nachfragen und ggf. Verabredungen treffen wollte, aber daraus wurde mehr ;-)

 

Sprung: 329

Daten:

  • Exit: 4000m
  • Depl.Alt: 750m
  • FF-Zeit: 63s
  • Avg.Speed: 185km/h
  • Max.Speed: 201km/h

Vor Ort waren viele Leute da, sodass ich erstmal jede Menge Hände schüttelte und ganz fix mitbekam, dass ich schnell die Urlaubsfotos fertigmachen sollte, weil viele Leute recht neugierig waren. Nunja, jedenfalls packte es mich dann doch und wir verabredeten mit Hoschi einen RW-Zweier, den wir zweimal durchübten. Dabei machte ich mir noch Gedanken, ob ich nicht den Bleigürtel mitnehmen sollte. Zum Glück redete mir der Peter (so heißt Hoschi, oder auch Hardcore mit echtem Vornamen ;-) das aus. Bei der Hitze ging der Aufstieg gar nicht so fix, wie man das gerne mag. Im Flugzeug saßen vier Tandempaare, es war einer dieser Tage, wo viele Leute gern hupfen wollen. Wir gingen nach einer Freeflyformation raus. Gelinkt, Hoschi als Diver, ich als Floater. Das ging sehr schön und schnell lagen wir sauber, sodass wir losließen und ich mich um 90° nach links drehte, damit Peter zum Sidebody andocken konnte. Leichter gesagt als getan: Ich sackte durch, war low und Peter musste sich tüchtig durchbiegen, wobei es ihn ein wenig wegdriften ließ. Danach wieder zum Stern, diesmal schaltete ich und floatete ein bissel nach oben, sodass wir wieder zusammen waren. Danach loslassen und Peter dreht sich ... und ich bin wieder low. Wer hätte das gedacht. Ich war selbst völlig baff und Peter auch, sodass es eine Weile dauerte, bis er sich zu mir heruntergeschraubt hatte. Ich flog ihn nach LPG-Muster an: (gleiches) Level erreichen, Position anfliegen, dann erst Griff nehmen, ohne die Arme groß auszustrecken. Nach dem Loslassen wieder das Spielchen und wir schafften noch einen flüchtigen Stern, dann gings ans Separieren. Die Öffnung war tadellos. Ich hatte nach vier Wochen Lagerung mehr Verzögerung erwartet, aber davon lässt sich mein Safire offenbar nicht wirklich beeindrucken :-) Der Heimweg am Schirm machte richtig Spaß, wenngleich besonders bei der Landung infolge des etwas stärkeren Windes Aufmerksamkeit geboten war, da der Wind gern mal bockte. Peter war anschließend besorgt, ob er zu langsam gewesen sei und so. Das war aber gar kein Punkt. Mir hat der Sprung gut gefalen. Wir haben schön ruhig und überlegt zusammengearbeitet. Das ist wichtig. Und demnächst haben wir beide unsere Fallraten aufeinander abgestimmt und kommen dann bestimmt auf 7-8 Punkte oder mehr.

 

Sprung: 330

Daten:

  • Exit: 4250m
  • Depl.Alt: 800m
  • FF-Zeit: 53s
  • Avg.Speed: 245km/h
  • Max.Speed: 264km/h

Dieser Sprung machte vor allem Lust auf mehr. Die nächste Maschine war dank der vielen Tandemgäste gleich gestartet, sodass ich mich für Lift 13 eintrug, was der Feierabendschaukler wurde. Leider konnte Peter nicht mehr mitspringen, er war als Chauffeur gefragt. Die anderen drei Relativer hatten für sich schon gebrieft. Naja, dann halt alleine und dann bissel Freefly spielen :-) Im Flugzeug bekam ich dann mit, dass El Klubpräsidente und RW-Instructor Thomas "Agent" Schneider seinen 2000. Sprung machte, mit zwei langjährigen Sprungkameraden. Da war es doch eine Ehre, im gleichen Flugzeug zu sitzen :-) Nach einem Freefly-Vierer und der Jubiläumsrunde gings dann raus. Ich hatte mich so aufgestellt wie bei einem Tubedive und sprang einfach raus. Beim Bemühen, mich gleich in den Wind zu drehen, wirbelte es mich ein bissel zur Seite, sodass ich gleich weiterdrehte, um dem Flugzeug kurz hinterherzuschauen. Danach dann erstmal kurz hinstellen, holla, der Wind in der Höhe ist heute wirklich nicht ganz ohne, Danach eine schöne Rolle vorwärts: nicht zu schnell. Anschließend eine Rolle rückwärts, auch schaumgebremst. Und dann mal eben noch ein Cartwheel nach links und eins nach rechts. Tja, hallo, da ist ja noch jede Menge Zeit! OK, dann hinstellen und schön Gera anschauen, was bei dem blauen Himmel mit den Schäfchenwolken sehr schön aussieht. Auf 1200m dann auf den Bauch und bei 1000m abwinken und ziehen. In der Luft gehts ruhig und gesittet zu. Ruhig zurück zum Platz und den Windsektor beachten. Die Landung platziere ich diesmal recht nahe an unserem Gebäude (also ca. 20m entfernt), denn bei der Windrichtung ist nicht mit Leewirbeln zu rechnen, woher auch, da der Wind fast genau in Richtung der Gebäude weht. Danach gratulieren wir alle dem Thommy und trinken ein feines Bierchen. Das Schirmpacken geht fast wie von selbst und nach einigen Gesprächen ging es dann doch mittlerweile recht spät nach Hause.

14.08.

Sprung: 331

Daten:

  • Exit: 3975m
  • Depl.Alt: 800m
  • FF-Zeit: 61s
  • Avg.Speed: 187km/h
  • Max.Speed: 206km/h

Flugplatzfest in Gera: 50. Jahre Flugplatz Gera-Leumnitz. Das heißt erstmal, dass viele Leute auf den Flugplatz kommen und die Parksituation nicht ganz unkritisch ist. Also beizeiten erscheinen ;-) Vor allem aber Jubel, Trubel, Heiterkeit. Jede Menge Leute, die auch bei uns mal vorbeischauen. Sprungbetrieb wie gehabt ist nicht möglich, schließlich sind jede Menge weiterer Luftraumnutzer unterwegs. Also gehen an dem Tag etwas weniger Lifts.
Den ersten Sprung des Tages mache ich alleine, es ist niemand groß da, mit dem ich springen kann bzw. sind die RWler schon gebunden.
Also rausgefloatet und einen Spaßsprung gemacht: Rolle rückwärts, nochmal eine, dann Fassrolle rechts und Fassrolle links und dann noch ein paar schnelle Drehungen. Schirmfahrt und Landung machen Spaß, aus der Luft sieht der Flugplatz mit den vielen Buden sehr interessant aus. Auf diesem Bild hier ist das gut zu sehen. Die AN-2 vom OFC steht hier gerade in Parkstellung, da der übliche OFC-Ort auf der anderen Seite der Start- und Landebahn von den Sperrholzsportler... hüstel, den Segelfliegern komplett in Beschlag genommen ist ;-)

 

Sprung: 332

Daten:

  • Exit: 1200m
  • Depl.Alt: 875m
  • FF-Zeit: 11s
  • Avg.Speed: ---km/h
  • Max.Speed: ---km/h

Kurz nach dem Mittag gibt es den Massenabsprung aus geringer Höhe: Die Zuschauer sollen (und wollen) ja auch etwas sehen. Es wird gemeinsam mit dem OFC abgesetzt. Die AN-2 ist allerdings langsamer als die Caravan, sodass unser Pilot Michi etwas zaubern muss, dies aber gewohnt souverän hinbekommt. Dieses Bild zeigt schön, wie die AN-2 neben unserer Caravan herfliegt. In Abständen von 3s springen die Leute aus der Türe, zum Teil liederlichst bekleidet: In kurzen Hosen und mit T-Shirt ;-) Aber für die paar Sekunden Freifall braucht man keinen Sprunganzug. Der Exit erlaubt ein ungewohntes Bild auf die Caravan und Gera. Gleich nach dem Exit heißt es, die Augen offen zu halten und links und rechts zu schauen: Alles OK? Geht neben mir ein Schirm hoch? Nein, alle halten sich an die gebrieften Werte. Hier sieht man die Caravan, den nachfolgenden Springer und Nina ist gerade im Öffnungsvorgang. Na dann man in aller Ruhe zurück zum Landeareal. Diesmal sind über 20 Leute unterwegs, da lasse ich mir lieber Zeit und fahre in halber Bremse, um dann in einem weiten Bogen zum Landeaufbau zu schreiten. In der Halle ist natürlich alles dicht und einige der Gäste vom OFC verbrauchen mit ihren großen Zielsprungkappen (notgedrungen) reichlich Platz, da setze ich mich erstmal hin und trinke nett Kaffee :-)

 

Sprung: 333

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 64s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 208km/h

Ein Sprung geht am Nachmittag aber noch: Mit Nina. Kurzes Briefing und dann gehts hoch. Im Flugzeug sitzt Ida. Sie macht geade ihren 66. Tandemsprung, das ist Weltrekord. Ganz davon abgesehen, dass sie geringfügig älter als die anderen Springer ist :-) Die anderen werden ihr übrigens im Freifall eine Überraschung bereiten und sie anfliegen. Das wurde vorher heimlich alles mit Vize (ihrem Tandemmaster) gebrieft, Ida war begeistert. Doch zurück zu unserem RW2er. Wir haben uns ein bissel was anspruchsvolleres vorgenommen und das klappt sehr schön. Gelinkter Exit, Nina lächelt mich an, danach dreht sich Nina zum Cat (also 180° und ich nehme an ihren Beinleisten einen Griff), zurück zum Stern, dann ich zum Cat, Stern, Sidebody von Nina, Stern, Sidebody von mir, Stern, Nina bietet wieder Cat an, Stern, ich zum Cat, Stern, Nina bietet einen Sidebody an, Stern und dann ist das Geld alle; Nina grüßt zum Bye-Bye, wir separieren und ich schwinge mich mehr als begeistert nach so einem tollen Sprung - 14 Punkte - herunter. Ist schon herrlich, wenn man mit richtig guten Springern mal was machen kann und dabei feststellt, dass man selbst auch nicht der Allerschlechteste ist :-)

 

Nachsatz

 

Danach gehts sehr schön weiter auf dem Platz: neun Heißluft-Ballons werden zum Start fertig gemacht und schweben langsam am tiefblauen Dämmerungshimmel davon: Sieht einfach toll aus. Hier zwei Bilder davon: 1 und 2. Einige Bier später sehen wir den Stasis und Korki zu, wie sie auf dem "Fahrgeschäft Fliegender Teppich" Spaß haben und Wolli meint, dass wir das auch machen sollten. Mit Helmen, wie es sich gehört. Das Video ist lustig, man hört ständiges Gegacker. Nur kribbelig im Bauch wurde es nicht, trotz lauter Forderungen unsererseits, schneller zu drehen. "Geht nicht" kam es irgendwann zurück. Naja, dann halt weiterquatschen und -schlürfen und mit Einbruch der Dunkelheit genießen wir das Ballonglühen. Das sieht wirklich romantisch aus, wird jedoch nachhaltig von so einer Nudelfressbude gestört, deren dämliche grelle Reklame stark blendet. Naja, vielleicht klappts ja beim nächsten Flugplatzfest. Hier zwei Impressionen: 1 und 2.

15.08.

Sprung: 334

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 62s
  • Avg.Speed: 192km/h
  • Max.Speed: 214km/h

Der nächste Tag beginnt etwas schaumgebremst. Zum einen haben viele von uns gestern doch etwas länger an den Festivitäten teilgenommen; das Ballonglühen war ja wirklich schön und danach gings lustig in der Aero-Packhalle weiter. Zum anderen ist Sonntag und überhaupt... Naja, beim Warten auf Load 1 werden wir eines sehr schönen Schauspiels ansichtig, als die Sonne direkt hinter einer Wolke steht (Bild) bzw. kurz darauf hinter der Wolke hervorbricht (Bild). Und Tobi, der das Baby von Andrea auf dem Schoß hat, ist natürlich auch einen Schappschuss wert :-)
Dann gehts endlich hoch: Mit Wolli. Der Exit klappt gut, Wolli grinst, ich dive mal. Danach haben wir aber Levelprobleme, Wolli ist halt recht schnell (siehe Daten) und wir wollen doch saubere Punkte fliegen nach LPG-Technik: Level-Position-Grip. Also nicht hektisch werden und schon ruhig bleiben und tatsächlich klappt ein sauberer Punkt. Tja, der gute Wolli bringt mich zu ziemlichen Geschwindigkeiten ;-) Noch ein kurzes Lächeln und adios. Die Landephase wird mit dem Blick auf den "Fest-Flugplatz" verschönt.

