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Tandemspringen in Gera - Ostthüringen mit Blick bis zum Brocken, Thüringer Wald und Erzgebirge im Freifall und am Schirm betrachten!

Viele Menschen träumen davon, einen Tandemsprung zu machen.
Viel zu viele Menschen aber lassen sich schon vorher durch falsche Vorstellungen entmutigen. So ging es auch mir und darüber ärgere ich mich noch heute.
Daher: Lesen Sie sich diesen kurzen Text ruhig durch, denn Tandemspringen kann (fast) jeder! Alleine Fallschirmspringen übrigens auch - wie schnell man das lernt, sieht man hier.
Falls Sie hierher geklickt haben, damit ich einen Gutschein vermittele(*), dann bitte, nur zu :-)

Gesundheitsvoraussetzungen:

Tandemspringen kann fast jeder? Ja, in der Tat. Es ist fast wie die Faustregel für den Saunabesuch, die in Finnland gilt. Jeder, der zu zu Fuß hinkommt, kann es auch machen. Herz und Kreislauf sollten soweit in Ordnung sein. Ein Tauglichkeitszeugnis ist nicht nötig! Und wie gesagt, man muss kein Leistungssportler sein! Ich persönlich habe hier schon Leute, die deutlich im Rentenalter sind, mitspringen sehen und die waren anschließend alle quietschvergnügt. Krankheiten wie Diabetes sind, da der Patient ja in der Regel gut eingestellt ist, kein Problem. Ich selber habe - gut eingestelltes - Asthma: Kein Problem! Brille ist auch kein Problem. Entweder absetzen - man muss ja nicht steuern - oder es wird eine extragroße Überbrille (aus biegsamem Plexiglas) genommen, so dass man alles schön beobachten kann.
Wer eine Behinderung hat, sollte das Abenteuer Tandemsprung nicht einfach abschreiben, sondern konkret am Sprungplatz nachfragen. Ich kann hier auch gern helfen und Fragen weiterleiten.

Weitere Anforderungen:

Mindestalter ist 12 Jahre, Maximalgewicht ca. 90 kg und Mindestgröße ca. 1.40 m. Kleiner Hinweis: Es gibt keine wirkliche Altersbegrenzung nach oben hin: Wer hinlaufen kann, ist eigentlich auch tauglich... aber Gebissträger bitte etwas aufpassen, wie dieses Filmchen hier zeigt ;-)

Wie lange dauert das? Aus welcher Höhe springt Ihr? Auch bei Wolken? Wie lange muss ich warten, bis ich dran bin?
Wir springen in Gera aus ca. 4000 Metern Höhe ab, sodass der freie Fall ca. 50 Sekunden dauert. (Fausregel: Die ersten 300 Meter dauern ca. 10s, danach ist man mit etwas mehr als 50 m/s unterwegs, was bei ca. 1600 m Öffnungshöhe also ca. 40 weitere Sekunden macht. Das bedeutet also auch, dass man bei einem Sprung aus 2500 m Höhe lediglich ca. 20 s freien Fall hat...)
Gesprungen wird nur bei "Erdsicht". Es darf zwar Wolken am Himmel geben, jedoch muss der Blick auf die Erde (vom Flugzeug aus) gewährleistet sein. Es gibt noch einige weitere Randbedingungen, die der Sprungdienstleiter bzw. die Tandemmaster zu beachten haben, sodass es durchaus auch sein kann, dass man längere Zeit warten muss oder auch im seltenen Falle einmal nach Hause fahren muss um später einen weiteren Anlauf zu unternehmen: Sicherheit geht immer vor! In der Regel ist es aber so, dass die Passagiere mehr oder minder genau in der Stunde, zu der sie bestellt sind, auch "gestürzt" werden, man also nicht allzu lange warten muss. Und in unserer Halle mit Bistro (und auch WC ;-) wird einem die Zeit nicht langweilig!

Wird man da nicht ohnmächtig?