 

Sprung: 335

Daten:

  • Exit: 4000m
  • Depl.Alt: 750m
  • FF-Zeit: 61s
  • Avg.Speed: 180km/h
  • Max.Speed: 264km/h

Der nächste Sprung geht zu dritt, Alina kommt mit. Na, mal sehen. Dreie, die zwar schon einige Sachen gemacht haben, aber allesamt keine Experten sind. OK, Wollo und ich gehen als Floater raus, Wolli als Frontflöte. Der Exit geht recht dynamisch und Wolli klappt unter uns weg. Das wird ein lustiger Kampf, denke ich mir und dann gehts auch schon rund. Das Video zeigt dann, dass wir kurzzeitig sogar im Headdown waren, siehe Werte =:-))) Als die Gelegenheit sich bietet, ziehe ich die Formation herunter, indem ich mich hinsetze (Freefly ist ab und an auch bei RW zu was gut ;-) und wir liegen halbwegs da. Es schappt noch ein bissel, dann ist Ruhe und wir lassen los. Wie befürchtet, bleibt die zierliche Alina ein wenig zurück und Wolli geht ganz in den Keller. Alina hat zudem zum ersten Male eine RW-Kombi mit Booties an, also keine Hast und nichts übertreiben. Ich floate hoch, aber die Zeit ist zu knapp; also lieber Winke-Winke und Tschüß. War trotzdem ein lustiger Sprung :-)

 

Sprung; 336

Daten:

  • Exit: 1250m
  • Depl.Alt: 825m
  • FF-Zeit: 13s
  • Avg.Speed: ---km/h
  • Max.Speed: ---km/h

Danach ist ein bissel Pause und wir bereiten uns auf den zweiten Flachköpper vor. Wieder mit der AN-2 zusammen. Diesmal probieren Wolli und ich auch mal aus, wie das so ist mit kurzen Hosen und T-Shirt. Naja, kann man gelten lassen. In 3s-Abständen gehts dann endlich raus, die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen AN-2 und Caravan muss Michi erneut ausgleichen. Beim Exit drehe ich mich sicherheitshalber um 360° und halte Ausschau; alles im grünen Bereich. Danach in Ruhe zurück, nur nicht drängeln. Diesmal einen noch weiteren Bogen hintenrum und dann in Ruhe den Landeaufbau, ganz konservativ. Da es in Richtung Landefläche ohnehin für die Zuschauer wenig zu sehen gibt (eine Bühne versperrt größtenteils die Sicht), kann man auch ohne Swoopen landen; sieht ja eh keiner ;-)

 

Sprung: 337

Daten:

  • Exit: 3200m
  • Depl.Alt: 1150m
  • FF-Zeit: 42s
  • Avg.Speed: 179km/h
  • Max.Speed: 192km/h

Noch ein Massenabsprung, mit einiger Zeit Abstand. Zwischendurch gibts ja das "andere" Flugplatzprogramm, u.a. mit recht spektakulären Kunstflügen oder auch Modellkunstflug. Dann gehts hoch. Teilnehmen dürfen Wolli und ich zwar nicht wirklich, da der 12er mit drei Rauchpatronen sauber geflogen werden muss und wir ohnehin noch eine Bigger Ways gemacht haben. In der Luft dann lange Gesichter: Die Zeitplanung ist minutengenau festgelegt und wir müssen gleich absetzen! Alle rutschen soweit wie möglich vor, trotzdem gehts viel zu niedrig raus. Life sucks. Mit 10s Abstand darf ich hinterher, hat mir Tommy eingeschärft. Die enteilende Formation sehe ich prima, zähle derweil, beuge mich schön vor, nehme dann noch kurz Anlauf und schaue konzentriert im Diven der Formation nach, die in eine Wolke (dammich!) eintaucht. Dabei habe ich ganz vergessen, die Beine ordentlich anzuklappen und... überschlage mich! Buhu! Das genau meint Norman Kent in einer Mail, die Marc Bachmann auf freefly.de zum Lesen bereithält: Man muss so gut im Springen sein, dass man sich wirklich aufs Filmen konzentriert und der Körper instinktiv das Fliegen regelt. Naja, dann gehts auch in die Wolke rein und als die endlich vorbei ist, sehe ich die Formation. Leider eben viel zu weit entfernt. Wenigstens die Separation ist auf dem Video dank der Rauchfahnen schön zu sehen. Hier eine Bildserie dazu: Bild 1, Bild 2, Bild 3, Bild 4 und Bild 5. Etwas bedröppelt ziehe ich in 1300m, wie verabredet. Beim Flug nach Hause jedoch überwiegt schon wieder die Heiterkeit, immerhin war ich "dabei" und von oben sah die Formation wirklich gut aus.

 

Sprung: 338

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 950m
  • FF-Zeit: 61s
  • Avg.Speed: 174km/h
  • Max.Speed: 206km/h

Danach möchte ich gern einen netten Sprung ranhängen. Wolli musste weg. Ich spreche Klaus an. Er möchte was machen, auf dem Bauch. Aber ungelinkt raus. Ich habe etwas Bedenken wegen seiner Freeflysachen, aber mal sehen. Die Aufstellung dauert etwas, ich werde ungeduldig. Als Klaus endlich abspringt, dive ich sofort hinterher, stelle mich etwas auf und sause auf Klaus zu... Abbremsen! Dabei trudele ich kurz und muss danach erstmal schauen, wo Klaus ist. Und nochmal; 360°... oha, soweit oben? Ich floate wie ein umgedrehte Suppenschüssel und baggere mich tatsächlich hoch. Für Klaus ist allerdings der Sprung "beendet" gewesen und er schaut sich die Landschaft an, ich sehe nur seine Beine. Daher entschließe ich mich auf 1600m wegzutracken und gebe ordentlich Gas, sodass wir ordentlich Abstand haben. Die Schirmfahrt und Landung machen Spaß.

 

Sprung: 339

Daten:

  • Exit: 4275m
  • Depl.Alt: 925m
  • FF-Zeit: 66s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 193km/h

Nach dem Sprung mag ich nicht nach Hause fahren und hänge also noch einen ran. Da die Leute in der Sunsetload, für die ich gerade noch einen Platz ergattert habe, schon alle verabredet haben, eben alleine. Später sehe ich beim Video-Wiederangucken, dass Steffi vor mir auch Solo rausging. Naja, wir werden dann später noch ein paar richtig schöne RW-Sprünge zusammen machen. Jedenfalls dive ich raus: Klappt doch! Danach erstmal zwei Rollen rückwärts, ja, geht. (Aber am stabilen Heading arbeiten wir noch ;-) Danach drei Fassrollen, von denen zweie schön klappen und eine, naja, immerhin um die Längsachse ging. Dann noch eine Rolle rückwärts und eine Rolle vorwärts (dabei haut es mir den rechten Bootie vom Fuß) und dann noch eine ganze Menge Drehen, das macht Spaß. Der weg nach Hause ist etwas länger - ich bin als Letzter rausgegangen - und darum ziehe ich ein bissel höher als sonst, was sich aug dem Heimweg gut macht, sodass ich locker und bequem meinen Landeaufbau machen kann und dabei sogar so gut plaziert lande, dass ich nur noch ein superkurzes Stück bis zur Packhalle laufen muss. Der Abend endet mit netten Gesprächen und einem schönen Flugplatzfestausklingbier. :-)

04.09.

Sprung: 340

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 825m
  • FF-Zeit: 53s
  • Avg.Speed: 233km/h
  • Max.Speed: 248km/h

Ein richtig schöner Tag, da lohnt es sich doch, nicht ganz so spät auf dem Platz zu sein. Leider ist die Zahl der Springer begrenzt, sodass ich erstmal einen Sprung alleine machen. Und warum dann nicht was freeflymäßiges. Da kann ich die neue Sommer-Freeflyhose von Aero-Suits, die ich zuum Flugplatzfest zu einem Sonderpreis bekam, gleich wieder einsetzen :-)
Gesagt, getan und der Exit geht auch sehr schön. Tja, dann mal zwei Rollen rückwärts. Die klappen gut, besser noch als auch der Bauchlage (na klar) und ich bleibe soweit im Heading. Dann mal noch zwei Cartwheels nach rechts, geht auch gut, Heading auch soweit in Ordnung. (Achja: heading heißt nochmal, dass der Körper nach der Figur weiterhin in die gleiche Richtung orientiert ist) Dann noch ein Cartwheel links, geht auch halbwegs. Noch eine Rolle vorwärts, ebenfalls im Heading und nicht zu schnell. Bin ja begeistert. Da noch genug Zeit ist, mache ich diverse Drehungen und schaue mir die Stadt und die Landschaft an, sehr schön bei dem Sonnenschein. Bei 1000m gemütlich abwinken und locker zum Platz geschwungen. Da nicht so viel Wind war, komme ich auch zu einem netten Swoop und lande nahe der Packhalle. Der Tag geht gut los :-)

 

Sprung: 341

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 65s
  • Avg.Speed: 180km/h
  • Max.Speed: 219km/h

Danach komme ich mit Uli und Regine ins Gespräch. Wir verabreden einen RW-Dreier und "laufen" das Programm erstmal durch. (Beim "Durchlaufen" legt man sich noch nicht auf Rollbretter, sondern nimmt die verabredeten Griffe im Stehen, um sich zunächst eben seine Griffe samt zugehöriger Partner etc einzuprägen. Beim "Durchrollen" kommt man der Situation im Freifall viel näher, da man auf Rollbrettern liegt und sich somit in der Horizontalen befindet und gut durchspielen kann, in welchem Winkel man sich wann wie und wem zu nähern und wo anzufassen und loszulassen hat.)
Wir gehen im Stern raus und liegen zügig. Danach ist open accordian angesagt. Beim ersten fliegen Uli und ich Regine an und liegen jeweils genau 180° zu ihr. UIi fasst mit seiner rechten Hand Regines linke an, bei mir genau umgekehrt. Open accordians erfordern, dass man auf den Punkt fällt, also weder Vorwärts- noch Rückwärtsfahrt hat und natürlich muss man auch die Höhe halten. Hierbei schaffen wir - vorher noch nie zusammen geflogen - fünf Punkte und die Separation auf 1300m klappt auch vorzüglich. Das wird ein richtig schöner Tag.

 

Sprung: 342

Daten:

  • Exit: 4100m
  • Depl.Alt: 750m
  • FF-Zeit: 66s
  • Avg.Speed: 180km/h
  • Max.Speed: 206km/h

Helen ist gekommen und Regines Schwester, Katrin. Die Schwestern teilen sich ein Gurtzeug, also gehen sie abwechselnd in die Luft. Helen und Uli suchen etwas aus, was ein kleines bisschen anspruchsvoller ist Mal sehen. Sternexit klappt gut, holla. Danach fliegen wir einen Satellite. Dazu fassen Uli und Helen einander an den Händen an (die beiden bilden einen Stern), Katrin und ich gehen bei den beiden als Sidebodies ran. (Die Figuren kann man hier jeweils anschauen.) Klappt sehr schön. Danach wird umgebaut. Katrin und ich fassen einander an den Händen, Uli und Helen docken bei uns an. Beim erneuten Umbau gehe ich low (sacke also ab) und will hoch, schaue dabei die Formation an und... schieße voll auf sie zu! Uli und Helen gehen geistesgegenwärtig auseinander und ich kurven zurück und umfliege die Formation, um richtig anzudocken. Wir schaffen gerade noch den dritten Punkt, dann ist die Zeit alle und wir separieren. Nach der Landung gibt mir Uli beim Debriefing den Tip, mich beim Hochfloaten quer zur Formation zu legen, um genau den "Draufzuschieß-Effekt" zu vermeiden. Habe ich zwar bestimmt schonmal vorher gehört, aber jetzt präge ich mir das ein. Zum Glück ist nix passiert und uns gehts um den Spaß und den hat der Sprung trotzdem gemacht.

 

Sprung: 343

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 65s
  • Avg.Speed: 179km/h
  • Max.Speed: 212km/h

Diesmal gehen Uli, Helen, Regine und ich raus. Der Stern liegt zügig und wir bauen zum Satellite um. Regine und Uli docken Gesicht-zu-Gesicht an und dann gehen helen und ich als Sidebodies ran. Danach gehts ans Umbauen: Helen und ich bilden die Sternbasis, Uli und Regine docken an uns als Sidebodies an. Regine ist etwas hoch und muss sich runterarbeiten. Danach wird wieder umgebaut, das geht relativ schnell. Beim nächsten Umbau kommen Helen und ich auch schnell zusammen, aber sind etwas höher als Uli. Helen will runter (There is no low in a formation - sagt sie immer ;-) aber das geht so schnell nicht, nicht mit mir ;-) Naja, es ist eh schon Separationszeit, also winkewinke und separieren. Öffnung und Schirmfahrt machen Spaß.

 

Sprung: 344

Daten:

  • Exit: 4100m
  • Depl.Alt: 750m
  • FF-Zeit: 67s
  • Avg.Speed: 177km/h
  • Max.Speed: 203km/h

Gurtzeugweitergabe bei den Schwestern, Uli, Helen, Katrin und ich heißt es. Diesmal bauen wir die Satellites etwas anders um. Exit ist OK, danach bilden Helen und Uli die Gegenparts, Katrin und ich docken als Sidebodies an: Ich bei Uli, Katrin bei Helen. Danach bilden Helen und Katrin die gegenparts, Uli dockt bei helen als Sidebody an... ich gehe low und (wie bestellt, um zu üben) baggere mich hoch und docke sauber bei Katrin an. Danach bilden Katrin und ich die Gegenparts, Uli dockt bei mir als Sidebody an, Helen bei Katrin. Neuer Umbau: Uli und ich sind die Gegenparts, Helen dockt bei Uli an und Katrin bei mir. Dann ist die Zeit vorbei, Separation und mit einer schönen Öffnung wird ein schöner Sprung gekrönt.

 

Sprung: 345

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 66s
  • Avg.Speed: 179km/h
  • Max.Speed: 201km/h

Der sechste Sprung an diesem Tag für mich. Wir haben etwas anspruchsvolleres gebrieft, Helen hat ein paar interessante Vorstellungen, u.a. die Murphy Flake. Jedoch... irgendwie war der Wurm, drin. Der Exit klappt soweit, aber danach will nichts so richtig zusammenfinden, nach Levelproblemen will ich zunächst an der falschen Seite andocken, Regine ist ob dessen auch verwirrt. Irgendwie "Alles nichts, oder?" und man sucht unwillkürlich, ob die dicke laute blonde Frau mit der Schlossermontur (womöglich noch mit einer Torte in der Hand) durch den Orbit geschossen kommt. Leider habe ich dummerweise alle Videos bis zur 364 durch einen dummen Fehler überspielt, sodass ich nach über zwei Monaten leider auch nicht mehr genau rekapitulieren kann, was genau die Fehler waren. Togal, was ich noch wieß ist, dass wir trotzdem nicht brüllend und schimpfend übereinander hergefallen sind. Aus jedem Sprung lernt man was und der war trotzdem irgendwie lustig. Keiner wurde verletzt und das ist das Wichtigste ;-)

 

Sprung: 346

Daten:

  • Exit: 4350m
  • Depl.Alt: 700m
  • FF-Zeit: 71s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 211km/h

Der Abschlusssprung des Tages ist gleichzeitig Hoschis 300. Dabei ging es dann doch etwas hektisch zu, weil es anfangs ein Hybridsprung werden sollte, dann ein reiner Freeflysprung und zum Schluss ein Biggerway. Aufgrund dessen gings etwas hastig ans Briefing. Als Basis wurden vier Springer genommen, die allesamt noch nicht so viel Erfahrung hatten und noch nie zusammen gesprungen waren: Hoschi, Alina, Stefan und ich. Naja,mal sehen. Der Exit klappt zunächst, aber dann hat Stefan die Hacksen als Floater zu kurz und es haut ihn unter die Formation. Als er wieder hochpoppt, reißt es mich als seinen Nachbarn so herum, dass ich von oben auf die Formation wippe; jedoch bin ich schnell wieder zurück. Leider dreht die Basis und erst als Uli sich reinarbeitet, kommen wir richtig zum Stehen. Danach dockt Helen an; für die anderen ist die verbleibende Zeit zu kurz. Korki ist zwischendurch auf dem Rücken (tief, versetzt und schnell genug) unter der Formation durchgesaust und hat uns gefilmt, ist zurückgekehrt und filmt wie Hoschi seinen Schirm öffnet, der Rest von uns trackt schon bis zum Horizont. Naja, ein lustiger Sprung. Beim nächsten Mal klappt das bestimmt besser :-)

05.09.

Sprung: 347

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 64s
  • Avg.Speed: 190km/h
  • Max.Speed: 217km/h

Der Sonntagvormittag gehört zunächst der Familie. Nicht nur Saubermachen und Vorbereitungen für die Arbeitswoche ;-) Aber am Nachmittag ziehts mich dann doch auf die Dropzone. Rüdiger, ein Hüne, groß und kräftig sitzt da. Ich frage, ob wir was zusammen machen wollen. Warum nicht, wenn ich denn mitkäme. Tja, mal sehen, was mit 4kg Blei zu machen ist. Vorsichtshalber verabreden wir lediglich Pin Practice - also nur loslassen und wieder an den Händen greifen. Hoch gehts. Rüdiger geht als Diver raus - eine logische Entscheidung angesichts von über 100kg Wettkampfgewicht :-) Wir liegen recht schnell und dann loslassen und... ich bleibe dran, hehe! Das ganze ist in der Tat recht schnell (siehe Werte :-) aber ich komme mit. Rüdiger ist geistesgegenwärtig, grinst mich nach dem ersten Pin an und dreht sich um 360°, wir docken wieder an. Na dann mal ich; tatsächlich klappt auch das und lustig gehts weiter. Insgesamt klopfen wir - erstmals zusammen und dann noch ungebrieft - 5 Punkte. Das ist natürlich super und dazu noch eine schöne Öffnung. Ich schwinge mich großzügig nach Hause und... hüstel, unterschätze den Wind. Na gut, wenn schon eine Beerline, dann wenigstens schön landen; es ist egal, ob 1m fehlt oder 10 davon... :-) Leider muss Rüdiger nach Hause, aber bei Gelegenheit werden wir das mal wiederholen!

 

Sprung: 348

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 950m
  • FF-Zeit: 61s
  • Avg.Speed: 187km/h
  • Max.Speed: 212km/h

Viel ist nicht mehr los, dabei ist das Wetter schön. Naja, dann mache ich eben noch einen Sprung alleine. Hoch gehts, gebrieft habe ich mit mir schon am Boden, da kann ich im Flugzeug dösen. Am Anfang - erst recht bei meinen ersten Strippensprüngen aus der AN-2 - habe ich mich immer gefragt, wie da welche mit geschlossenen Augen herumlungern können und mittlerweile mache ich das selbst :-)
Endlich oben und rausgefloatet. Ähm... Mist, dass es keine Rückspultaste gibt, das üben wir dann nochmal, denn ich bin irgendwo zwischen Bananenbieger und Sitflyexit. Naja, zumindest stabil. Danach lege ich mich hin und richte mich gegen die Sonne aus und drehe eine Fassrolle nach der anderen. Naja, so halbwegs klappt das... meistens, zweie sind doch nicht ganz im Heading. Bei 2000m ist mir fast schwindlig, ich habe nicht mitgezählt und beschließe, mich faul auf den Bauch zu legen und die Welt zu betrachten. Die sieht sehr schön aus so bei Sonnenschein und ich bin nicht begeistert, als der Zeiger des Höhenmessers sich der 1000m-Marke nähert. Da ich recht weit draußen bin, öffne ich, wie vorher mit dem Allerletzten abgesprochen, etwas höher. Und das, wo mir das Freifallen gerade soooo gut gefällt. Menno! Unwillig winke ich ab und ziehe, der Schirm geht brav auf und ich fahre behutsam heim. Irgendwie mag ich diesmal nicht so schnell wieder runter =:-)

 

Sprung: 349

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 800m
  • FF-Zeit: 64s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 217km/h

Ich will fast schon mein Zeugs zusammenpacken, als Wolli Bipps in der Halle auftaucht. Na, dann machen wir doch was zusammen. Hoch gehts und diesmal gehen wir als Zweier nicht so spät raus. Der exit klappt gut und dann gehts an die Relativarbeit: Sidebodies. Wir haben nach wie vor noch nicht ganz so die gleiche Geschwindigkeit, denn Wolli ist einer von denen, die schnell fallen. Aber oha, diesmal hänge ich ihn zweimal ab. OK, mit 4kg Blei dabei :-) Trotzdem reicht es für insgesamt vier Sidebodies, das ist doch schonmal gar nicht schlecht.
Nach der Separation tracke ich und ziehe, da wir trotzdem ein Stück nach Hause müssen, ganz genau bei 1000m und hänge mich danach in die halbe Bremse. Dadurch komme ich ganz gut, wenn auch etwas langsam nach Hause. Wolli hat weniger Glück, er hing deutlich unter mir am Schirm und irgendwie ... achja, Kappenseminare bei Chris Buß bringen jede Menge Infos. Und an dem konnte Wolli nicht teilnehmen. Jedenfalls landete er außerhalb auf einem Acker, aber dafür sanft. Wir gackern noch ein bisschen und freuen uns über unseren bisher besten gemeinsamen Sprung, noch ein Bierchen und dann gehts nach Hause.

11.09.

Sprung: 350

Daten:

  • Exit: 3975m
  • Depl.Alt: 950m
  • FF-Zeit: 59s
  • Avg.Speed: 185km/h
  • Max.Speed: 206km/h

Sonnabendvormittag und ...kaum jemand da. Grummel. OK, das Wetter ist nicht ganz so prall; insbesondere der Wind ist recht hastig, aber nicht so, dass man nicht springen könnte. Aufruf für Load 1 und niemand da, der noch frei ist von den paar Lizenzlern. Ohne die Tandems ginge ja gar nichts... Naja, dann mache ich den kleinen Jubiläumssprung eben allein - es gibt ja auch noch bissel was zu üben. Diesmal klappt das Floaten ganz anständig, na also. Dann mal weiter an den Fassrollen üben - nicht dass das bei der Vereinsmeisterschaft noch abgefordert wird. Ich suche mir die Start- und Landebahn als Referenz. Und siehe da, diesmal klappt das doch recht gut. Wenn man locker an die Sache rangeht, klappts auch besser; alte Erfahrung. Ich bin ziemlich weit draußen und hänge fast über der Stadt. Wie verabredet, schmeiße ich das Handdeploy schon zeitiger nach deuuuutlichem Abwinken und hänge mich dann in die halbe Bremse. Man ist zwar nicht so schnell, aber das Sinken ist deutlich weniger und so schiebt mich der Wind zum Platz zurück und ich sinke sehr moderat, sodass ich sogar noch einen eleganten Bogen zum Landeanflug schlagen kann, aber vorsichtshalber weit genug von eventuellen Leewirbeln der Halle lande.

 

Sprung: 351

Daten:

  • Exit: 3925m
  • Depl.Alt: 825m
  • FF-Zeit: 60s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 212km/h

Stefan aus Dresden ist eingetrudelt. Er hat auch keinen Sprungpartner, aber dafür eine RW-Kutte, also briefen wir was. Na, dann mal sehen. Stefan ist ein kleines bissel größer als ich und wiegt schon ein wenig mehr, also schnalle ich mir mal lieber den Bleigürtel um. Wir spielen vor dem Einstieg nochmal alles durch, dann gehts hoch. Stefan ist der Floater und ich dive hinterher. Den RW-Kurs mit Tommy Schneider in Erinnerung, ziehe ich diesmal die Beine ordentlich an... Stefan aber auch und das führt dann erstmal zu etwas Luftkampf, den ich aber nicht aufzugeben gewillt bin. Und wieder mal helfen die Freeflyerfahrungen, um kurzzeitig mittels Sitzen die Formation wieder horizontal zu bringen. Danach Ruhe reinbringen und siehe da, es geht. Ich muss zwar trotzdem kämpfen, um mitzukommen, aber das ist nicht schlecht. Da zwinge ich mich mal, mich ordentlich durchzubiegen. Den Werten sieht man das zwar kaum an, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, dass wir schnell waren. Naja. Wir machen Sidebodies. Jeder einen, dazwischen jeweils einen Stern, oder Pin, ganz wie man will :-) Separation und zurück zum Platz. Der Wind ist recht interessant und ich lande wieder in sicherer Entfernung von der Packhalle und gehe trotzdem mit relativ wenig Vortrieb herunter. Erst in Bodennähe nimmt die Geschwindigkeit zu - die berühmte Reibung der Luftströmung am Boden lässt grüßen - sodass die Landung trotzdem halbwegs Spaß macht.

 

Sprung: 352

Daten:

  • Exit: 3975m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 62s
  • Avg.Speed: 188km/h
  • Max.Speed: 211km/h

Aus der Sache wollen wir mehr machen und verabreden den nächsten Sprung. An der Attrappe wird der Exit geübt, dann durchgelaufen. Tja, mal sehen. Hoch gehts. 14min später sind wir auf Abwurfhöhe :-) Der Exit klappt diesmal deutlich besser. Na also. Danach drehe ich mich zum Sidebody und Stefan greift mich seitlings an. Zurück zum Stern, dann dreht Stefan und ich nehme seitliche Griffe bei ihm. Wieder zurück zum Stern, ich drehe mich wieder um 90°, aber diesmal nach rechts und Stefan greift bei mir an. Wieder zurück zum Stern... und da ist die Zeit schon alle. Zwischendurch gab es einiges an Levelausgleich zu machen, was Zeit kostet. Wie die Werte dann zeigten, waren wir recht fix unterwegs, nicht schlecht. Aber ein wenig moderater wäre mir lieber, dann muss man sich nicht so sehr durchdrücken. Wäre doch schön, wenn ich eine feste Truppe zum Springen hätte. Aber egal, das hat erstmal ganz nett geklappt, Separation und nach der Öffnung zurück zum Platz. Der Wind ist wie vorhin, also wieder in sicherer Entfernung landen - lieber 30m mehr laufen, als durch eine Leewindwalze hart landen und womöglich was verstauchen.

 

Sprung: 353

Daten:

  • Exit: 3975m
  • Depl.Alt: 775m
  • FF-Zeit: 59s
  • Avg.Speed: 192km/h
  • Max.Speed: 225km/h

OK, dann basteln wir mal weiter. Mal schauen, ob wir etwas mehr zusammenbekommen. Der Exit klappt ganz gut und wir liegen nach annehmbarer Zeit ordentlich da und fangen an zu arbeiten. Wieder das vorige Programm. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir sehr schnell sind, was mir der ProTrack anschließend auch bestätigt. Mein Kreuz auch, denn ich muss mich tüchtig durchbiegen, um mitzukommen. Da müssen wir mit Stefan mal floaten üben bzw. das bewusste Nicht-ganz-so-sehr-Durchbiegen... ;-) Zurück zum Sprung: Die ersten Sidebodies klappen ganz gut, der jeweils zweite geht aber in die entgegengesetzte Richtung. Stefan hat einen kurzen Brainlock und dreht nach links an, ich zeige ihm: Falsche Richtung, was jedoch auch nicht wirklich hilft und ihn ratlos werden lässt. Ich will ihn anfliegen, aber die Zeit wird bissel knapp, ich musste mich zwischendurch auch zweimal wieder ein bissel runterkämpfen, Stefan winkt mir jedenfalls bye-bye und trackt davon. Naja, fünf Punkte sind auch nicht schlecht. :-)

 

Sprung: 354

Daten:

  • Exit: 4350m
  • Depl.Alt: 900m
  • FF-Zeit: 53s
  • Avg.Speed: 249km/h
  • Max.Speed: 278km/h

Noch einen Tagesausklangsprung. Keiner da zum Hupfen, denn Stefan musste mit Frau und Kindern nach Hause in Dresden. OK, dann raus mit den bunten Sachen und rein in die kurze Freeflyhose. Es ist schließlich immer noch Sommer. Im Sitzen geht es raus und ich schaue dem Flugzeug hinterher: Sieht gut aus. Danach lasse ich Drehungen und Rollen und setze mich einfach hin und schaue mir die Gegend an. Sieht auch gut aus. Dann mal hinstellen und heizen... grummel, irgendwie war ich schonmal schneller. Dafür stehe ich satt und ...genau, auch mit dem neuen Teardrop, was wirklich sehr gut freeflytauglich ist und bei dem ich Klappen und Bridle und Pin mindestens zehnmal vor dem Exit geprüft habe, kann zwar eigentlich nichts passieren, aber trotzdem... Also noch schön drehen, ja das klappt aufs Grad genau und auch schnell, hehe. Später zeigt sich dann, dass ich doch recht fix unterwegs war, insbesondere wohl, weil ich recht lange gestanden habe.
Ich bin als vorletzter raus und hänge wieder sehr weit draußen. Tja, dann mal wieder etwas höher die Keule raus und mich in die halbe Bremse gehängt. Brav bringt der Schirm mich heim, schnell noch packen und ein bissel schwatzen, dann gehts heim.

12.09.

Sprung: 355

Daten:

  • Exit: 3975m
  • Depl.Alt: 750m
  • FF-Zeit: 63s
  • Avg.Speed: 185km/h
  • Max.Speed: 200km/h

Mal wieder ein Sonntag, dessen Vormittag der Familie und häuslichen Pflichten gehört. Aber am Nachmittag bieten Wetter und Zeit die Möglichkeit, in die Luft zu gehen. Der erste Sprung geht mit Steffi raus. Sie ist zierlich, hmmm... Mal sehen, was wird. Also ich nehme auf keinen Fall Blei mit, wir beide unsere RW-Kutten. Wird schon werden, die Mädels können sich besser durchbiegen als wir Jungs. Der Exit ist ein bissel steil, danach haben wir auch etwas zu kämpfen. Kein Wunder, bisher ist Steffi fast immer alleine rausgefloatet, sodass sie die Beine beim Exit lang hat (=steiles Aufstellen) und danach etwas reinnimmt und so etwas absackt. Aber das bekommen wir hin. Danach lassen wir los und fliegen ohne Kontakt, oha, das arme Mädel muss sich ganz schön biegen. (Später sehe ich an den Werten, dass es sogar recht fix ging, da hätte ich ruhig bissel flacher liegen können...) Steffi geht etwas nach hinten weg, das ist uns allen bei den ersten Sprüngen passiert. Der Körper muss erst mitgeteilt bekommen, wie sich "Beine lang!" anfühlt. Ich gebe Gas, um ranzukommen und wir schaffen es, wieder zum Stern anzudocken. Meine ersten Sprünge RWmäßig waren da weniger erfolgreich, hehe. Danach bietet ich Steffi einen Andock zum Sidebody an und auch den Punkt machen wir noch, dann heißt es winke-winke und wir stieben auseinander. Daraus lässt sich bestimmt was machen, denke ich beim Nachhauseflug.