Solche und ähnliche Fragen werden oft gestellt. Nein, man wird nicht ohnmächtig, auch nicht als unerfahrener Passagier. Im Gegenteil, die Sinne sind extrem geschärft und alles kommt einem intensiver und länger andauernd vor: Eine legale Droge geradezu. Auch Geschichten von "sehr harter Ruck beim Fallschirmöffnen" sind nicht richtig. Heutzutage packen unsere erfahrenen Tandemmaster die modernen Schirme so, dass sie schmeichelweich aufgehen.
Der Öffnungsvorgang dauert i. d. R. 3-5 s für das "Herunterbremsen" von Freifallgeschwindigkeit (ca. 190 km/h) auf Schirmsinkrate (ca. 10-15 km/h), sodass eine Bremskraft wirkt, die ca. genausogroß oder maximal zweimal so groß ist wie die Gewichtskraft. Siehe dazu das kleine Filmchen. Es braucht also niemand Angst vor blauen Flecken oder einem starken Ruck haben!
Und übel wird dem Passagier in der Regel auch nicht. Der Tandemmaster achtet sehr darauf, dass im Freifall und am Schirm alles so verläuft, dass der Passagier sich wohl fühlt und viel sehen kann. Falls Sie übrigens noch weitere Fragen haben, schauen Sie auch ruhig einmal in meine Liste häufig gestellter Fragen. Die sind zwar z. T. etwas schnodderig beantwortet, aber dürften fast alles, was man so wissen will, abdecken.

Setzt man bei der Landung nicht hart auf?

Die "harten Landungen" gab es ganz früher, als die Springer noch Rundkappenschirme benutzten. Heute werden Flächengleitschirme benutzt, die erstens sehr präzises Steuern ermöglichen, sodass der Tandemmaster seinen Passagier immer direkt vor den Augen der Zuschauer und Familienangehörigen landen kann und zweitens kann man die modenen Schirme sehr weich landen. Der Passagier muss lediglich nach Aufforderung des Tandemmasters die Beine hochheben und dann wird butterweich auf dem Podex gelandet, wie man auf diesem Bild sieht.

Wie steht es denn generell um die Sicherheit?

Sicherheit ist natürlich die Nummer 1. Darum dürfen nur sehr erfahrene, speziell ausgebildete Springer Tandemmaster sein. Sie sind als Passagier bei ihnen sicher wie in Abrahams Schoß. Zudem muss die Ausrüstung höchsten Sicherheitsanforderungen genügen. Die modernen Systeme werden regelmäßig geprüft und haben u. a. einen genauso großen Reserveschirm dabei, der selbst im Fall, dass der Tandemmaster von seinem Passagier James-Bond-mäßig ohnmächtig geschlagen würde, mit Hilfe eines Öffnungsautomaten geöffnet wird.
Die Schirme sind übrigens so groß, dass man mit dem Stoff mühelos ein großes Wohnzimmer auslegen könnte. Tandemspringen ist also sowohl von Personal wie auch Technik her ungefährlicher als eine Fahrt mit dem PKW im normalen Straßenverkehr.

Was muss ich alles mitbringen?

Eine berechtigte Frage, die leicht beantwortbar ist. Eigentlich nichts besonderes. Overall, Schutzkappe und Schutzbrille werden gestellt. Ein paar Turnschuhe machen sich gut und sehen zudem zum Overall besser aus als Straßentreter. Und natürlich dürfen die Tandemgäste auch ihre Freunde und Familie mitbringen: Vor Ort gibt es genügend Platz zum Beobachten und auch ein Bistro, sodass auch für das leibliche Wohl gesorgt ist!

Muss ich vorneweg etwas lernen?

NEIN. Vor dem Sprung wird der Passagier vom Tandemmaster eingewiesen und die Absprungs-, die Freifall- und die Landehaltung werden geübt. Zudem können die Passagiere natürlich auch alle Fragen stellen, die ihnen auf dem Herzen liegen! Die Einweisung dauert ca. 20 min. Vorher füllt man noch den Beförderungsvertrag aus - wir sind schließlich in Deutschland und da muss alles seinen geregelten Gang gehen - aber ab dann gehts total locker und entspannt zu und Sie werden sehen, dass die Springer Sie ganz locker teilhaben lassen am - für uns - schönsten Sport der Welt. Wer noch ein Video gebucht hat, muss nach dem Sprung noch ca. 15 Minuten warten, bis dieses fertig geschnitten ist und auf DVD gebrannt.