 

Sprung: 356

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 775m
  • FF-Zeit: 53s
  • Avg.Speed: 232km/h
  • Max.Speed: 251km/h

Den zweiten und letzten Sprung des Tages mache ich alleine. Schade, das Wetter ist gar nicht so schlecht (der Wind ist auch weniger als gestern) und kaum Leute da. Tja, danke unserer Bundesregierung und der gesamten Wirtschaftspolitik viel zu vieler Nadelstreifenheinis hat der normale Bürger immer weniger Kohle in der Tasche und da wird dann am Steckenpferd gespart. :-( Jedenfalls beschließe ich, an meinen Freeflykünsten weiterzufeilen. Hoch gehts mit dem Flugzeug, dass anschließend nach Kassel zurückkehrt. Der Exit im Sitzen klappt gut. Na dann, Heading kontrollieren und Rolle vorwärts, schön kontrolliert: klappt so lala. Noch eine hinterher, klappt deutlich besser. Rolle rückwärts, geht gut. Heading OK. Cartwheel rechts, OK. Noch eins, Heading ist OK. Dann ein Cartwheel nach links, hüstel... da habe ich mich nebenbei fast um 90° weggedreht. Naja, jeder hat ne Schokoladenseite. Dann man noch Hinstellen und die Landschaft genießen, der Anblick ist wirklich schön. Viel zu zeitig kommt die Pullhöhe näher; ich werfe mich auf den Bauch und mache mich groß. Raus mit dem Lederbällchen und dem Hilfsschirm daran und bababababa geht der Schirm auf. Dann mal zurück und gemütlich landen, bei dem Wind keine Kunst :-)

18.09.

Vorspann

 

Zeitig, sehr zeitig gehts raus zum Flugplatz. Offene Vereinsmeisterschaft des FSC Gera 4000 e.V. 8:30 Uhr sollte die Auslosung der Teams beginnen, aber wie das so mit der Pünktlichkeit ist, trudeln die Leute z.T. spät ein und es wird erst gegen 9:15 Uhr ausgelost. Vier Gruppen gibt es - von absoluten Anfängern (und fanatischen Freeflyern) bis hin zu den Experten mit ein- bis zweitausend (und mehr) RW-Sprüngen. Mein Name landet in Topf 2, was mich doch sehr beruhigt. Schließlich habe ich noch nicht so viel gemacht. Tobi (der mit den BLOPP-Videos und der netten Freeflywebseite) zum Bleistift landet im Topf 1: Auf dem Bauch it er nur beim Ziehen. Später zeigt sich, dass - bis auf eine Ausnahme - die Freeflyer tiiiief gestapelt haben und gut mitfliegen können. Nach 500 Freeflysprüngen mit etlichen Trackdives etc hat man so oder so ein gutes Gefühl für die Luft und kann auch auf dem Bauch ordentlich manövrieren. In den Töpfen 3 und 4 sind zu wenige Startzettel und Tommy Presidente Schneider sortiert um. Ich lande u.a. in Topf 3. Was ich nicht so witzig finde, aber Thomas meint, ich hätte dieses Jahr Fortschritte gemacht, das könne man schon mal bei so einem 4er-Scramble machen. Ich lande in einem Team mit Udo aus Cottbus, einen richtig guten RWler, Thomas (der auch gut ist) und Freefly-Katja. Na, mal sehen. Achja: Wir nennen uns "Die Goldenen Spatzen" - eine Verbeugung an das internationale Kinderfilm-Festival "Goldener Spatz" in Gera.

 

Sprung: 357

Daten:

  • Exit: 3950m
  • Depl.Alt: 650m
  • FF-Zeit: 62s
  • Avg.Speed: 187km/h
  • Max.Speed: 206km/h

Der erste Sprung geht als Stern raus, danach sollen wir open accordians fliegen und der äußere immer ans andere Ende fliegen und andocken. Na, mal sehen. Der Exit sieht zuerst halbwegs gut aus, aber dann rödelt es gewaltig und wir bröseln auseinander, Thomas stürzt u.a. auf mich drauf. Pah, durchdrücken und schauen, oha... da unten ist Udo, schnell anfliegen und dann kommen die beiden anderen. Es reicht für 3 Punkte, aber der 3. Punkt ist außerhalb der Arbeitszeit, sodass wir bei der ersten Wertungsrunde ziemlich weit hinten liegen. Die Separation klappt gut und am Boden ist dann erstmal Debriefing angesagt. Was solls, wir sind nicht die Letzten und es gibt ja noch weitere Sprünge. Der nächste wird ordentlich gebrieft und an der Atrrappe geübt... Auf zu neuen Taten!

 

Sprung: 358

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 875m
  • FF-Zeit: 60s
  • Avg.Speed: 192km/h
  • Max.Speed: 201km/h

Der Exit musste nicht ohne Grund geübt werden. Wir sollen allesamt als Floater abspringen. Zusammen mit dem Kameramann, der nicht hinterherdiven mag (verständlich) ist das ein ganz schönes Gedrängel und wir bedauern Udo, der als erster rausgeht und den relativen Wind abbekommt. Na, mal sehen. Wider Erwarten klappt das recht gut und wir finden uns schnell zum Stern, wobei die Katja ein beachtliches Tempo vorlegt und wir sie anfliegen und uns gut biegen. Danach Rolle rückwärts, was bei allen gut klappt und wieder zusammenfliegen. Oha... Katja ist mal eben 10m oder so heruntergeschossen, so eine Heizerin. Alles anlegen und hinterher, klappt gut. Der Stern ist wieder zusammengeflogen und wir schauen uns an. Udo gibt ein "Cool"-Zeichen mit dem Daumen nach oben, aber die beiden anderen interpretieren das als Aufforderung zur Separation (bei ca. 2200m =:-) Naja, dann separieren wir eben - sonst weiß der Kameramann gar nicht, was er tun soll - aber nicht zu schnell. Alles klappt und am Boden sind wir begeistert. An der Wertungstafel zeigt sich, dass nur drei Teams in der vorgegeben Zeit (bzw. überhaupt nicht) das Programm geschafft hatten und wir waren Zweiter. Hehe! Leider bringt das nur 2 Punkte und wir verbessern uns gerade mal um einen Platz.

 

Sprung: 359

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 800m
  • FF-Zeit: 64s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 201km/h

Der dritte Sprung hat es richtig in sich. Wir üben wie die Weltmeister, auch auf den Rollbrettern. Der Exit ist nicht der gewohnte Stern, sondern ein Knäuel von sich gegenseitig merkwürdig anfassenden Springern. Na, ob das mal gut geht. (Leider habe ich die Diagramme nicht, und nach über einem Monat hat mich die Erinnerung im Stich gelassen) Aber - oh Wunder - es klappt. Damit haben wir den ersten Punkt. Danach Umbauen, auch anspruchsvollere Figuren. Das ist alles nicht ganz so einfach und wir schaffen insgesamt drei Punkte, davon wieder einer außerhalb der Arbeitszeit. Separation und Schirmfahrt sind OK. Wir haben uns dennoch um einen weiteren Platz verbessert, manche andere haben lupenrein zerbröselte Exits hingelegt und die Formation nicht wieder zusammenbekommen.

 

Sprung: 360

Daten:

  • Exit: 3975m
  • Depl.Alt: 625m
  • FF-Zeit: 65s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 201km/h

Hoschi kommt fragen, ob ich bei ihrem Vierer mitmachen möchte. Sie wollen den letzten Sprung nochmal machen und einer mag nicht. Na klar. Mit Lutz als Spezi und Wolli Bipps gehts dann ans Üben und ein Stückel später hoch. Hmmm, der Exit ist ein wenig zu dynamisch und der armen Lutz wird unter die Formation gedrückt. Wir lösen... Moment, Wolli Bipps lässt mich nicht los und... wir beide ligen recht flink. Lutz kommt schnell zu uns und dann kommt Hoschi vorbei. Er muss nochmal Anlauf nehmen und dann klappts. Danach noch bissel rumbasteln, macht Spaß (die Punktzahl habe ich bvergessen, grummel) und auf 1300m verabschieden wir uns. Daraus lässt sich vielleicht später auch noch mal was machen.

 

Nachspann

 

Die Spezis machen dann noch einen Bigway mit 12 Leuten, sieht richtig gut aus und sie schaffen sogar zweimal umzubauen. Dann kommt endlich die vierte Runde: Nicht springen, sondern eine Spaßdisziplin. Ein leeres Bierfass übers Vorfeld rollen: Nur mit den Füßen. Bei vier Mann gehts 2x hin und her. Mannschaft 1 ist flink, nicht mal zwei Minuten! Doch danach gehts los. Wenn man nicht genau trifft, fängt das Fass an, Pirouetten zu drehen und sonstwo hinzuschießen. Einige Teams gehen mit Zeiten von über 4 Minuten aus dem Rennen. Bei uns klappt es sehr gut und ich bin noch dazu Schlussläufer. Katja und Thomas legen gute Zeiten vor, auch Udo. Ein bissel geht das Fass nach rechts weg, aber ich übernehme (noch dazu muss man einen Arbeitsschutzhelm als Staffelstab übernehmen; natürlich aufzusetzen...) und rollere das Fass zurück. Bloß nicht die gute Leistung des Teams als Letzter kaputtmachen. Mein Puls ist irgendwo bei 300 oder so und ich schütte mehr Adrenalin als bei nem Tubedive aus. Aber es klappt und wir jubeln. Am Ende 2 Platz dieser Runde und wir liegen im Klassement zusammen mit einem anderen Team auf Platz 2 insgesamt. Daher gibt es ein Stechen: Wer trinkt zuerst, auf einer der Volksfestbänke stehend, eine Flasche Bier aus? Da ich antreten muss und noch dazu gegen Sascha (ich sage nur: Student) verliere ich ehrenvoll und bekomme noch ein paar Tips, wie man sachgerecht und schnell den Gerstensaft in den Bauch schüttet. Trotzdem nicht schlecht: Wir bekommen das dritte Pokalset. Das sind Bierkrüge, die so hässlich sind, dass sie die Amis wie verrückt für ca. 100$ pro Stück kaufen. Naja, jetzt steht einer davon bei mir in der Schrankwand. :-) Danach ist noch eine richtig geschmeidige Fete, der Kneiper hat ordentlich essen bereitet (chön charfes Chili chum Beichpiel...) und es spielt auch noch eine Minicombo: Absinthinenz. Der Trommler hat jede Menge kleinerer Trommeln aufgestellt und das Publikum ist eingeladen, mitzumachen. Alle Takte und diverse Rhythmen werden geübt. Ich finde das lustig, denn ich habe mich gedrückt, da ich wusste, dass eher früher als später die Hände anfangen zu glühen :-))) Irgendwann um halb zweie mache ich mich auf den Weg nach Hause, schön wars. Danke an die Organisatoren, allen voran Tommy Schneider! Wer sich Bilder anschauen will, kann hier auf der Website des Vereins klicken. Leider hat Wolli Bipps die Bilder etwas ungeordnet draufgeworfen, kommt wohl wegen der Umbenennung. Ein paar weitere kann man auch in diesem Freeflyforumsbeitrag: freeflyforum.de/details.php?id=3677 sehen, allerdings muss man sich vorher im Freeflyforum anmelden, Gastzugang existiert...)

19.09.

Sprung: 361

Daten:

  • Exit: 3975m
  • Depl.Alt: 750m
  • FF-Zeit: 52s
  • Avg.Speed: 235km/h
  • Max.Speed: 254km/h

Nach einem etwas späteren Frühstück, saubermachen und diesem und jenem gehts am Nachmittag nochmal raus. Der erste Sprung ist mal wieder solo, also Freeflyspaß. Beim Exit gucke ich mir das Flugzeug an und setze mich dann ordentlich hin. Mal wieder das "Standardprogramm": Rolle vorwärts, noch ne Rolle vorwärts (die klappen richtig gut), Rolle rückwärts (dito) und dann ein Cartwheel nach rechts und zum Schluss eines nach links. Hmmm, noch Zeit, also noch ein bissel rumdrehen und stehen. Der Rest ist Routine und die Landung bei dem gemäßigten Wind sogar etwas spaßbetont.

 

Sprung: 362

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 775m
  • FF-Zeit: 62s
  • Avg.Speed: 187km/h
  • Max.Speed: 208km/h

Der nächste Sprung geht wird ein RW-Dreier. Ich frage Steffi, ob sie was machen möchte. Na klar. Dazu kommt Peter, dann was zu dritt. Wir briefen und üben auch nochmal an der Attrappe. Sollte klappen. Na dann man hoch. Der Exit klappt auch tatsächlich ganz gut. Bissel steil, aber wir liegen recht schnell. Ein bissel haben wir zu Leveln, dann gibt Peter das Zeichen und wir drehen wir uns um 360°... Peter ist bissel nach hinten weggegangen, aber wir sind schnell wieder zusammen. Wo ist Steffi? Über uns. Peter ist recht schnell und ich habe mich ihm angepasst, Steffi hält zwar, wie wir sehen, unsere Geschwindigkeit, aber zum Runterkommen reichts nicht. Das ist mir ja auch passiert, wenn ich nur an das Mini-RW-Camp denke, als ich 1500m brauchte, um mich an Thomas und Birger ranzukämpfen. "Arme rein und durchbiegen" sagt sich einfach, aber das muss man sauber bereden und üben. Und darum lernt man aus jedem Sprung, sofern ein ordentliches Debriefing erfolgt.

 

Sprung: 363

Daten:

  • Exit: 4100m
  • Depl.Alt: 750m
  • FF-Zeit: 64s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 204km/h

Wir wollen es nochmal probieren, vielleicht klappts ja jetzt besser. Ich möchte Steffi meinen Bleigürtel mitgeben, sodass sie satter liegt und sich nicht ganz so durchbiegen muss, die Geschwindigkeit kommt dann schon nach und nach von alleine. Peter lehnt das ab, da Steffi ja unsere Geschwindigkeit halten konnte und zum Runterkämpfen noch Reserven hat. Hmm, mal schauen. Der Exit klappt wieder ganz gut, wir warten noch ein bissel, bis alles ruhig liegt und lassen los, 360°-Drehung. Peter und ich sind wieder ein bissel auseinander, er ist auch low gegangen und ich fliege zu ihm hin. Er nimmt gar nicht erst meine Hand, deutet auf Steffi, die oben ist. Wie jetzt? Wir sollen wohl zu ihr hochfloaten, nehme ich an. Ich tracke auf sie zu, drehe mich und katzenbuckele. Dabei habe ich natürlich Peter nicht im Auge, der slotreines Anfliegen wollte. Togal, die Zeit reicht nicht und mir tuts für Steffi leid. Sie ist aber überhaupt nicht am Boden zerstört (das ist gut) und wir schütten nach dem Packen der Schirme noch ein Bierchen und schwatzen.

02.10.

Sprung: 364

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 1100m
  • FF-Zeit: 58s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 201km/h

Ein schöner Sonnabend sollte es werden. leider müssen wir eine ganze Weile warten, aber das ist mir ganz recht. Chris montiert mir einen Safire2, 149 sqft (Demokappe) in mein Gurtzeug und weist mich ein. Das Wetter wird besser, irgendwann endlich gehts hoch. Kaum jemand da, zum Glück Tandems. Und Lutz, der einen Tandemgast gebracht hat. Mit dem verabrede ich einen Zweier. Der Exit klappt vorherragend, Lutz lächelt mich an. Jeder macht einen Sidebody, ohne Stern dazwischen, klappt recht nett. Dann drehe ich mich um 180° (grummel, hier hatten wir davor noch einen Stern verabredet...) und Lutz greift zum Cat an mich ran. Ich drehe zurück und Lutz dreht sich ebenfalls um 180°. Ich schwinge mich ran und grabsche einen Tacken zu zeitig. Die Strafe folgt auf dem Fuß; mich drückt es zurück und ich muss nochmal richtig LPG-mäßig aufbauen, was ich auch schnell mache. Danach dreht sich Lutz zu mir, wir greifen uns an den Händen und bleiben die nächsten 700m einfach lächelnd gemeinsam liegen, bei 1400m winke ich ab und ziehe und schaue Lutz nach, sieht gut aus, wie er wegtrackt. Gleichzeitig bin ich begeistert, wie weich und symmetrisch der Schirm öffnet, siehe Bild. Da hat man ja schon fast Angst, so lange scheint das zu dauern... :-) Danach spiele ich ausgiebig mit dem neuen Schirm: Feines Stück! Und beim Landen bin ich platt, was der für eine Flarekraft hat: Es hebt mich ein ganzes Stück hoch und ich lande trotzdem ganz weich. Goil.

 

Sprung: 365

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 750m
  • FF-Zeit: 65s
  • Avg.Speed: 180km/h
  • Max.Speed: 212km/h

Nach und nach trudeln die Leute ein. Einer davon Jörg, der in Jena studiert. Eigentlich Freeflyer, aber ich kann ihn zu einem gemeinsamen RW-Abenteuer überreden. Da Jörg größer ist als ich und bissel schwerer, bin ich mal wieder Diver. Der große der Stasibrüder kommt als Kameramann mit, er will üben. Der Exit klappt gut. Jörg hat zwar eine Freeflykutte an, aber greifen kann man. ER ist dadurch nicht sonderlich schnell, aber so liege ich ganz satt, hehe. Wir spulen das Programm ab: Sidebody (moi), Stern, Sidebody (Jörg), Stern, ich drehe mich um 180° und Jörg greift zum Cat, dann drehe ich mich und Jörg bietet mir gleich ein Cat an, dann wieder zum Stern, ich drehe mich zum Sidebody, danach zum Stern und... nanu, warum will Jörg nicht mehr? Ist doch noch Zeit? Tja, für ihn als Fast-Nur-Freeflyer ist es gefühlsmäßig schon lange, lange Separationszeit. :-))) Knapp unterhalb von 1500m hält es ihn nicht mehr und er trackt weg, dem schließe ich mich an: Sicherheit zuerst. Ein schöner Sprung!

 

Sprung: 366

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 700m
  • FF-Zeit: 55s
  • Avg.Speed: 230km/h
  • Max.Speed: 233km/h

Der nächste Sprung ist wieder mit Jörg. Diesmal freeflymäßig, ich ziehe die bunten Sachen an. Diesmal die lange Hose, es ist halt nicht mehr Sommer. Wir machen einen Trainexit: Jörg steht beim Exit hinter mir und geht mit seinen Füßen im Moment des Exits unter meine Achseln. Klappt gut. Recht schnell entlässt er mich und... ist ziemlich weit unter mir :-))) Ich stelle mich hin und wir drehen einander zu. (Dabei neige ich dazu, weiterzudrehen und etwas zu schmieren, daran muss ich noch arbeiten...) Nach einer Weile bin ich halbwegs an ihm dran, Jörg sitzt vor mir und wir machen Drilldive: Vormachen - Nachmachen. Erstmal ein Cartwheel und dann noch eine Rolle rückwärts. Alles schön im Heading, auch unter Wettkampfbedingungen ;-) Danach habe ich schon wieder zu tun, an Jörg ranzukommen. Grummel, ich war schonmal schneller. Ach, was solls, ein schöner Sprung, alles hat geklappt und jetzt noch mit dem neuen Schirm spielen :-)

 

Sprung: 367

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 700m
  • FF-Zeit: 54s
  • Avg.Speed: 238km/h
  • Max.Speed: 249km/h

Arne ist gekommen und wir verabreden einen Freefly-Dreier. Einzig der Umstand, dass Arne mit einem RW-Anzug (allerdings ohne Booties) unterwegs ist, verspricht eine hohe Geschwindigkeit. Mal sehen, ob das was wird. Wir gehen zu dritt mittels Train-Exit raus, was halbwegs klappt. Allerdings nicht 100%ig, Arne wird auf den Rücken geworfen und weggewirbelt. Jörg ist schnell bei ihm, ich habe zu tun, die Geschwindigkeit mitzuhalten und im Stehen macht sich Vorwärtsfahrt nicht ganz so gut. Arne heizt weiter und will sich auf den Kopf stellen, was aber nicht klappt und er poppt hoch. Dadurch bin ich wieder dran und beobachte die beiden in rechter Nähe. Wir heizen eine Weile weiter, dann ist schon wieder Separationszeit und ich tracke davon. Naja, es hat zumindest Spaß gemacht :-) Inzwischen sind Nicole und Jens (unser Bistro-Kneiper) gekommen, ein schönes Brautpaar!

 

Sprung: 368

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 675m
  • FF-Zeit: 54s
  • Avg.Speed: 241km/h
  • Max.Speed: 274km/h

Der nächste Sprung soll genauso werden und wir hoffen, dass sich auch vielleicht ein oder zwei Punkte ergeben. Der Trainexit klappt diesmal sehr gut. Ich halte Arne eine Weile mit meinen Beinen fest und tatsächlich... kaum, dass ich ihn loslasse, kann ich zusehen, wie er mit seiner enganliegenden Kutte nach unten durchrauscht. Zunächst wird der Abstand größer, danach gelingt es mir, nach und nach weiter Geschwindigkeit aufzubauen und ich komme so allmählich in Reichweite und schaue den beiden zu. Als sie von mir aus gesehen vor einer Wolke sind, kann man neben den beiden (links) einen Vollkreisregenbogen sehen. (Wer weiß, wo die Sonne ist, kann mir ne E-Mail schreiben ;-) Doch leider ist die Separationshöhe erreicht und wegtracken angesagt. Wenigstens habe ich die beste Richtung erwischt und schwinge mich an meinem Demo-Safire2 nach Hause. Der ist einen Tacken agiler als mein Safire1 mit 169 sqft und da niemand vor uns rausgegangen ist, kann ich mich richtig runterschrauben und mir voll die Kante geben. Von der Flarekraft beim Landen bin ich erneut überrascht.

 

Sprung: 369

Daten:

  • Exit: 4400m
  • Depl.Alt: 800m
  • FF-Zeit: 57s
  • Avg.Speed: 238km/h
  • Max.Speed: 264km/h

Der nächste Sprung soll auch wieder ein Freefly-Dreier werden. Diesmal geht es ungelinkt heraus. Ich bitte Arne, ob er etwas langsamer machen kann. Jörg und ich stehen draußen, Arne als Diver kommt hinterher. Ich gebe das Zeichen: Ready-Set-Go und gehe gemeinsam mit Jörg von Bord. Arne hat das nicht ganz so gut mitbekommen und hängt über uns. Jörg levelt sich auf mich ein und sitzt vor mir, dreht sich dann zu Arne hin und fährt ihm entgegen, was, als er von mir aus in Richtung Sonne saust, richtig gut aussieht - Bild. Arne hat Gas gegeben und fällt wie ein Stein herunter, sogar Jörg muss sich Mühe geben, dranzubleiben. Ich stehe in der Luft, schaue herunter und passe auf, dass ich ja die Separation nicht verpasse. "Endlich" ist es soweit und ich tracke in meine Richtung. "Musst halt schneller werden" ist Arnes Kommentar. Da hat er recht. Und irgendwann wünscht er sich vielleicht auch mal, dass jemand mit schnellen Sachen auf ihn wartet. Abhaken und: Genau deshalb mache ich vorrangig RW. Andere Einstellung der Leute. Das sage ich auch Jörg. Der ist etwas bedröppelt und versucht mir zumindest Tips zu geben, wie ich meine Geschwindigkeit verbessern kann. Trotzdem, erstmals ärgere ich mich so richtig über das Geld für einen unnützen Sprung und fahre brummelig heim.

 

Sprung: 370

Daten:

  • Exit: 4100m
  • Depl.Alt: 650m
  • FF-Zeit: 67s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 206km/h

Sonntag. Ein neuer Tag. Schirmausprobiertag! Lechz! Wolli und Steffi sind am Platz. Wir verabreden einen RW-Dreier und briefen ordentlich. Besser gesagt, das macht Andreas mit uns. Wir sollen zu dritt Sidebodies fliegen, dazu gehen wir das erstmal durch und legen uns danach auf die Rollbretter. Na dann mal sehen. Ich gebe Steffi noch meinen Bleigürtel mit, 2kg fürs erste. Der Exit klappt recht gut. Es dreht ein kleines bissel, aber relativ schnell ist Ruhe - siehe Bild mit Wolli. Wir lösen und ich docke zum Sidebody bei Steffi an. Hmmm... warum dockt bei mir niemand an? Wo ist Wolli? Abgesoffen. Wir drücken ein bissel durch. Wolli floatet hoch, schaut uns dabei aber an und schießt seitlich an und vorbei. Wir bleiben ordentlich liegen, damit er seinen Slot neu anfliegen kann. Wieder geht er low, schaut uns an, floatet hoch... und schießt haarscharf unter uns durch, touchiert dabei Steffi. Dadurch kippt Wolli etwas ab und trudelt nach unten. Steffi und ich gucken uns an und bilden einen Stern, klappt gut. Ich drehe uns beide an, wir wirbeln herum, Steffi lacht und bei 1300m lassen wir los. Was für eine Separation :-) Der Schirm öffnet butterweich und da wir die ersten waren, kurbele ich mich nach unten und schwinge mich noch je 1x rechts und links, das macht Spaß. Jetzt landen... und immer noch unterschätze ich den Schirm - es hebt mich hoch und ich lasse den Schirm etwas gehen und lande weich. Was für eine Flaremaschine! Am Boden erstmal Schmunzeln und danach Videoanalyse.

 

Sprung: 371

Daten:

  • Exit: 4100m
  • Depl.Alt: 800m
  • FF-Zeit: 64s
  • Avg.Speed: 185km/h
  • Max.Speed: 203km/h

Andreas brieft für uns um: Wir sollen aus dem Stern heraus open accordians fliegen. Na gut, dann rollen wir das durch und memorieren. Es geht hoch und wir als erste Formation raus. Der Sternexit klappt und wir liegen recht schnell ordentlich da. Loslassen und beide docken bei mir an zum open accordian. Danach wieder zum Stern, das ist schon ein klein bissel anspruchvoller, aber wir fliegen das schnell zusammen. Dann Loslassen und... Wolli dreht sich um 90° weg und driftet nach hinten weg. Oha? Zudem gehe ich erstmal in den Keller, drehe mich und baggere mich wieder hoch und steuere dann zielgerichtet Wolli an. Dabei stoßen Steffi und ich etwas zusammen (ich merke das nichtmal), sie ist ca. 90° zu mir und Wolli und dabei fällt sie kurz auf den Rücken und fällt ca. 20m durch. Ich greife mir Wolli und wundere mich, als der wild gestikulierend auf Steffi zeigt, warum die plötzlich so schnell geworden ist, Naja, da ist mit Rankommen nichts mehr. Also genau hinschauen und ordentlich separieren und... die Öffnung des altvertrauten Safire1 anschauen. Arne wollte den Demo-Schirm haben und fragte Chris. Kann ich verstehen und hoffe nur, dass Arne den Safire2 auch wirklich kauft, denn ich wollte mit dem Teil noch bissel dies und das ausprobieren. Schade, aber nicht zu ändern. Trotzdem bestelle ich am Montag den Safire2 ;-) Am Boden schauen wir uns das Video an und kichern auch ein bisschen. Shit happens.

 

Sprung: 372

Daten:

  • Exit: 4100m
  • Depl.Alt: 750m
  • FF-Zeit: 65s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 212km/h

Da Wolli leider wegmuss, machen Steffi und ich alleine weiter. Wir gehen gelinkt raus und liegen recht fix. Ich biete mich zum Sidebody an und Steffi dockt an. Zurück zum Stern, da müssen wir bissel arbeiten, aber dann haben wir uns. Steffi dreht sich und ich docke zum Sidebody an, dann wieder zum Stern, geht diesmal fixer. Danach drehe ich mich um 180° - genau: Steffi soll an meinen Beinleisten zum Cat andocken. 2000m. Blick links, Blick rechts... nix? Nochmals schauen, nix. Ich drehe mich um: Steffi ist ca. 15m hinter mir. So wie ich anfangs: Beine nicht lang genug. Aber wie gesagt. Das ist nicht so einfach, da man die Ruten ja nicht richtig sehen kann und infolge des Fahrtwindes das Körpergefühl ganz was anderes vermittelt, nämlich: Ich strecke die Beine doch aus. Wir lächeln uns an, bei 1300m winke ich ab und wir stieben auseinander. Am Boden erstmal abklatschen, denn vier Punkte einfach so nach so kurzer Zeit ist gut. Zudem ist alles ruhig und überlegt abgelaufen, das ist besonders viel wert. Also Video gucken und bereden. Einen machen wir noch!

 

Sprung: 373

Daten:

  • Exit: 4400m
  • Depl.Alt: 675m
  • FF-Zeit: 74s
  • Avg.Speed: 179km/h
  • Max.Speed: 198km/h

Der Exit klappt gut und wir liegen schnell. Na dann mal los: Steffi dockt bei mir zum Sidebody an, dann gehts zum Stern. Levelprobleme sind fast bei null, sehr schön. Steffi dreht sich und ich docke an. Zurück zum Stern. Jetzt das Ganze von vorn, aber diesmal drehen wir uns in die jeweils andere Richtung. Auch hier klappt alles recht gut. Ich drehe erneut zm Sidebody nach links und Steffi dockt an. Zum Stern reichts nicht mehr so ganz, wir separieren und stieben auseinander. Cool. 9 Punkte in so kurzer Zeit, die wir zusammenarbeiten. Da lässt sich was draus machen! Beim Landen orientiere ichmich an Costa, der schon verdammt nahe an der Beerline landet, sodass ich mir deutlich Mühe geben muss, den Schirm noch vor selbiger Linie zu bändigen und zu Boden zu zwingen. Wäre zwar ein schöner, aber eben teurer Swoop geworden ;-) Danach noch schnell packen und schwatzen, Video anschauen und ein Bierchen zischen. So gehe ich gern vom Platz :-)

09.10.