Was, wenn mir schlecht wird?
Im Freifall ist das extrem unwahrscheinlich und bei uns auf dem Platz ist das auch noch nicht passiert. Unter anderem, weil man da ja "unter Strom" steht ;-) Am Schirm kann das eventuell geschehen. Wer diesbezüglich etwas empfindlicher ist, kann ruhig dem Tandemmaster bescheidsagen, denn dann kann man am Schirm sehr ruhig fliegen und so dem Passagier eine Magenachterbahn ersparen :-)

Was ist das Tollste am Tandemsprung?

Kurz: ALLES. Die Fallschirmsportler sagen natürlich, dass der freie Fall das herrlichste ist. Man fühlt sich frei, hat einen herrlichen Blick, spürt die Luft und gleichzeitig die ruhegebende Nähe des Tandemmasters. Noch toller ist es übrigens, wenn direkt vor der Nase ein Kameraspringer mitfliegt... äh, mitfällt - dann hat man diesen herrlichen Kontrast von langsam-geschmeidiger Relativbewegung und gleichzeitigem schnellen Fall zur Erde zu. Meiner Meinung nach sollte man dieses herrliche Gefühl des kontrollierten freien Falls so lange wie möglich spüren, also aus möglichst großer Höhe abspringen.
Das heißt: 4000 m, denn dann hat man fast eine Minute dieses herrlichen Erlebnisses! Dieses webtaugliche Video spricht sicher mehr als tausend Worte. Oder soll es doch lieber so ein Video (also mit Umfliegen des Gespanns) werden? Ihre Meinung interessiert mich, bitte schreiben Sie mir - vielen Dank! :-)
Es gibt übrigens auch Tandemsprünge aus 2500 m, für die man etwas weniger zahlt, jedoch auch deutlich weniger den Freifall genießen kann.
Natürlich ist dann auch die ca. fünf bis acht Minuten dauernde Fahrt am Schirm ein aufregendes Erlebnis. Man sieht Gera und Umgebung in aller Ruhe, so zum Beispiel die Objekte der 2007er BUGA in Gera und Ronneburg aus luftiger Höhe. Fast immer ist die Sicht klar genug, um fantastische Blicke auf das Erzgebirge, den Thüringer Wald, den Brocken oder die Großstadt Leipzig zu haben. Und natürlich darf auch der Passagier einmal selbst den Schirm steuern.
Nicht zu vergessen die Landung, wenn man im Endanflug die Freunde und Verwandten sieht und dann auf der Wiese landet: Hier ist das Freudengefühl dann am stärksten zu spüren.

Jetzt will ich es wissen:
Wie und wo melde ich mich an?

Das ist ganz einfach. Entweder direkt bei der AERO Fallschirmsport GmbH oder jetzt eine E-Mail an mich, damit ich einen Gutschein vermittele
(*Das mache ich nichtgewerblich, also auf reine Privatinitiative, damit unser Sport popularisiert wird. Kostenlos gibts den Gutschein natürlich trotzdem nicht ;-) So weiß ich dann übrigens auch, dass meine Seiten gelesen werden und etwas für unseren Sport bringen ;-)


Eine Wegbeschreibung zur Aero Fallschirmsport findet man hier, sodass man z. B. auch vor Ort einen Gutschein kaufen kann, vor allem aber dorthin findet :-)

Ich habe auch drei Wettervorhersage-Links eingebunden: Leider ist es so, dass nicht bei jedem Wetter gesprungen werden kann; es darf z. B. nicht zu windig sein und auch nicht regnen.