Sprung: 374

Daten:

  • Exit: 3975m
  • Depl.Alt: 600m
  • FF-Zeit: 68s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 200km/h

Der erste Sprung dieses Tages geht mit Steffi raus. Ich hatte mich mit Sascha verabredet wegen Headdown üben, aber der ist nicht in der ersten Maschine. Tja, dann spielen wir das Programm von letzter Woche nochmal durch :-) Der Exit klappt gut und wir fangen schon auf den letzten Resten des relativen Winds an zu arbeiten, hehe. Lange Rede, kurzer Sinn: Jeder schafft seine zwei Sidebodies anzubieten (bei der Videoauswertung bekommen wir noch Tips von den Octopus-Leuten) und bei 1500m hätten wir aus dem Stern heraus sicher noch einen 9. Punkt geschafft, aber statt dessen fassen wir uns weiter an und ich schiebe das Karussel an, Steffi schiebt mit und bei 1300m wirbeln wir auseinander, macht Spaß. Die Öffnung ist auch sehr nett, dauert allerdings seeehr lange (bissel zu sehr die Nasen eingedreht, hüstel...) und die Landung macht auch Spaß, kann ein schöner Tag werden.

 

Sprung: 375

Daten:

  • Exit: 3950m
  • Depl.Alt: 675m
  • FF-Zeit: 54s
  • Avg.Speed: 216km/h
  • Max.Speed: 261km/h

Sascha ist da und wir bereden einen Headdown-Instructorsprung. Wenn das mal gut geht ;-) Und in der Tat ist das Video, das Sascha angefertigt hat, recht lustig. Der Exit ist noch halbwegs, Sascha haut mir aber gleich auf die Brust: Nicht so dolle Hohlkreuz machen! Später erklärt er mir auch, bewusst in der Luft zu atmen, um sich zu lockern und vor allem den Kopf genau auf den Horizont auszurichten (besser gesagt die Blickrichtung). Naja, ich gebe mir Mühe, aber wir fangen immer stärker an zu drehen. Zumindest mit dem Kopf halbwegs nach unten. Aber als Sascha mich loslässt, bin ich gleich mal 10-15m weg und liege... merkwürdig herum. Also schnell ins Sitzen zurück und wieder auf den Kopf cartwheelen. Auf Saschas Video sehe ich, dass ich dabei den Rücken und vor allem den Kopf nach vorne nehme, kein Wunder, dass ich irgendwie als bizarr geformter Körperhaufen durch den Orbit segle. Zu allem Überfluss haut es mir die Brille nach oben und ich fliege praktisch blind, gehe zurück ins Sitzen und wurschtle herum. Leider ist die Zeit alle und wir stieben auseinander. Debriefing und die Erkenntnis: Hohlkreuz richtig verinnerlicht (das ist eigentlich gut ;-) und Headdown lernen erfordert sicher einen Schwung Instructorjumps hintereinander.

 

Sprung: 376

Daten:

  • Exit: 3975m
  • Depl.Alt: 925m
  • FF-Zeit: 47s
  • Avg.Speed: 258km/h
  • Max.Speed: 277km/h

Der nächste Sprung wird gleich eine größere Sache. Ein Freefly-Fünfer mit Sascha, Tobi, Steffen und Jörg. Ich soll als Basis dienen. Mal sehen. Das Exitkommando brülle ich so laut, dass es alle hören. Klappt alles ganz gut und ich sitze gleich und halte eisern das Heading: Ich gucke, wie verabredet, in die Sonne. Da kommen die ersten an und ... ich will helfen und versuche, mich auf ihre Geschwindigkeit einzustellen. Das ist nicht ganz so gut, aber immerhin bin ich ansonsten stabil im Raum. Es sieht fantastisch aus, wie die vier anderen so vor mir durch die Luft fliegen, dazu die Sonne und die weißen Wolken, herrlich. Hier zwei Bilder: Tobi (Headdown) und Jörg, und hier - von rechts - Sascha, Steffen und Jörg. Separationszeit, ich pulle mich ohne Tracken wie verabredet bei 1200m weg. Beim Landen beobachten wir Tobi, der einen 119er Crossfire von Icarus ausprobiert und den schön ausflart. Danach werden vier Videos angeschaut (nur Jörg hatte keine Cam mit ;-) und ich weiß, was ich zukünftig als Basis noch beherzigen werde. Jörg ist übrigens von der Geschwindigkeit angetan. Ich hatte einen seiner Tips umgesetzt und die Arme nicht ganz so weit hinter genommen, sodass ich sie höher bekam und mehr Gas geben konnte.

 

Sprung: 377

Daten:

  • Exit: 3975m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 63s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 200km/h

Der letzte Sprung des Tages geht, wie versprochen, mit Steffi. Das wird bestimmt was gutes, Diesmal wollen wir noch was dazutun. Schon beim Aufstieg bietet sich ein schönes Bild aus dem Fenster heraus. Auf 1500m gehen zunächst Axel und Chris heraus. Auch, wenn Axel eine extraschöne "Großes-X-Lage" hinzaubert: Nächstes Jahr wollen wir ihn zu AFF überreden ;-)
Wir liegen schnell und ruhig und beginnen schon deutlich auf dem relativen Wind (siehe Bild) zu arbeiten. Zunächst die "üblichen" zwei Sidebodies von jedem von uns, dazwischen immer ein Stern. Danach macht jeder von uns eine 360°-Drehung, auch hier bleiben wir gut zusammen. 12 Punkte zusammen, das ist richtig gut. Wir haben noch etwas Zeit und drehen uns wieder, das macht Spaß :-) Öffnung, Schirmfahrt und Landung ebenso. Beim Landeanflug dieses schöne Panorama. Dann schnell packen und Video anschauen. Auch hier gibts wieder Tips von den Octopus-Leuten und Chris. Dann noch bissel ein Bierchen und schwatzen, ein schöner Tag geht zu Ende.

10.10.

Sprung: 378

Daten:

  • Exit: 4000m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 63s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 204km/h

Sonntagmittag, das Wetter ist zwar nicht ganz so toll, aber wir können springen. Steffi ist da, klar dass wir da weitermachen wollen, wo wir gestern aufgehört ahben. Also hoch und raus gehts. Gleich wieder auf dem relativen Wind anfangen zu arbeiten. (Auf dem relativen Wind drehen ist unglaublich schön.) Tja, ich drehe mich zum Sidebody weg und Steffi ist plötzlich ein paar Meter hinter und unter mir. Das Video zeigt, dass sie noch die Beine eingeklappt hatte. Also zack, runter, was recht schnell klappt. Nach diesen Schrecksekunden spulen wir unser "Sidebody-Stern"-Programm ab und haben immerhin acht Punkte, das ist doch auch was. Als kleinen Ausgleich gönnen wir uns ein ruhiges Hineingleiten in die Separation.

 

Sprung: 379

Daten:

  • Exit: 4025m
  • Depl.Alt: 800m
  • FF-Zeit: 64s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 206km/h

Der zweite und letzte Sprung des Tages. Wir wollen am Abend noch ins Lokal gehen, fein mexikanisches Essen spachteln. Also hoch gehts, der Exit klappt gut und wir beginnen wieder auf dem relativen Wind zu arbeiten. Ein bissel später als beim vorigen Sprung allerdings ;-) Und siehe da, es klappt alles sehr schön. Wir sind schön dicht zusammen un dhaben in guter Zeit unsere acht Punkte zusammengeklopft mit Sidebodies und Sternen. Danach fliegen wir ein open accordian und legen Wert auf sauberes Anfliegen und saubere, parallele Lage ohne Drehen. Was klappt. Dann wieder ein Stern. Die Höhe ist so, dass ich gerne noch ein zweites open accordian fliegen würde, aber Steffi hält fest: Ist auch besser so. Wir lassen uns gemütlich in die Separationshöhe fallen, lächeln uns an und stieben auseinander. Das macht doch noch mehr Spaß als ein hastig zusammengeflogener Punkt. Bei der Landung kann ich schön meinen eigenen Schatten sehen, wie dieses Bild zeigt. Sieht irgendwie nett aus. Tja, dann man noch schnell packen und auf, auf und davon :-)

17.10.

Sprung: 380

Daten:

  • Exit: 4000m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 63s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 206km/h

Der Sonnabend war mal komplett der Familie gewidmet, kein Falschrumspringen. ;-) Zudem hatte der Wetterbericht eigentlich für den Sonntag sogar etwas besseres Wetter versprochen, sodass kaum wolkiges, meist heiteres Wetter zu erwarten war. Das war gelogen. Gegen 11 Uhr bin ich auf der DZ, aber es sind kaum Lizenspringer da und ein Tandemgast. Wir quatschen mit Uli, Klaus und Steffi, da das Wetter gegen 13:00 immer noch nicht so prall ist, gehen wir Mittag essen im Doppeldecker. Gegen 14:30 haben wir dann doch Glück. Steffi mag nicht so recht - sie ist aber auch gestern schon 4x gesprungen und da Hoschi fragt, ist ein Zweier verabredet. Im Flugzeug stößt Michi zu uns. Eigentlich sonst unser Pilot, aber heute fliegt jemand anders und so kann er auch mal springen. Wir beschließen einen RW-Dreier. Genau auf 4000m ist Exit und der klappt sehr gut. Dabei liefert Hoschis Helm eine sehr schöne Spiegelung, sodass man auch mal den Carsten ein bissel im Freifall ahnen kann ;-) Wir lassen den Stern los und Hoschi geht zwischen Michi und mich; wir greifen als Sidebodies ran. Danach lassen wir los und Hoschi dreht sich um 180°, dann greifen wir wieder zum Stern; ich schaue Michi an. Danach gehe ich in die Mitte und die beiden greifen bei mir an, danach Drehung um 180° und wieder zum Stern. Jetzt geht Michi zwischen uns und wir greifen bei ihm an, dann wieder zum Stern. Ich schaue in ca. 1600m Hoschi an (siehe Bild), aber er will sicherheitshalber nicht mehr groß rumwurschteln und so bleiben wir im Stern. Mich fliegt dabei zum Schluss ein T, was recht nett aussieht (siehe Bild), werde ich demnächst auch mal machen :-) Bei 1300m dann Separation und ich liege mal über dem Christlichen Jugenddorfwerk in Leumnitz. Es ist nämlich ein recht starker Wind, der uns locker nach Hause bringt: Man darf nur nicht zu weit nach hinten fahren, denn gegen den Wind kommt der Schirm schwer voran. Aber alle landen sicher und wir freuen uns über einen schönen Sprung. Schnell packen, noch Video anschauen und schwatzen, dann gehts heim.

23.10.

Sprung: 381

Daten:

  • Exit: 4050m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 65s
  • Avg.Speed: 179km/h
  • Max.Speed: 198km/h

Der letzte Feriensonnabend. Schönstes Wetter prognostiziert. Na, das wird doch was. Leider ist es längst nicht so strahlend, wie erwartet. Vor allem aber bläst ein ziemlicher Wind. Daher komme ich etwas später, da in den letzten Wochen der Betrieb auch erst später losging. Das ist auch diesmal so, aber die anwesenden RWler haben sich schon zu einem Vierer gefunden. Thomas schlägt vor, dass Klaus und ich zusammen springen. Na, mal schauen, was wird. Wir verabreden ein Programm, erstmal Pins (loslassen und wieder anfassen) um die Geschwindigkeit aufeinander abzustimmen. OK, alles klar, dann mal hoch. Oben sieht es sehr freundlich aus. Der Exit klappt recht gut, Klaus ist etwas schwerer als ich und geht als Floater heraus. Danach erstmal zwei Pins, der zweite klappt besser als der erste, wobei ich schneller als Klaus bin und bremsen muss. Klaus schaut mich an und ich drehe mich nach links, sodass er einen Sidebodygriff nehmen kann. Dann loslassen und wieder zum Stern zusammen. Klaus dreht sich anschließend und ich greife bei ihm. Danach wieder loslassen und zum Stern. Noch genug Höhe, also jeder eine 360°-Drehung. Das geht bei Klaus nicht so schnell und er dreht zurück, sodass wir wieder zum Stern zusammenkommen, uns noch kurz anschauen und dann separieren. Die Schirmfahrt zurück ist bei dem Wind kein Problem, aber beim Landeanflug zeigt sich, wer vorab schonmal die Vorwärtsfahrt gegen den Wind getestet hat, denn es geht nur langsam vorwärts. Aber alle landen sicher.

 

Sprung: 382

Daten:

  • Exit: 4150m
  • Depl.Alt: 950m
  • FF-Zeit: 63s
  • Avg.Speed: 180km/h
  • Max.Speed: 201km/h

Wir werten das Video aus, Thomas und ich geben Klaus Hinweise auf Verbesserungen bei der Freifallhaltung sowie beim Anbieten des Sidebodies und verabreden einen zweiten Sprung. Da der Wind mittlerweile weiter aufgefrischt hat, ist allerdings erstmal warten, warten und nochmals warten angesagt, bis es dann endlich wieder weitergeht.
Endlich geht es hoch. Ich bin gespannt, der vorige Sprung hatte sich gut angelassen. Exithöhe und wir gehen raus. Der Exit klappt gut, danach separieren und einen Pin, klappt soweit. Danach biete ich einen Sidebody an und Klaus fliegt mich an, klappt. Ich drehe zurück und... bin im Keller. Eigentlich hat der, der unten ist, Recht. Aber Klaus hat noch nicht so viele RW-Erfahrungen. Also drehe ich mich seitlich und baggere mich hoch. Dabei bemerke ich, dass Klaus etwas seitliche Bewegung hat. Vor allem aber dämmert mir, dass wir hätten verabreden müssen, was in genau so einem Moment getan werden soll - Wer die Basis ist und angeflogen werden soll. Ohne Floaten jedoch gehe ich in den Keller. Also weiterbaggern. Wir sind im Endeffekt nie richtig weit auseinander, aber zu einem Re-Grip kommt es nicht mehr, da zu den Levelproblemen eben das "Schmieren" kommt. Naja, alles läuft trotzdem ohne Hektik, mit Höhenbewusstsein und Übersicht. Da werden wir später weiterarbeiten.

 

Sprung: 383

Daten:

  • Exit: 4275m
  • Depl.Alt: 700m
  • FF-Zeit: 69s
  • Avg.Speed: 179km/h
  • Max.Speed: 211km/h

Das Weiterarbeiten soll aber später erfolgen, Thomas lädt mich zu einem RW-7er ein. Hehe, ein "First Time", bloß bleibe ich diesbezüglich mal lieber schön stille ;-) Da ich mit einer Menge Leute unterwegs bin, die vierstellige Sprungzahlen haben, bin ich ruhig, als wir briefen. Ob ich beim Exit diven möchte. Wieso nicht, hat ja grade auch geklappt. Im Flugzeug bin ich dann auch soweit ruhig und endlich geht die Tür auf. Ich stelle mich auf und erfahre dann später von Thomas, dass ich deutlich weiter vorgemusst hätte, mir da notfalls den Weg freidrängeln muss. Da ich zudem das Exitkommando ein bissel verpenne, reißt Uli mich nahzu aus dem Flugzeug und zu allem Überfluss schlage ich die Hacksen nicht richtig an den Hintern und stehe senkrecht. Dadurch kippe ich weg, (sieht im Video des CamFlyers so gegen die Abendsonne geschmeidig aus ;-) fange mich aber schnell wieder ab und fliege meine Viererformation wieder an. Nebenan hat sich ein Dreier gebildet. Die docken bei uns an. Cool. Jetzt bilden Uli, Körni und ich einen Dreier und drehen uns, wie der Vierer, um 360°. Dort hängt Arne in Cat-Stellung draußen und wir fliegen an ihn heran, sodass er bei Körni und mir angreifen kann. Danach schnell umbauen zu einem 7er-Stern. Der ist nicht sofort überall im gleichen Level, aber schnell wird durchgedrückt und der Stern liegt schön da. Thomas schüttelt den Kopf, in 1600m wollen wir nichts mehr groß basteln und statt dessen drehen wir los, was Spaß macht und zudem eine sehr gute Separation ermöglicht. Die Heimfahrt und Landung sind wegen des geringeren Windes leichter. Ich ärgere mich wegen des Exitpatzers, das passiert mir nicht nochmal. Aber mal so gesehen: Wieder was dazugelernt. Wir schwatzen noch eine Weile und dann gehts heim.

24.10.

Sprung: 384

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 800m
  • FF-Zeit: 63s
  • Avg.Speed: 187km/h
  • Max.Speed: 208km/h

Gegen Sonntagmittag ist Zeit und es geht raus auf den Platz. Mal sehen, was so geht. Zumindest etwas weniger Wind, das ist schön. Leider zuviel für Steffi, denn so leicht, wie sie ist, ist das mit ihrem Schirm nicht einfach. Und da finde ich es gut, zu sagen, dass man dann lieber nichts riskiert. Da alle anderen schon verabredet sind, gehe ich alleine auf Tour. Dass es ein Diveexit werden soll, kann man sich denken, das von gestern wurmt mich immer noch. Ansonsten will ich die fantastische Weitsicht genießen und Fassrollen üben. Na dann mal los. Ich gehe nach einem RW-4er raus, den es beim Exit auseinanderbröselt, da hatte jemand als Diver fast genauso ein Pech wie ich gestern, sehen wir dann später auf dem Video. (Ich hatte dem Exit hinterhergeschaut.) So, dann man raus. Ein bissel steil, aber ansonsten OK. Naja, das üben wir weiter, die Hufe müssen richtig auf den Hintern, das wird schon. So, dann man dem Vierer hinterherschauen, die klare Luft erlaubt das gut. Zwar "wänzig klein", aber dank Adrenalinausschüttung kann ich sehen, dass man sich offenbar sortiert hat. Dann mal an die Fassollen, diesmal mit weiten Adlerschwingen als Arme. Oha, hüstel... das geht etwas schief. Nochmal in der Lage und erneut trudelt es mich weg. Hehe. Dann halt in RW-Position und da geht das doch wesentlich besser! Pah, dann halt wieder Ausschau nach dem Flugplatz halten und den Vierer beobachten, mal so tun, als sei ich Videospringer - ja, die scheinen rumzubasteln und jetzt separieren sie; ich gucke auf den Höhenmesser, wieder zum Vierer und den aufpoppenden Schirmen, Blick zum Höhenmesser, da piepst es und ich winke ab und werde mit einer schönen Schnüffelöffnung belohnt. Den Anflug gestalte ich etwas um, habe ich mir von Chris und Thomas abgelauscht: Ich baue vor dem Flugplatz die Höhe ab, gegen den Wind stehend und komme dann in halber Bremse, vom Wind geschoben rein und drehe nur noch ein, klappt gut.

 

Sprung: 385

Daten:

  • Exit: 4000m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 63s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 206km/h

Adriane schlägt vor, dass wir zusammen springen. Sie hat schon ein paar Sprünge mit Costa und Franky gemacht. Also briefen wir, mal schauen, was wird. Da ich naturgemäß schwerer bin, gehe ich mal wieder als Floater heraus. Der Exit klappt sehr gut und ich kann sehr schön Adrianes angeklappte Beine sehen (hehe, denke ich ;-) Dann erstmal Pin-Übungen. Ich bin zwar tendenziell etwas schneller, aber das bügeln wir schon hin und dann kann ich einen Sidebody anbieten. Adriane ist ein bissel draußen, kommt aber schnell rein und dockt ein klein bissel hastig an. Danach gehts zum Stern und wir lachen uns an (Bild). Anschließend loslassen, Adriane dreht sich zum Sidebody und ich fliege sie an: Level, Position, Griff. Dann loslassen und ich gehe ein bissel low, drehe mich zur Seite und baggere hoch. Wir fliegen wieder zusammen, Adriane deutet an, was sie vorhat und wir drehen uns (siehe Bild) bis auf 1300m, dann ist Separation angesagt, die gut klappt. Die Schirmfahrt mache ich genau wie beim letzten Male und habe dadurch einen schönen freien Anflug und eine nette Landung.

 

Sprung: 386

Daten:

  • Exit: 4125m
  • Depl.Alt: 675m
  • FF-Zeit: 67s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 198km/h

Wir werten den schönen Sprung aus und ich bin sehr angetan. Tja, dann schauen wir doch mal, was wir da noch draus machen können. Erstmal ist ein bissel warten angesagt, da noch eine Menge Tandemgäste gekommen sind. (Jaja, monatelang warten und dann erst kurz vor Ultimo den Gutschein einlösen wollen ;-) Aber es sind auch deutlich mehr Springer als sonst da, sodass wir erst drei Lifts später in den Flieger kommen. Der Exit klappt wieder gut und schnell haben wir uns aussortiert. Ich drehe mich zum Sidebody und Adriane nimmt einen Griff, schön. Ich drehe mich zurück und beobachte, dass ich low gehe. Gleichzeitig hat Adriane die Beine etwas zu kurz, sodass ich mich hochbaggere und sie dann anfliege. Leider schmiert es wieder ein bissel und es dauert, bis wir einander erhaschen. Jetzt mache ich den Fehler, zu zeitig den Key zu geben, denn wir haben nicht ganz ruhig gelegen und prompt schaukelt sich, da ich wieder etwas low gehe, auch das Schmieren wieder auf. Trotzdem kommen wir nochmal zusammen, grinsen uns an und separieren in aller Ruhe. Beim Heimflug merke ich, dass der Wind weiter nachgelassen hat und ändere die Höhen für den Landeanflug, was sich als recht gut herausstellt, sodass ich erneut ganz locker mit einer geschmeidigen Kurve einbiege und dadurch sogar halbwegs Vorwärtsfahrt beim landen habe.
Beim Debriefing wird mir dann sehr klar: 1. Festlegen, wer Basis ist; 2. Immer erst Ruhe reinbringen, dann erst Key geben, pfeif auf "Mehr Punkte als beim letzten Male" und 3. Wenn mir mein Gefühl sagt, dem Partner Blei anzubieten, damit er/sie satter und entspannter liegt und nicht permanent biegen muss, dann mach das doch. Trotzdem war den Sprung nicht für die Tonne, wir haben das Beste draus gemacht.

 

Sprung: 387

Daten:

  • Exit: 4375m
  • Depl.Alt: 650m
  • FF-Zeit: 73s
  • Avg.Speed: 179km/h
  • Max.Speed: 200km/h

Leider musste Adriane dann packen, da sie einen deutlich weiteren Nachhauseweg hat. Aber da der Wind schön nachgelassen hatte, verabreden Steffi und ich einen Zweier. Schon auf dem Weg zum Flugzeug bietet sich mir ein super Anblick, den ich unbedingt filmen muss. Na, dann mal hoch. Direkt vor uns geht ein Freefly-Vierer raus, der Exit sieht gut aus. Dann mal selbst aufbauen. Ich bin wieder Floater und zupp, liegen wir, ich sehe die Abendsonne direkt hinter Steffi, sieht super aus (Bild) und nach ca. 4s fangen wir mit dem ersten Sidebody an. Danach gleich zum nächsten, ohne Zwischenstern, wie verabredet. Ratz-fatz hat jeder von uns je einen Links- und Rechts-Sidebody erledigt. Danach, wie gebrieft, open accordian: Erst links, dann rechts, dann wieder links, dann wieder rechts. Hüstel... bis dahin war das Briefing gegangen - wir hatten den Zeitbedarf höher weingeschätzt :-) Ich gebe Steffi schnell ein Zeichen und wir einen 360°er, fliegen wieder zusammen. Blick auf den Höhenmesser, na dann noch einmal, hehe. Dabei geht Steffi sogar ein kleines bisschen low, da sie ein unglaubliches Hohlkreuz hinlegt (sowas können nur Mädels, unglaublich :-) Total begeistert fliegen wir wieder zusammen und lassen uns grinsend der Separationshöhe entgegenfallen: Da ist demnächst ein neuer persönlicher Punkte-Rekord drin. Vorallem aber hat das SPAAAAß gemacht, ich bin tota begeistert. Der Schirm öffnet schmeichelweich und auf dem Weg zurück bietet sich mir ein schöner Anblick: Der Mond vom Schirm aus gesehen am Abendhimmel und man kann weitere Kappen schweben sehen. Leider fangen die Standbilder das nur unzutreffend (wenngleich schon die sehr schön sind!) ein. Auch beim Landen habe ich ein schönes Panorama, das Blade so vor den roten Abendwolken, cool. Kurz nach mir landet Andreas, sieht gut aus so gegen den abendlichen Himmel und vor allem bilderbuchmäßig :-) Bevor ich in die Packhalle gehe, schaue ich noch schnell Norbert und Steffen zu, die vor dem Mond ihre Schirme aufnehmen (Bild). Danach packen und noch schnacken. Ich bin total begeistert, das war ein super Sprung - hoffentlich haben wir nächste Woche nochmal Gelegenheit zu einer Wiederholung :-)

31.10.

Sprung: 388

Daten:

  • Exit: 3975m
  • Depl.Alt: 650m
  • FF-Zeit: 63s
  • Avg.Speed: 187km/h
  • Max.Speed: 209km/h

Der Oktober verabschiedet sich und das Wetter wird mit Macht schlecht :-((( Am Sonnabend ging überhaupt nichts. Sonntag vormittag sah es auch nicht besonders gut aus, jedoch entwickelte sich das Wetter zum Mittag hin in den akzeptablen Bereich hinein. Also mal schauen. Naja, nicht besonders viele Leute da, aber Steffi gehört nicht zu den Schönwetterspringern. Dann arbeiten wir doch weiter. Schnell gebrieft, aufgewärmt und endlich gings hoch. Oberhalb der Wolken strahlende Sonne und ein fantastischer Blick auf die weißen Wolken. Der Exit klappte wie immer gut und schnell gings ans Arbeiten. Gleich übergehen zu open accordians war ausgemacht. Links, rechts, links... und dann mussten wir ein bissel basteln, um wieder zusammenzukommen :-) Aber dann hatten wir es, open accordian rechts. Anschließend Cat (siehe ggf. die FAQ) Ich drehe mich um 180°, mache die Arme lang und... wo ist Steffi? Schauen - Umdrehen und baggern: Ich war low, abgesoffen. Baggern heißt, sich 90° zum Partner zu legen, im Auge zu behalten und seinen Bauch nach oben zu nehmen, wie eine umgedrehte Untertasse. Das hilft und man ist schnell wieder am Partner dran. (Aufgrund der Relativität der Bewegung sieht es so aus, als ob man sich hoch arbeitet ;-) Steffi hatte auch die Beine nicht ganz so lang, wir waren auch ein bissel auseinander. Tja, dann nochmal probieren, dabei versuchte ich, mich etwas flacher hinzulegen (war doch noch nicht so lange her, dass ich zu flach lag und zu langsam war? ;-) und... wieder abgesoffen. Also schnell wieder hochgebaggert und rangefahren, aber leider reichte es nicht ganz und wir separierten. Pilot Jens hatte uns super abgesetzt und wir öffneten in einem großen Loch in der Wolkendecke, ich hatte noch dazu eine Schnüffelöffnung vom Allerfeinsten, beinahe dachte ich schon, das geht gar nicht mehr auf ;-). Der Heimflug war angenehm, kaum Wind und ich konnte mich, da wir als erste rausgegangen waren, mal wieder richtig runterschrauben, hehe :-) Am Boden erstmal Lachen und dann Gang zur Packhalle, anschließend Auswertung. Bei der Geschwindigkeit hatte Steffi aber auch wirklich was zu leisten. Meine Güte, dabei bin ich doch gar nicht fett geworden. Naja, das kriegen wir schon hin. Wir wollen also nochmal.

 

Sprung: 389

Daten:

  • Exit: 4250m
  • Depl.Alt: 725m
  • FF-Zeit: 67s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 204km/h

Leider war dieser Lift auch der Sunsetload - es waren kaum Springer da, jedoch zum Glück noch zwei nette Tandemgäste. Der Anblick wird immer besser, das Wetter ist nochmal richtig schön geworden, da die Wolken immer mehr abziehen. Wolli Bipps hätte es fast noch geschafft, aber leider ist er ca. 5min zu spät da und kann nicht mehr mit hoch. Im Flugzeug ist es auch schön geheizt, ich döse vor mich hin. Dann sind wir endlich oben - auch diesmal gehen wir als Nr 1 heraus :-) Über der Wolkendecke ist der Anblick einfach herrlich. Diesmal fangen wir mit Sidebodies an, das klappt ganz gut; jeder bietet einmal nach links gedreht an. Danach open accordians, das klappt schön und zweimal auch so, wie Chris es gern möchte: nicht einfach die Hand geben, sondern am Handgelenk des Partners angreifen. Danach dreht sich Steffi zum Cat, ich fahre auf sie zu und ... verdammt, wo sind denn die Innengriffleisten? Jaja, wie bequem man doch so wird. Statt gleich die Außengriffleiste des linken Beins zu schnappen, mitzudrehen und dann rechts zuzugreifen, fummle ich herum wie ein Pennäler ;-))) Naja, Punkt ist Punkt. Leider saufe ich wieder ab, drehe bei und baggere mich hoch, es dauert ein bissel, an Steffi ranzufahren. Danach bleiben wir einfach zusammen und drehen uns noch ein bissel, Landschaft und Freifall genießen. Die Öffnung ist nett und der Anblick spektakular, da winzig kleine, dünne Wölkchen in ca. 200-300m über dem Flugplatz sind - siehe Bild. Ich fahre zum Platz, alles ist frei und ich schraube mich herunter, direkt in so einen halbtransparenten Hauch hinein, einfach herrlich. Die ganze Welt sieht zart und weichgezeichnet aus. Ich kann Steffi am Schirm schön über den Wölkchen sehen, wir sind beide gut getrackt, wie man feststellen kann. Beim Landen ist die Sonne sogar so schön durchgekommen, dass ich meinen eigenen Schatten bewundern kann. Anschließend packen, Sprünge bereden und noch ein Bierchen zischen und dann haben wir noch den halben Spätnachmittag, auch nicht ganz verkehrt.