Tandemsprünge sind in Gera der Saison an JEDEM Wochenende möglich (sofern Petrus mitspielt). Zusätzlich kann man in den durchgehenden Sprungwochen auch wochentags springen. Dazu einfach in die Terminseite schauen, dann aber möglichst vorher telefonisch oder persönlich den Termin abklären, da Wetter und Verfügbarkeit der Tandemmaster etc eine Rolle spielen! Wenn man einen Termin gebucht hat, vermeidet man am Platz unnötige Wartezeiten. Allerdings kann man auch sehr kurzfristig anrufen, muss dann aber ggf. Wartezeiten einkalkulieren.
Es gibt auch noch die Möglichkeit, einen Tandemsprung aus 2500 m Höhe aus einer AN-2 zu machen. Dafür müsste man sich an den OFC wenden, siehe dazu die Link-Seite.

Ein letzte Frage: Aber das Geld... Gibt es vielleicht Rabatte?

Leider gibts das Vergnügen nicht kostenlos. Der Preis klingt auch zunächst hoch. Jedoch ist er - aus meiner Sicht - nicht zu hoch.

Zum einen sollte man wissen, dass die hochentwickelte und sehr zuverlässige Technik natürlich auch entsprechend kostet. Schnell legt man mehr als 10.000 EUR für ein Tandemsystem hin. Dann muss ein Tandemmaster u. a. mindestens 500 Sprünge durchgeführt haben, um überhaupt qualifiziert zu sein für die Ausbildung. Jeder dieser Sprünge kostet so um die 27 EUR. Dann kommen noch die Ausbildungen und Prüfungen. Die Ausrüstung für den Passagier ist da schon fast im "Peanuts"-Bereich, obwohl auch eine Passagierkombi schnell um die 150 EUR kostet...
Vor allem aber sollte man bedenken, dass man etwas fürs Leben hat. Eine Fülle überwältigender Eindrücke. (Manchmal ist schon der Absprung aus dem Flugzeug ein geiler Anblick: Foto) Begeisterung, die zunächst sprachlos macht und einen dann jubeln lässt. (Foto) Also genau das richtige Geschenk für einen runden Geburtstag, für die Jugendweihe/Konfirmation/Kommunion, als Abschiedsgeschenk für den Klassenleiter (so ging es mir und so kam ich zum Sport!) oder oder oder...
Schließlich und endlich kann man auch einmal vergleichen, was ein Bungee-Sprung kostet: Meist im Bereich von 50 EUR, jedoch hat man da irgendwas um 2,5 Sekunden Freifall, statt fast einer Minute wie beim Fallschirmsprung. Der Minutenpreis ist also auch interessant ;-)

Wenn man das alles berücksichtigt, sind 195 EUR für den Tandemsprung durchaus angemessen. Man sollte ruhig einen Kameraspringer für Video und Foto dazubuchen. Fotos (digital) und Video (auf DVD) kosten dann zusammen, statt 90 EUR jeweils einzeln, 120 EUR (zum Tandemsprung dazu also). Natürlich kann man versuchen, Standbilder aus dem Video rauszufischen. Die sind aber als Foto schlecht zu gebrauchen und reichen an 8 bis 12 Megapixel-Fotos von Digitalspiegelreflexkameras nicht ran. So können Sie Freunden und Bekannten zeigen, wie man im Freifall in die Kamera lächelt (Foto) oder wie der Wind mit den Wangen spielt. Achja: Das Video hat, wie gesagt, DVD-Qualität und somit eine viel bessere Auflösung als das kleine Webvideo oben ;-)

Das Video und ggf. die Foto-CD gibt es, zusammen mit der Erinnerungsurkunde, die jeder Passagier erhält, ca. 15 min nach dem Sprung.. Also dann, wenn der Passagier mit seinen Verandten und/oder Freunden entspannt im Caféteria-Bereich mit Getränkeautomat und Musik sitzt und es nachklingen lässt. Sanitäre Anlagen gibt es natürlich auch vor Ort - niemand muss womöglich auf einem freien Feld einen Baum suchen...

Weitere Fragen?

Kein Problem: Einfach eine Mail an mich schreiben, damit ich die Frage hier samt Antwort aufnehme!

 

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© Carsten Kruse 2001-2009
Letzte Änderung: 23.12.2009