06.11.

Sprung: 390

Daten:

  • Exit: 3975m
  • Depl.Alt: 700m
  • FF-Zeit: 62s
  • Avg.Speed: 187km/h
  • Max.Speed: 225km/h

Saisonabschluss nun auch in Gera. Und wieder ist es ein Wochenende, was die Nerven belastet. Anfangs war annehmbares Wetter vorhergesagt, dann MIst, dann wieder etwas Hoffnung und dann beginnt der Tag mit dunklen Regenwolken. Am Nachmittag jedoch lockert es etwas auf. Lift 1 ist voll, wie ich am Telefon erfahre, sodass ich nicht hasten muss. Steffi ist da und wir bereden, den Sprung von letzzter Woche weiterzuentwickeln. Dann man hoch. Im Steigflug gibt es ein paar sehr nette Impressionen zu bewundern. Bilder 1, 2 und 3. Über den Wolken sieht es einfach viel schöner aus als darunter ;-)
Der Exit klappt ganz super, wir bleiben diesmal sogar genau im Heading liegen, hehe. Erstmal bietet Steffi mir einen Sidebody an, zupp, dann drehe ich mich dazu rein und Steffi greift bei mir zum Sidebody. Anschließend gehts gleich über zum open accordian links. Klappt soweit ganz gut, jedoch greifen wir "nur" an den Händen. Beim open accordian rechts korrigiere ich das und ab dann klappts sehr schön. So ein open accordian mit rechts sieht aus der Innen-Perspektive der Helmkamera so aus. Danach einen Stern und dann zu den Cats, gleich beim ersten kann ich schön bei Steffi andocken und habe diesmal auch gleich an Chris' Tip gedacht, am ankommenden linken Bein anzugreifen, mitzudrehen und dann rechts zu greifen. So sieht das dann in der Innen-Perspektive aus. Danach dreht Steffi zurück, Stern und nochmal zum Cat, auch dieses klappt sehr schön. Anschließend ist noch viel Zeit, also schnell noch die Reservefigur - diesmal eine 360°-Drehung und dabei gehe ich etwas low, da ich eben nicht daran gedacht habe, mal etwas flacher zu drehen, grummel. Ich fliege Steffi wieder an, aber mit der Höhe ist es nicht mehr ganz sicher, ob wir bei 1300m den Punkt noch machen, also lieber abwinken und auseinanderstieben - gibts einen etwas längeren Track :-) Das ProTrack/JumpTrack-Diagramm dieses Sprungs gefällt mir sehr gut. Es zeigt, dass wir sehr gleichmäßig geflogen sind, fast keine Geschwindigkeitsvariationen, dass es recht schnell war (siehe Werte) und der Track ist auch gut zu erkennen. (Die rote Linie ist "true Airspeed" - die Geschwindigkeit in der jeweiligen Höhe. Je höher, umso dünner die Luft und bei gleicher Lage - umso schneller der Springer. Daher gibts auch "Skydiver's Airspeed", bei der die Geschwindigkeit immer auf 4000 Fuß Höhe ("Arbeitsschlusshöhe") umgerechnet wird: Diese SAS ist somit immer vergleichbar und unabhängig von Druck, Höhe etc.) Die Öffnung ist sehr schön und der Heimweg macht viel Spaß. Ich schwinge mich dem Platz entgegen und behalte im Hinterkopf, dass vor dem Start noch ein mittlerer Wind ging und auch beim Check in 500m war der zu spüren. Aber nicht mehr so am Boden und ich erkenne, dass das in einer Beerline-Landung endet. Dann halt noch bissel anheizen und einen schönen Flare hinlegen und in dem Moment höre ich schon das Gejohle der Springer vor der Packhalle: Ein weiterer Kasten Bier ist sicher. Was solls, den bringe ich zum Nikolausspringen mit, denn heute abend ist Abschlussfeier und da spendiert die Aero schon ein Fass Freibier. Nach dem Packen und Debriefen gehts dann so langsam in die Feier rein, wieder mit Trommelworkshop und lustigen Videos (Blopp III ist draußen und supergut, danke Tobi!) und wir haben einen richtig goilen Abend :-)

05.12.

Vorspann

 

Dieses Jahr wird das traditionelle Gänsespringen des OFC gemeinsam mit der Aero veranstaltet und die Zielspringer müssen nicht bei bitterer Kälte im Freien packen, sondern können die Halle für Manifest, Packen und das Bistro nutzen. Wenn die Halle einmal offen ist, gibts für die, die bissel länger Freifall haben wollen :-) das Nikolausspringen. Einträchtig starten die AN-2 und die Caravan, in der Halle herrscht reges Treiben und es wird viel geschwatzt. Tolle Sache, es sollte mehr solche Zusammenarbeit geben.
Einziger Wermutstropfen: Am Sonnabend haben wir mit dem Wetter so richtig Pech; es herrscht Hochnebel von früh bis zum bitteren Ende :-( Tiefpunkt: Ein Ballon startet auf dem Flugplatz und bei der Drift über das Selgros/Globus-Gebäude wird er schon vom Nebel verschluckt. Da hätten nichtmal Flakscheinwerfer oder Infrarotsichtgeräte geholfen... Zum Glück hatte Petrus am Sonntag ein Einsehen und entschädigte uns mit blue sky bis in den späten Nachmittag, sodass insgesamt je 6 Lifts möglich waren. Die Ergebnisse des 2004er Gänsespringens können hier angeschaut werden (es gibt auch eine offizielle Ergebnisliste als PDF)
Für mich war es ein doppelt schönes Springen: Zum einen nach rund einem Monat wieder hupfen können und zum anderen dann gleich mit einem nagelneuen Icarus Safire2 149 :-) Sehr schmuck: alles weiß, bis auf die kobaltblaue Mittelzelle und den gleichfarbenen Slider. Sehr wendig, superweiche Öffnungen und herrliche Landungen. Nur das Packen ist noch mit dem nagelneuen Nullgewebe etwas anstrengender als sonst. (So werde ich am Sonnabend beim viermaligen Test- und Trainingspacken wenigstens ein bissel gefordert ;-)

 

Sprung: 391

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 1000m
  • FF-Zeit: 58s
  • Avg.Speed: 192km/h
  • Max.Speed: 211km/h

Am Sonntag komme ich ein klein bissel später, da am Sonnabend anfangs nur wenige da waren. Nicht zu spät, aber es hat sich schon ein Vierer gebildet: Tandem-Uli, Helen Steffi und ...ich - bin nämlich auch schon manifestiert =:-) Also dann mal rein in die Klamotten und gebrieft. Kurz vorher wird alles umgeschubst: Frank ist eingetroffen und wir machen einen Fünfer. Plan: Stern, Doughnut links, Stern, Doughnut rechts etc. Ich bin rear floater und hänge hinter Helen. Den Exit verpenne ich um eine Zehntelsekunde und insgesamt bröselt es uns auseinander, wie man hier sieht: 1 und 2. Helen, Frank und ich diven an Uli und Steffi ran. Ich lege die Arme bissel später ran und sehe die anderen vier schon schön liegen, schnippe weiter heran... vorbeigefallen! Grummel, das habe ich doch gelernt: Auf halbem Wege abbremsen. Naja. Ich schnickse beiseite, denn ich will ja bei 1300m öffnen und beobachte die anderen aus sicherer Distanz. Dann schön abgewunken und immerhin eine schöne Schnüffelöffnung. Ich spiele mit dem Schirm und probiere Brems- und Stallpunkt aus. Tja, recht spritziges Teil :-) Beim Landen bin ich begeistert von der Flarepower.

 

Sprung: 392

Daten:

  • Exit: 4075m
  • Depl.Alt: 675m
  • FF-Zeit: 67s
  • Avg.Speed: 182km/h
  • Max.Speed: 203km/h

Der nächste Sprung sollte eigentlich der Fünfer nochmal werden, aber da Frank beizeiten wegmuss, macht er erstmal einen Zweier mit Helen. Sie führen uns einen Cat-Exit vor: 1, 2 und 3. Uli ist beschäftigt, also machen Steffi und ich einen Zweier, mal sehen, ob das Programm vom 6.11. noch klappt =;-) Der Exit sieht schonmal sehr gut aus, richtungsstabil und entspannt :-) Dann mal los: Sidebody Steffi (also ich docke bei ihr an), Stern, Sidebody Carsten, Stern, Steffi dreht zum Cat, wieder Stern, Steffi dreht nochmal zum Cat. Oha, die Zeit ist fast alle, naja, geht diesmal nicht ganz so schnell. Es ist ja auch recht kühl und wir sind beide in Thermokombis gepackt :-) Dann halt schnell zum Stern und unsere beliebte Drehseparation :-)
Beim Öffnen rutscht mir fast das Herz in die Hose, so langsam geht der Schirm auf. Zudem ist er anfangs störrisch und dreht nach rechts weg. Und ich hänge so weit draußen! Hektisch reiße ich die Toggles runter und - hupps! - rutscht mir der rechte aus der Hand und ich kann nicht wieder reingreifen. Statt beide loszulassen und neu einzufädeln - da sinkt der Schirm zwar schneller als in der starken Bremse, aber läuft gerade - setze ich wieder und wieder an, will zudem unbedingt in starker Bremse bis zur Landefläche und ja nicht auf dem Vorfeld niedergehen und verpasse darüber den Punkt zum Eindrehen und gehe dann, mich innerlich ohrfeigend, mitwinds nieder. Darüber denke ich sehr gründlich nach. Mensch, sonst macht mir doch eine Beerline nix aus und hier spiele ich unnötig Hasard. Das passiert mir hoffentlich nie wieder.

 

Sprung: 393

Daten:

  • Exit: 4175m
  • Depl.Alt: 700m
  • FF-Zeit: 67s
  • Avg.Speed: 185km/h
  • Max.Speed: 214km/h

OK, dann arbeiten wir mal weiter. Erstmal in Ruhe packen und bissel was essen und schwatzen. Dann gehts endlich wieder hoch im - zum Glück geheizten - Flugzeug. Übrigens sitzt ein lieber Gast im vorne: Physioterror... ähm, ...therapeut Heiko von der Praxis Achs-Albrecht Gera kommt endlich dazu, den Gutschein, den ich ihm schenkte, einzulösen. Er ist anschließend recht beeindruckt, vor allem davon, wie die Post abgeht, nachdem alle Deppen abgeworden sind =:-)))
Vor uns geht ein Dreier raus, sieht richtig gut aus: 1 und 2. Bei uns klappts auch recht schön, der Exit ist im Heading und dann gehts los: Sidebody Steffi, Sidebody Carsten, Stern, Steffi dreht zum Cat, wieder Stern, Steffi dreht nochmal zum Cat, noch ein Stern. Dann mal open accordians: links, rechts, links, rechts (hüstel, die Grifftechnik müssen wir aber besser festigen ;), noch ein Stern. Kontrollblick, Panoramablick (goil). Ja, es reicht noch für einen 360°er, zurück zum Stern und als Abschluss unsere Drehseparation :-) Hier ein Bild, wie Steffi mir Tschüs "sagt". Die Öffnung ist schmeichelweich und der Flug zum Platz macht Spaß mit dem neuen Schirm. Da steckt man auch das anstrengendere Packen gerne für weg. Beim Landeanflug kann man schön die Hüpfburg ;-) für die Zielspringer sehen und das Zielkreuz für die Springer mit etwas schnelleren Schirmen (Bild). Kurz nach mir landet Steffi und wir klatschen ab.

 

Sprung: 394

Daten:

  • Exit: 4125m
  • Depl.Alt: 700m
  • FF-Zeit: 67s
  • Avg.Speed: 183km/h
  • Max.Speed: 209km/h

OK, dann machen wir mal noch einen. Kurz bevor es hochgeht, trudelt Wolli Bipps ein. Für ein Dreier-Briefing ist die Zeit zu kurz, aber wir vereinbaren, dass er sozusagen als "Kameraflieger" hinterherspringt und uns beobachtet und klären die Separation etc. Es geht hoch und ich penne fast im Flugzeug ein, so schön mollig ist es dank Heizung. Der Exit klappt schön und das Programm spulen wir wie beim vorigen Sprung ab. Beim ersten Sidebody bietet sich ein sehr schöner Anblick, hier kann ich mich nicht zwischen 1 und 2 entscheiden :-) Zwischendurch sehen wir immer mal wieder Wolli aus den Augenwinkeln, wie hier beim open accordian rechts. Er ist halt ein ein schneller Springer (dank guter Banane :-) und hat Mühe, nicht abzugurgeln. Wir sind moderat unterwegs, aber es könnte natürlich in der Tat einen kleinen Tacken schneller gehen und als Einzelspringer hat man eh zu tun, gegenüber einer Formation nicht anzusacken. Er bleibt aber schön an uns dran und hat seinen Spaß. Das Programm wird genau abgearbeitet wie im vorigen Sprung - was, keine Steigerung? Wäre möglich gewesen, aber ich beobachte einen schönen Regenbogenkreis und halte Steffi vor und nach dem 360er etwas länger fest, um den Anblick zu filmen. (Leider sind die Aufnahmen mit Steffi direkt vor dem Kreis etwas zu unruhig, so dass ich hier ein Bild nach dem Regrip ausgewählt habe.) Dafür entschädigen wir uns mit einer extraheftigen Drehseparation :-) und spritzen auseinander. Der Heimflug geht schwungvoll und beim Landanflug beobachte ich einen Springer vor mir (weiter hinten ist die AN-2 schön zu sehen, die dort für einen 2500er-Einsatz bereitsteht.) Kurz nach mir landet Sky-Steffen: Hier beim Flaren und hier beim Auslaufen.

 

Abspann

 

Abschließend packe ich meinen Schirm zusammen... kann aber nicht mehr springen, da das Rig mit der Sunsetmaschine mitgeht nach Calden; die 4-Jahres-Wartung des Cypres ist fällig sowie die Reservepackung. Das wars dann also für diese Saison.
Wir trinken noch ein Bierchen und schwatzen; ein schöner Tag und ein schönes Sprungjahr gehen zu Ende.
Das hätte ich ein Jahr vorher nicht zu träumen gewagt. Der Arm ist schön verheilt und die Muskeln im wesentlichen wieder so, wie sie sein sollen und ich habe sogar vom Krafttraining profitiert und bin richtig fit. Kein Vergleich mehr hiermit.
Das alles vor allem dank der Operationskunst von Prof. Winckler von der Unfallchirurgischen Klinik des Uniklinikums Magdeburg. Siehe weiter dazu auch mal hier nach oder hier...
Dank diverser Trainingssprünge, z.B. mit Angela und besonders Thomas, habe ich Basis-Erfahrungen im RW gesammelt und wenn im nächsten Jahr alles klappt, werden wir einen neuen Vierer vor Ort haben. Tja, dann also bis zum März 2005!

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© Carsten Kruse 16.12.2001
Letzte Änderung: 23.03.2005